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Perseverance Nasa schickt ihren cleversten Rover zum Mars

So soll der Marsrover Perseverance auf dem roten Planeten unterwegs sein. Quelle: via REUTERS

Als dritte Marsmission in diesem Sommer startet am Donnerstag der Nasa-Rover Perseverance ins All. Der Roboter soll nicht nur Gestein sammeln und Material für Raumanzüge testen, sondern hat auch einen Helikopter und Grüße von der Erde im Gepäck.

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Nach acht erfolgreichen Mars-Landungen schickt die Nasa an diesem Donnerstag ihren stärksten und intelligentesten Rover auf den Weg zum Roten Planeten. Das Raumfahrzeug Perseverance ist mit der neuesten Landetechnik ausgestattet und trägt mehr Kameras und Mikrofone als alle anderen Rover zuvor, um den Mars optisch wie akustisch einzufangen. Die superkeimfreien Probenrohre für Gestein, das Hinweis auf mögliches früheres Leben auf dem Mars geben soll, sind die saubersten Geräte, die jemals in den Weltraum geschickt wurden. Auch ein Helikopter wird ins All mitgenommen und soll auf dem Mars Testflüge absolvieren.

Es ist die dritte und letzte Marsmission in diesem Sommer - nachdem bereits die Raumsonde „Hoffnung“ der Vereinigten Arabischen Emirate und das chinesische Raumschiff „Fragen an den Himmel“ mitsamt Marsroboter gestartet sind. Perseverance soll am Donnerstagmorgen (Ortszeit) von Cape Canaveral in Florida starten und kommenden Februar die 480 Millionen Kilometer lange Reise zum Mars zurückgelegt haben.

Nasa-Chef Jim Bridenstine sieht die Mission aber nicht als Konkurrenzkampf. „Natürlich freuen wir uns über andere Missionen, die uns mehr Forschung bringen als je zuvor“, sagte Bridenstine am Montag. „Wir sind gespannt darauf, was sie entdecken werden.“

Curiosity als Vorbild

Perseverance (auf Deutsch: Beharrlichkeit) ist so groß wie ein Pkw, fährt auf sechs Rädern und ist im Grunde eine Kopie des Nasa-Roboters Curiosity, der sich seit 2012 auf dem Mars befindet. Allerdings ist Perseverance technisch besser ausgestattet und schwerer. Sein zwei Meter langer Roboterarm kann kräftiger zugreifen und besitzt einen größeren Bohrer, um Gesteinsproben zu sammeln. Am Rover sind 23 Kameras angebracht, die meisten für Farbbilder. Weitere zwei Kameras sitzen an dem mitreisenden Helikopter Ingenuity (auf Deutsch: Einfallsreichtum).

Die Kameras werden die ersten Bilder des Fallschirms zeigen, der sich auf dem Mars öffnet, zwei Mikrofone lassen die Erdbewohner dabei mithören. Der Jezero-Krater, in dem sich einst ein Flussdelta und ein See befanden, ist der bislang gefährlichste Landeplatz für die Nasa. Doch die selbststeuernden Systeme des Raumfahrzeugs, so die Hoffnung, werden das Geröll und die Klippen umschiffen. Perseverance besitzt außerdem mehr Fahrkapazitäten und kann so eine größere Oberfläche befahren als Curiosity. Dies alles hat aber auch seinen Preis: Die Mission kostet fast drei Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro).

Proben vom Mars

Perseverance soll in Gestein bohren, in dem es am wahrscheinlichsten Anzeichen für früheres Leben auf dem Roten Planeten geben könnte. Die Proben bleiben auf dem Mars, bis der nächste Rover landet. 43 Probenrohre befinden sich an Bord von Perseverance. Jedes ist akribisch gereinigt und erhitzt worden, um alle irdischen Mikroben zu entfernen.

Die Nasa möchte vermeiden, dass organische Moleküle von der Erde die Proben vom Mars verunreinigen. Jedes Röhrchen kann 15 Gramm an Bohrkernproben aufnehmen, insgesamt soll später ein halbes Kilo an Material zur Erde zurückkehren. Die Nasa hofft, dass die dazugehörige Mission 2026 starten kann und die Proben bis 2031 auf der Erde sind - frühestens.

Helikopter-Testflug

Am Bauch von Perseverance hängt auf dem Flug zum Mars der 1,8 Kilogramm schwere Helikopter Ingenuity. Einige Monate nach der Landung soll er versuchen, sich selbstständig in Bewegung zu setzen. Sobald er auf die Marsoberfläche aufkommt, soll Ingenuity wie ein junger Vogel nach und nach immer höher und weiter fliegen. Zu Beginn soll er sich drei Meter in die extrem dünne Atmosphäre erheben und bis zu zwei Meter vorankommen. „Das ist so ein Moment wie bei den Gebrüdern Wright“, sagt Projektleiterin MiMi Aung. Ihr bleibt ein Monat, um so viele Testflüge wie möglich zu starten, bevor der Rover sich dringenderer geologischer Arbeit zuwenden muss. In Zukunft könnten vielleicht Helikopter für Astronauten oder sogar Roboter entferntere Regionen auf dem Mars auskundschaften.

Nutzen für die Menschheit

Neben dem Helikopter bringt Perseverance noch andere Experimente zum Mars, die künftigen Astronauten nutzen könnten. Ein Gerät von der Größe einer Autobatterie etwa soll Kohlendioxid aus der Atmosphäre in Sauerstoff umwandeln, der essenziell für Raketenantrieb und Atemsysteme ist. Ein anderes Instrument, das Steine mit Laserstrahlen beschießt und so organische Moleküle und Mineralien identifizieren soll, trägt zugleich verschiedene Materialstücke für Raumanzüge. Die Nasa will wissen, wie es der unwirtlichen Umgebung auf dem Mars standhält.

Frühestens in den 2030er-Jahren, schätzt die Raumfahrtorganisation, werden Astronauten zum Roten Planeten aufbrechen.

Mitbringsel von der Erde

Ein paar Meteoriten vom Mars kehren endlich nach Hause zurück - oder zumindest Splitter von ihnen, die den Laserschuss-Geräten an Bord der Perseverance als Kalibrierungsziele dienen sollen. Mit dabei sind auch Siliziumchips, auf denen die Namen von fast 11 Millionen Menschen stehen, die sich dafür angemeldet haben, ebenso wie eine schmale Plakette, auf der Erde, Sonne und Mars zu sehen sind, wobei die Sonnenstrahlen die Botschaft „Gemeinsam erkunden“ als Morsezeichen enthalten. Eine weitere Tafel ehrt die Mediziner, die gegen die Corona-Pandemie kämpfen. Das Virus hindert Hunderte von Wissenschaftlern und andere Mitarbeiter daran, zum Start nach Cape Canaveral zu reisen.

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