Nasa Juno erreicht Umlaufbahn des Jupiter

Auf Tuchfühlung mit Jupiter: Nach fast fünfjähriger Reise ist die Sonde Juno in die Umlaufbahn um den Gasriesen eingeschwenkt. Es gibt allerdings noch keine Bilder von dem besonderen Moment.

Nasa: „Juno“ erreicht Umlaufbahn des Planeten Jupiter Quelle: dpa

Fünf Jahre und 2800 Millionen Kilometer hat es bis zur erlösenden Nachricht gedauert: „Wir haben den Ton, der das Ende des Antriebsmanövers signalisiert“, klingt es in der Nacht zum Dienstag aus den Lautsprechern in das Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde im kalifornischen Pasadena. „Willkommen am Jupiter, „Juno“!“

Die Wissenschaftler brechen in lauten Jubel aus, klatschen und umarmen sich. „Wir sind drin, wir sind drin“, rufen sie immer wieder und meinen die Ankunft in der Umlaufbahn um den größten Planeten unseres Sonnensystems. Ein Forscher hat sich einen Hut in den blau-weiß-roten Nationalfarben der Vereinigten Staaten aufgezogen - schließlich ist Unabhängigkeitstag, und im gleichen Moment schießen rund um das Kontrollzentrum an der US-Westküste Feuerwerkskörper in den Himmel.

Die Nasa-Forscher aber horchen nicht auf die Böller, sondern auf Radiofrequenztöne von „Juno“. Mit deren Hilfe hat die Raumsonde den Erfolg ihres Manövers in das Kontrollzentrum gefunkt. Zuerst den Beginn des Antriebsmanövers und dann - rund eine halbe Stunde später - die Positionierung in einer stark elliptischen Umlaufbahn um den Jupiter. Dabei näherte sich „Juno“ den Gaswolken des Jupiter bis auf rund 4500 Kilometer - so nah wie kein anderes Raumfahrzeug zuvor.

So rotiert der Super-Jupiter
Hubble-Aufnahme von Planet 2M1207b - ein Super-Jupiter Quelle: NASA, ESA und G. Bacon/STScI
Super-Jupiter rotiert Quelle: NASA, ESA, Y. Zhou (University of Arizona), and P. Jeffries (STScI)
Weltraumteleskop Hubble über der Erde Quelle: dpa
Hubble Affenkopfnebel Quelle: dpa
Whirlpool Galaxie Messier 51 Quelle: dpa
Spiralgalaxie NGC 1433 Quelle: dpa
Hubble: Galaxie NGC 1566 Quelle: dpa

„Mein Herz hat kurz aufgehört zu schlagen, so nervös war ich“, sagte Nasa-Manager Rick Nybakken. „Wir haben zehn Jahre auf diesen Moment hingearbeitet.“ Der Erfolg des Manövers fühle sich „großartig“ an, sagt sein Kollege Geoffrey Yoder. „Es ist phänomenal.“

Die unbemannte und hauptsächlich solarbetriebene Sonde „Juno“ startete im August 2011 Bord einer „Atlas“-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Bis Februar 2018 soll die rund 3500 Kilogramm schwere Sonde von der Größe eines Basketballfelds den Jupiter umkreisen und ihn mit ihren zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. Danach will die Nasa die Sonde kontrolliert zum Absturz bringen.

Von der rund eine Milliarde Euro teuren Mission erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems. Zuvor hatten unter anderem „Pioneer 10“ 1973, die beiden „Voyager“-Sonden 1979 und die deutsch-amerikanische Sonde „Galileo“ ab Mitte der 90er Jahre Daten von dem Planeten gesammelt. So nah wie „Juno“ kamen sie dem Jupiter aber nicht.

