Neue Supererden Forscher entdecken acht erdähnliche Planeten

Sie könnten potenziell bewohnbar sein: US-Astronomen haben mit dem Weltraumteleskop Kepler gleich acht neue Supererden entdeckt. Zwei davon sind unserer Erde wohl ähnlicher als alle zuvor entdeckten Planeten.

Forscher entdecken erdähnliche Planeten Quelle: dpa

Weltraumforscher und Laien fasziniert vor allem eines gleichermaßen: Ferne Planeten, die der Erde ähnlich sind - und auf denen es potenziell Leben geben könnte. Nun haben US-Astronomen mithilfe des Weltraumteleskops Kepler direkt acht Himmelskörper aufgespürt, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach in bewohnbaren Zonen ihrer Heimatsterne befinden.

Die Wissenschaftler des Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik (CfA) berichteten am Dienstag auf der Tagung der Amerikanischen Astronomenvereinigung AAS in Seattle, dass zwei der entdeckten Planeten die bislang erdähnlichsten bei anderen Sternen seien. Die beiden fernen Himmelskörper sind nur wenig größer als die Erde. Ob einer der Planeten aber tatsächlich bewohnbar ist, wissen die Forscher nicht.

Die Astronomen hatten insgesamt acht ferne Planeten aufgespürt, die sich alle sehr wahrscheinlich in der jeweiligen bewohnbaren Zone ihres Heimatstern befinden, also dort, wo es weder zu heiß noch zu kalt für flüssiges Wasser ist. „Die meisten dieser Planeten haben eine gute Chance, Gesteinsplaneten zu sein wie die Erde“, erläuterte der Hauptautor der Studie, Guillermo Torres vom CfA, in einer Mitteilung des Zentrums.

Raumfahrt-Bilder, die Geschichte schrieben
Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat das bislang farbenprächtigste Porträt des Universums geliefert. Ein neues Panorama der US-Weltraumbehörde NASA schließt erstmals ultraviolettes Licht ein, das normalerweise für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Auf dem Panorama, das aus mehr als 800 Fotos von „Hubble“ erstellt wurde, ist es als helles blau mit drehenden Galaxien zu sehen, die fünf bis zehn Milliarden Jahre alt sind. Insgesamt zeigt das Panorama an die 10.000 mehrfarbige Galaxien. „Hubble“-Astronom Zolt Levay sagte, durch die Hinzufügung von Ultraviolett und Infrarot könne man jetzt das breite Farbenspektrum des Universums „und noch einiges mehr“ sehen. Quelle: Reuters
Im Oktober 2913 schaute die Welt gebannt auf den Österreicher Felix Baumgartner. Der Extremsportler sprang aus 39 Kilometern höhe aus der Stratosphäre zurück auf die Erde. Weitere Bilder und Informationen zum Rekord-Sprung. Quelle: dapd
Zweimal hatte das Raumschiff den Mond schon umkreist, da änderte Kommandant Frank Borman ein klein wenig dessen Ausrichtung - und traute seinen Augen nicht. „Oh Gott! Seht euch dieses Bild da an“, rief er den beiden anderen Astronauten der „Apollo 8“-Mission zu. „Hier geht die Erde auf. Mann, ist das schön!“ Kollege William Anders griff nach einer Kamera, schraubte das längste Objektiv drauf, was er finden konnte, legte einen Farbfilm ein und knipste los. „Ich habe einfach klick-klick-klick-klick-klick gemacht“, erinnerte sich Anders, der am 17. Oktober 80 Jahre alt wird, später. Heraus kam eines der wohl bekanntesten Fotos der Welt: „Earthrise“ (Erdaufgang). Quelle: dpa
Die Crew der Apollo 8 (l-r): James A. Lovell, William A. Anders und Frank Borman in Kap Kennedy (Florida) im November 1968. Es war die zweite bemannte Raumfahrt des amerikanischen Apolloprogramms und der erste bemannte Mond zum Mond. Quelle: dpa
Apollo 11 trat im Jahr 1969 die Reise zum Mond an. Es war die erste Mission die auf dem Erdtrabanten landete und von dort auch wieder zurück zur Erde flog. Neil Armstrong war der erste Mensch auf dem Mond. Quelle: AP
Die Mission hielt die Öffentlichkeit in Atem. Nach dem Abflug besuchte der damalige US-Präsident Richard Nixon die Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin (von links). Die Astronauten befanden sich nach ihrer Rückkehr vom Mond für einige Tage in Quarantäne. Quelle: dpa
Bruce McCanndless war der erste Astronaut, der sich ohne Sicherheitsleine durch das Weltall bewegt hat. Dafür trug er bereits 1984 einen Raketentornister, mit dem er sich selbständig von der Raumstation wegbewegen konnte. Quelle: NASA
1986 mussten Millionen Fernsehzuschauer mit ansehen, wie die Raumfähre Challenger explodierte. Die siebenköpfige Mannschaft kam bei dem Unglück ums Leben. Grund für die Explosion waren defekte Dichtungsringe in einer der seitlichen Wasserstoffraketen. Im Anschluss musste das Space Shuttle Programm der USA vorübergehend eingestellt werden. Quelle: dapd
Im Jahr 2003 erlebt die Amerikanische Raumfahrt die nächste Katastrophe. Die US-Raumfähre "Columbia" zerfällt beim Eintritt in die Atmosphäre in großer Höhe über Nordtexas in mehrere Teile. Alle sieben Astronauten kamen bei dem Unglück ums Leben. Quelle: dpa
Damit stand für den 2005 geplanten Start der Raumfähre "Discovery" nicht nur das Prestige der US-Raumfahrtbehörde NASA auf dem Spiel, sondern auch die Zukunft des bemannten Raumfahrtprogramms der USA. Mehr als zweieinhalb Jahre nach der "Columbia"-Tragödie startet am 13. Juli um 21.51 Uhr (MESZ) erstmals wieder vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ein Spaceshuttle mit sieben Astronauten an Bord. Quelle: REUTERS
Einmal Winken beim Weltraumspaziergang: Der Japaner Soichi Noguchi war einer der ersten Astronauten, der zwischen 2009 und 2010 von der International Space Station regelmäßig Bilder über Twitter verbreitete. Heute machen es ihm etliche Astronauten nach. Zu den atemberaubenden Twitterbildern der ISS-Astronauten. Quelle: dpa/dpaweb
Der Mars-Rover Curiosity der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa schickt als erstmals hochaufgelöste Farbbilder vom Roten Planeten. Was der Rover auf seiner Forschungstour auf dem Mars bereits entdeckt hat. Quelle: dpa

