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Neue Behandlungsmethoden Tuberkulose ist weltweit auf dem Rückzug

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Höchst ansteckend

Zehn häufige Reisekrankheiten
Medizin Zehn häufige Erkrankungen auf Reisen Quelle: Fotolia
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Auch heute kann die sogenannte multidrugrestistent TB immer noch tödlich enden. 2011 starben laut Weltgesundheitsorganisation 1,4 Millionen Menschen durch Tuberkulose, 8,7 Millionen steckten sich an. Nach Schätzungen von "Ärzte ohne Grenzen" ist etwa ein Drittel der Weltbevölkerung mit Tuberkulose infiziert.

Die Krankheit ist heimtückisch. Verursacht wird sie durch sogenannte Mykobakterien, die über Tröpfchen von Mensch zu Mensch rasant weitergegeben werden. Schon das Einatmen von Mikrotröpfchen mit nur ein bis drei Erregern ist ansteckend. Am häufigsten befallen die Bakterien die Lungen, doch auch in anderen Organen können sich die Erreger breit machen. Bei der Lungentuberkulose bilden sich kurz nach der Ansteckung kleine Entzündungen in der Lunge, die von Blutabwehrzellen eingeschlossen werden. In diesem Stadium ist die TB nicht ansteckend. Nur zehn Prozent der Erkrankten entwickelt auch eine aktive, offene Tuberkulose.

Die Mykobakterien sind extrem robust und können über Jahre im Körper überleben. Besonders häufig bricht die TB bei Menschen mit einem besonders geschwächten Immunsystem aus, wie bei HIV-Infizierten oder Unterernährten. Und selbst dann ist es nicht einfach, die Symptome richtig zu deuten. Husten, Gewichtsabnahme, Appetitlosigkeit und Erschöpfung werden nicht selten erst als klassische Erkältung eingeordnet. Unbehandelt kann die Krankheit innerhalb von zwei bis fünf Jahren zum Tod führen.

Während sich die geschlossene Tuberkulose stationär behandelt lässt, muss die Krankheit nach Ausbruch aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr stationär angegangen werden. Ein zähes Unterfangen: Die Mediziner setzen bei der Therapie spezielle Antibiotika ein. Dabei werden in der Regel immer Kombinationen aus mindestens drei Präparaten verabreicht. Damit wollen die Ärzte möglichen Resistenzen der Bakterien vorbeugen. Schlägt eines der Präparate nicht an, haben die anderen Medikamente in der Kombianwendung noch eine Chance.

Außerdem wirken die Präparate ganz unterschiedlich. So unterbinden die Antibiotika zum Beispiel, dass sich die Erreger weiter vermehren können. In den meisten Fällen wird die Therapie über einen Zeitraum von sechs Monaten durchgeführt. Sind die Bakterien jedoch besonders robust, kann sie bis zu einem Jahr dauern. Denn die TB-Erreger wachsen sehr langsam, weshalb die Patienten die Antibiotika über einen langen Zeitraum konsequent nehmen müssen, um alle Übeltäter unschädlich zu machen. TB-Bakterien können regelrecht in einen Winterschlaf fallen, und steht der Stoffwechsel der Erreger still, können auch die mit dem Antibiotikum verabreichten Stoffwechselblockierer nicht funktionieren.

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