Curiosity kommt in die Jahre
März 2017Curiosity hat inzwischen deutliche Abnutzungsspuren. Ein Routine-Check der Reifen im März zeigt, dass es am linken mittleren Reifen zwei Brüche der sogenannten Stege im Profil gibt. Der Rover hat während seiner Reise über den Roten Planeten inzwischen etwa 16 Kilometer zurückgelegt. Curiosity-Projektmanager Jim Erickson sagte, alle sechs Reifen hätten trotz der sichtbaren Schäden noch genug Lebenszeit, um den Rover zu allen geplanten Orten zu bringen. Die regelmäßige Überwachung der Reifen wurde eingeführt, nachdem die Forscher im Jahr 2013 deutlich mehr Dellen und Löcher in den Rädern entdeckt hatten, als erwartet worden war. Tests auf der Erde hatten gezeigt, dass der Bruch von drei Stegen zeigt, dass etwa 60 Prozent der Lebenserwartung des Reifens erreicht sind. Curiosity hat aber bereits deutlich mehr als diesen Anteil an der geplanten Strecke zurückgelegt. Quelle: NASA/JPL-Caltech/MSSS
US-Präsident Barack Obama verlässt das Weiße Haus - und auch Curiosity verabschiedet sich. Quelle: Screenshot
Mars: Curiosity untersucht Meteoriten Quelle: NASA, JPL-Caltech, LANL, CNES, IRAP, LPGNantes, CNRS, IAS, MSSS
September 2016Die Kuppen und herausstehenden Felsen aus Schichtgestein am Mount Sharp entstanden wohl aus von Wind abgelagertem Sand. Sie erinnern stark an Wüstenlandschaften auf der Erde, etwa im Grand Canyon oder dem Monument Valley. Quelle: NASA
September 2016Der Rover sendet neue Fotos vom Mars: Im Hintergrund der Aufnahme ist der Rand des Gale-Kraters zu sehen, in dem Curiosity seit 2012 aktiv ist. Geologisch ist die Region besonders interessant, da sie die Untersuchung zahlreicher Gesteinsschichten ermöglicht. Der etwa fünf Kilometer hohe Mount Sharp liegt in der Mitte des Gale-Kraters. Quelle: NASA
Juli 2016Curiosity kann jetzt seine eigenen Ziele für die Laser-Analyse auswählen. Bisher wurden diese von der Erde aus anhand von Fotos ausgewählt. Die Wissenschaftler auf der Erde werden dadurch aber nicht ersetzt: Die neue Funktion soll vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn die Nasa-Forscher anderweitig beschäftigt sind. Curiosity sendet auch nicht ständig Bilder, sondern am Ende seiner Wegstrecken. Bisher könnten wichtige Objekte auf Fahrten daher übersehen worden sein. Quelle: NASA
Curiosity: Mars hatte wahrscheinlich einst eine sauerstoffreiche Atmosphäre Quelle: dpa

Die Forschung am Jupiter ist alles andere als einfach. Die Strahlung des Planeten ist extrem hoch, und unter seinen Wolken befindet sich ein starkes Magnetfeld mit Wasserstoff unter Hochdruck. Während der Zeit am Jupiter wird „Juno“ so viel Strahlung ausgesetzt sein wie mehr als 100 Millionen Röntgenbilder beim Zahnarzt verursachen. Deswegen hat die Sonde eine Titan-Hülle und gleicht nach Angaben der Nasa-Wissenschaftler einem „bewaffneten Panzer“.

Die Positionierung der Sonde in der Umlaufbahn um den Jupiter habe schon mal sehr gut funktioniert, sagte Michael Watkins, Direktor des Nasa-Zentrums in Pasadena. „Es sieht perfekt aus, einfach wunderbar. Aber man darf nicht vergessen: Das ist erst der Beginn der wissenschaftlichen Mission.“

In einigen Tagen würden die Instrumente und die Kamera an Bord von „Juno“ wieder eingeschaltet, kündigt Nasa-Manager Scott Bolton an. Um die Batterien nicht zusätzlich zu belasten waren sie rund um das Manöver herum ausgeschaltet. „Ich freue mich riesig darauf, die Forschung zu beginnen. Ich fange gerade erst an zu realisieren, dass wir in der Umlaufbahn sind. Das ist einfach fantastisch, und ich bin so gespannt darauf, was wir finden werden. Ich verspreche, wir werden unglaubliche Entdeckungen machen.“

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