Zwei dieser sogenannten Exoplaneten stellten sich in der statistischen Analyse der Forscher als besonders erdähnlich heraus: Der Himmelskörper mit der Katalognummer Kepler-438b ist nur zwölf Prozent größer als die Erde und mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein Gesteinsplanet. Er umkreist einen roten Zwergstern, der kleiner und kühler ist als unsere Sonne.

Forscher sehen "vielversprechende Kandidaten"

Allerdings umrundet Kepler-438b seinen Stern in so geringer Entfernung, dass er etwa 40 Prozent mehr Licht erhält als die Erde von der Sonne. Dennoch liegt der kleine Exoplanet mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit in der bewohnbaren Zone seines Heimatsterns.

Der Planet Kepler-442b umkreist ebenfalls einen roten Zwergstern und liegt sogar mit 97 Prozent Wahrscheinlichkeit in dessen bewohnbarer Zone. Kepler-442b bekommt nur etwa zwei Drittel soviel Licht wie die Erde von der Sonne und ist etwa ein Drittel größer als unser Heimatplanet. „Wir wissen nicht mit Sicherheit, ob irgendeiner der Planeten in unserer Stichprobe wirklich bewohnbar ist“, unterstrich Ko-Autor David Kipping vom CfA. „Wir können nur sagen, dass sie vielversprechende Kandidaten sind.“ Nun ist weitere Forschung nötig, um die Theorie zu bestätigen oder zu widerlegen. Dies wird allerdings nicht leicht, weil die Planeten gleichzeitig klein und sehr weit entfernt sind.

Astronomen entdecken aktives schwarzes Loch
erwachendes Schwarzes Loch in der Polarring-Galaxie NGC 660 Quelle: dpa
Bereits Ende Februar 2015 hatten Astronomen ein monströses Schwarzes Loch mit der Masse von zwölf Milliarden Sonnen entdeckt. Das Massemonster sitzt im Herz einer aktiven Galaxie, die so hell leuchtet wie 420 Billionen (420.000.000.000.000) Sonnen. Dieser sogenannte Quasar strahlt quer durch fast das gesamte sichtbare Universum zu uns, wie das internationale Team um Xue-Bing Wu von der Universität Peking im britischen Fachblatt "Nature" berichtet. Der Quasar ist nach den Messungen 12,8 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt - sein Licht war also 12,8 Milliarden Jahre zu uns unterwegs. Damit sehen die Astronomen dieses Himmelsobjekt in einer fernen Vergangenheit, als das Universum erst 900 Millionen Jahre alt war. Damals endete in etwa das sogenannte Dunkle Zeitalter mit dem Aufflammen der ersten Sterne. Unklar ist, wie in der vergleichsweise kurzen Zeit vom Urknall bis zu dieser kosmischen Dämmerung ein so massereiches Schwarzes Loch entstehen konnte. Quelle: dpa
 Das Handout der Zeitschrift «NATURE» zeigt eine Illustration eines schwarzen Loches in einem Kugelsternhaufen. Quelle: dpa
Ein vom US-Weltraumteleskop «Wise» zusammengesetzes Bild des Himmels zeigt neu entdeckte Galaxen markiert als lila Punkte. Quelle: dpa
Eine Illustration zeigt die Vorstellung eines Künstlers vom Quasar 3C 279 Quelle: dpa
Shown above is an artist's concept of matter swirling into a supermassive black hole. Quelle: REUTERS
A supermassive black hole at the heart of the Milky Way Quelle: REUTERS
Das Foto zeigt eine von zwei Galaxien (M), die unserer Milchstraße entsprechen, mit ihren beiden Begleitern (kleine Kreise). Quelle: dpa

Ihre Entfernung zu uns ist kaum vorstellbar: Kepler-438b ist 470 Lichtjahre von der Erde entfernt, Kepler-442b sogar 1100 Lichtjahre, das sind gut 10 Billiarden Kilometer. Zum Vergleich: Der nächste Stern unseres Sonnensystems ist Proxima Centauri mit rund 4 Lichtjahren Entfernung. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht rund 9,5 Billionen Kilometern. Von der Sonne braucht das Licht etwa 8 Minuten zur Erde.

Die beiden zuvor erdähnlichsten Exoplaneten sind nach Angaben der Forscher 10 beziehungsweise 40 Prozent größer als die Erde, bekommen jedoch nur 32 beziehungsweise 41 Prozent soviel Licht. Insgesamt haben Astronomen schon über 1800 Exoplaneten registriert, viele davon sind aber unbewohnbare Gasriesen.

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