Nach Erfolg mit "Curiosity" Nasa will 2020 nächsten Rover auf den Mars schicken

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa nimmt volle Fahrt zum Mars auf: Bestärkt von den Erfolgsmeldungen des Forschungsroboters "Curiosity" hat sie jetzt schon den nächsten Rover für 2020 angekündigt.

Curiosity kommt in die Jahre
März 2017Curiosity hat inzwischen deutliche Abnutzungsspuren. Ein Routine-Check der Reifen im März zeigt, dass es am linken mittleren Reifen zwei Brüche der sogenannten Stege im Profil gibt. Der Rover hat während seiner Reise über den Roten Planeten inzwischen etwa 16 Kilometer zurückgelegt. Curiosity-Projektmanager Jim Erickson sagte, alle sechs Reifen hätten trotz der sichtbaren Schäden noch genug Lebenszeit, um den Rover zu allen geplanten Orten zu bringen. Die regelmäßige Überwachung der Reifen wurde eingeführt, nachdem die Forscher im Jahr 2013 deutlich mehr Dellen und Löcher in den Rädern entdeckt hatten, als erwartet worden war. Tests auf der Erde hatten gezeigt, dass der Bruch von drei Stegen zeigt, dass etwa 60 Prozent der Lebenserwartung des Reifens erreicht sind. Curiosity hat aber bereits deutlich mehr als diesen Anteil an der geplanten Strecke zurückgelegt. Quelle: NASA/JPL-Caltech/MSSS
US-Präsident Barack Obama verlässt das Weiße Haus - und auch Curiosity verabschiedet sich. Quelle: Screenshot
Mars: Curiosity untersucht Meteoriten Quelle: NASA, JPL-Caltech, LANL, CNES, IRAP, LPGNantes, CNRS, IAS, MSSS
September 2016Die Kuppen und herausstehenden Felsen aus Schichtgestein am Mount Sharp entstanden wohl aus von Wind abgelagertem Sand. Sie erinnern stark an Wüstenlandschaften auf der Erde, etwa im Grand Canyon oder dem Monument Valley. Quelle: NASA
September 2016Der Rover sendet neue Fotos vom Mars: Im Hintergrund der Aufnahme ist der Rand des Gale-Kraters zu sehen, in dem Curiosity seit 2012 aktiv ist. Geologisch ist die Region besonders interessant, da sie die Untersuchung zahlreicher Gesteinsschichten ermöglicht. Der etwa fünf Kilometer hohe Mount Sharp liegt in der Mitte des Gale-Kraters. Quelle: NASA
Juli 2016Curiosity kann jetzt seine eigenen Ziele für die Laser-Analyse auswählen. Bisher wurden diese von der Erde aus anhand von Fotos ausgewählt. Die Wissenschaftler auf der Erde werden dadurch aber nicht ersetzt: Die neue Funktion soll vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn die Nasa-Forscher anderweitig beschäftigt sind. Curiosity sendet auch nicht ständig Bilder, sondern am Ende seiner Wegstrecken. Bisher könnten wichtige Objekte auf Fahrten daher übersehen worden sein. Quelle: NASA
Curiosity: Mars hatte wahrscheinlich einst eine sauerstoffreiche Atmosphäre Quelle: dpa

Nach den ersten Erfolgen der Marsmission "Curiosity" will die US-Raumfahrtbehörde Nasa im Jahr 2020 den nächsten Rover zum Roten Planeten schicken. „Mit dieser Mission stellen wir sicher, dass Amerika die weltweit führende Nation bei der Erforschung des Mars bleibt", erklärte Nasa-Chef Charles Bolden am Dienstag. "Und wir unternehmen einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg, Menschen in den 2030er Jahren dorthin zu schicken.“

"Curiosity“ war Anfang August auf dem Roten Planeten gelandet. Seitdem sucht der teuerste und technisch ausgefeilteste Forschungsroboter, der jemals auf dem Mars aufgesetzt hat, dort nach Spuren von Leben - und hat bereits mehrere kleinere Erfolgsmeldungen verkündet. So entdeckte das rollende Forschungslabor zum Beispiel ein ausgetrocknetes Flussbett.

Der noch namenlose neue Rover soll das gleiche Design wie "Curiosity" haben, wie Nasa-Wissenschaftsdirektor John Grunsfeld am Dienstagabend (Ortszeit) auf der Jahrestagung der American Geophysical Union im kalifornischen San Francisco vor Journalisten erläuterte. So sollten bei der Konstruktion auch Ersatzteile von "Curiosity" verwendet werden.

Dadurch können Grunsfeld zufolge die Kosten für diese neue Rover-Mission nach derzeitigen Berechnungen auf rund 1,5 Milliarden Dollar (gut 1,1 Milliarden Euro) gedrückt werden. Das wäre rund eine Milliarde Dollar weniger als die zunächst auf zwei Jahre angelegte "Curiosity"-Mission verschlingt, deren Kosten allerdings wegen Verzögerungen beim Bau aufgrund technischer Probleme in die Höhe geschnellt waren. Über die Wissenschaftsinstrumente, die der neue Roboter an Bord haben soll, wird Grunsfeld zufolge noch beraten.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Neben "Curiosity" hat die Nasa auch noch den 2003 gelandeten Rover "Opportunity" auf dem Mars sowie zwei Sonden, die den Planeten umkreisen. Zusätzlich sind bis 2018 Missionen unter anderem zur Erforschung der höher gelegenen Mars-Atmosphäre geplant, einige davon in Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumbehörde Esa.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%