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Private Raumfahrt Kosmonaut prophezeit Touristenansturm im All

Unternehmen in der ganzen Welt tüfteln derzeit an Raumschiffen um Touristen ins All zu bringen. Der russische Kosmonaut Sergej Wolkow rechnet mit einem Touristen-Ansturm in den Weltraum - er hält gar Mondreisen und ein Hotel im Orbit in der Zukunft für möglich.

Die Raumfahrtträume eines Milliardärs
Microsoft-Mitgründer Paul Allen will die Raumfahrt revolutionieren. Er plant den Bau des bisher größten Flugzeuges auf der Welt, von dem aus Satelliten oder auch Raumfahrzeuge gestartet werden sollen. Quelle: dapd
Die Raumfahrzeuge sollen von dem Flugzeug-Giganten in 10.000 Meter Höhe gebracht werden. Dort erfolgt dann der Start ins All. Quelle: dapd
In den Flugzeugriesen sollen sechs Boeing-747-Triebwerke eingebaut werden. Das Gewicht wird bei 544 Tonnen liegen, die Flügelspannbreite bei 116 Metern. Quelle: dapd
Zum Start und zur Landung benötigt das Flugzeug eine 3,65 Kilometer lange Bahn.
Allens Unternehmen Stratolaunch arbeitet bei der Konstruktion der Maschine mit dem legendären Flugzeugdesigner Burt Rutan (l.) zusammen. Quelle: dapd
Beide hatten bereits bei der Entwicklung des SpaceShipOne kooperiert, das es 2004 als erstes privat gebautes bemanntes Fahrzeug in den Erdorbit schaffte. Quelle: ap
Der erste Flug der Maschine sei innerhalb der nächsten fünf Jahre geplant, so Allen.

Die kommerzielle Raumfahrt ist bisher eine Spielwiese von Superreichen. Nach Ansicht des russischen Kosmonauten Sergej Wolkow wird ein Urlaub im All bald aber viel mehr Besuchern möglich sein. „Falls es genug Profit abwirft, können wir in naher Zukunft eine Welle von Touristen erwarten, und vielleicht ein Hotel in der Erdumlaufbahn, aus dem Gäste die Erde betrachten können“, sagte Wolkow im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Auch Urlaubsausflüge auf den Mond will er nicht ausschließen. „Alles ist möglich, es hängt nur vom Markt ab“, ist der Kosmonaut überzeugt.

Die Raumfahrt werde eine ähnliche Entwicklung einschlagen wie die Schifffahrt. „Vor langer Zeit war es eine große Sache, den Ozean zu überqueren. Heutzutage muss man kein professioneller Seemann mehr sein, sondern nur Tourist“, sagte Wolkow. Regierungen weltweit hätten viel Geld in die Raumfahrtforschung investiert - Privatunternehmen könnten diese Technologien nun nutzen, erklärte Wolkow.

Die zwölf Männer auf dem Mond

Sergej Wolkow arbeitet im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum bei Moskau, wo sich Weltraumbesucher auf die Reise ins All vorbereiten. Als erster Tourist im Weltraum ist Dennis Tito im Jahr 2001 für rund 20 Millionen Dollar (15 Millionen Euro) zur Internationalen Raumstation ISS geflogen, seitdem haben sechs weitere Gäste für enorme Summen die Station besucht. „Ich glaube, früher oder später können wir ein Raumschiff bauen, dass groß genug ist, um mehr als ein oder zwei Gäste dorthin zu befördern“, sagte Wolkow. Für einen Ausflug zur ISS sei kein aufwendiges Training nötig. „Für ein paar Tage auf der Raumstation muss man nur wissen, wie man mit der Schwerelosigkeit umgeht, wie man isst, aufs Klo geht und den Raumanzug benutzt.“

In Arbeit
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Ihm ist aber wichtig, dass sich die Gäste im All sinnvoll beschäftigen. „Wenn Weltraumtouristen fliegen, bedeutet das, dass ein professioneller Astronaut zu Hause bleiben muss, denn die Plätze sind begrenzt“, sagte Wolkow. Die Urlauber im All dürften daher nicht nur dort sein, um Spaß zu haben und Zeit zu verschwenden. „Aber wenn sie wissenschaftlich arbeiten, ist das okay.“ Der Kosmonaut war bisher dreimal auf der ISS und kann die Begeisterung für Weltraumreisen verstehen: „Du bist schwerelos, und wenn du dich der Station näherst, siehst du, wie sie größer und größer wird. Dann ist es kaum zu glauben, dass Menschen fähig waren, das zu bauen.“

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