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Private Raumfahrt sucht ihren Weg Sponsoren für den Markt mit dem Mond gesucht

Während der Mars-Rover “Curiosity” seit Wochen für positive Schlagzeilen für die Nasa und damit für die staatliche Raumfahrt sorgt, arbeiten private Unternehmen immer noch an einer Reise zum Mond. Sie kämpfen vor allem um Geld für diese kostspielige Mission. Dabei stecken so viele Möglichkeiten im Markt mit dem Mond.

Die Meilensteine der bemannten Raumfahrt
Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumanzug kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug. Quelle: dpa
Satellit mit Namen Sputnik Quelle: dpa
Mit der Hündin "Laika" fliegt in Sputnik 2 das erste Lebewesen in eine Erdumlaufbahn. Sie stirbt nach wenigen Tagen, Foto: AP Quelle: AP
John Glenn umrundet als erster Amerikaner die Erde Quelle: Reuters
Der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow verließ sein Raumschiff und schwebte als erster Mensch im Weltraum, Foto: Nasa Images Quelle: Presse
Neil Armstrong auf dem Mond Quelle: NASA
astronaut Eugene Cernan auf dem Mond Quelle: REUTERS

40 Jahre ist es her, dass der jüngst verstorbene amerikanische Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch der Welt den Mond betreten hat. Während der gesamten Apollo-Mission zwischen 1969 und 1972 schickte die amerikanische Weltraum-Behörde Nasa zwölf Menschen in sechs Missionen auf den Mond. Hätte man damals die Bevölkerung der westlichen Staaten gefragt, wie weit die Raumfahrt in den nächsten zehn Jahren sein wird, wäre es vermutlich vielen wahrscheinlich erschienen, dass zumindest touristische Mondfahrten zwar teuer, aber normal werden würden. Auf die gleiche Frage würden die Menschen heute nur mit dem Kopf schütteln.
Zwar sorgt der Mars-Rover Curiosity in den vergangenen Wochen dank gutem Nasa-Marketing für positive Nachrichten, doch davon einmal abgesehen, hat sich in der Raumfahrt-Forschung in den vergangenen Jahrzehnten relativ wenig getan. “Es geht nur sehr langsam voran. In kaum einer Branche sind Ingenieure so frustriert, wie in der Raumfahrt”, ist sich Robert Böhme sicher. Im Juni 2009 gründete der junge Ingenieur eine Firma, mit der er die Reise zum Mond auf privatem Weg meistern will.

Die zwölf Männer auf dem Mond

Anschub für dieses Vorhaben bietet der Google Lunar X Prize. In der Ausschreibung fordert der Internetgigant private Unternehmen auf, einen Roboter auf den Mond zu schicken und von dort Foto- und Videomaterial zu liefern. 20 Millionen US-Dollar erhält das nicht-staatliche Unternehmen, das diese Mission zuerst erfüllt und außerdem noch fünfhundert Meter auf dem Erdtrabanten zurücklegt.
Allein das Geld war für Robert Böhme Ansporn genug mit sechs Leuten in diese Mission zu starten. “Part-Time Scientists” taufte sich die kleine Gruppe aus der nur Monate später das Unternehmen “Part-Time Scientists GmbH” entstand, die noch als einziges deutsches Team an dem Wettbewerb teilnimmt. Über 100 Wissenschaftler arbeiten hier inzwischen an der ersten rein privaten Mondlandung. Dabei gehen die Forscher neue Wege abseits staatlicher Restriktionen. Bis Ende 2015 wollen sie mit ihrem Roboter auf dem Mond gelandet sein.

Curiosity kommt in die Jahre
März 2017Curiosity hat inzwischen deutliche Abnutzungsspuren. Ein Routine-Check der Reifen im März zeigt, dass es am linken mittleren Reifen zwei Brüche der sogenannten Stege im Profil gibt. Der Rover hat während seiner Reise über den Roten Planeten inzwischen etwa 16 Kilometer zurückgelegt. Curiosity-Projektmanager Jim Erickson sagte, alle sechs Reifen hätten trotz der sichtbaren Schäden noch genug Lebenszeit, um den Rover zu allen geplanten Orten zu bringen. Die regelmäßige Überwachung der Reifen wurde eingeführt, nachdem die Forscher im Jahr 2013 deutlich mehr Dellen und Löcher in den Rädern entdeckt hatten, als erwartet worden war. Tests auf der Erde hatten gezeigt, dass der Bruch von drei Stegen zeigt, dass etwa 60 Prozent der Lebenserwartung des Reifens erreicht sind. Curiosity hat aber bereits deutlich mehr als diesen Anteil an der geplanten Strecke zurückgelegt. Quelle: NASA/JPL-Caltech/MSSS
US-Präsident Barack Obama verlässt das Weiße Haus - und auch Curiosity verabschiedet sich. Quelle: Screenshot
Mars: Curiosity untersucht Meteoriten Quelle: NASA, JPL-Caltech, LANL, CNES, IRAP, LPGNantes, CNRS, IAS, MSSS
September 2016Die Kuppen und herausstehenden Felsen aus Schichtgestein am Mount Sharp entstanden wohl aus von Wind abgelagertem Sand. Sie erinnern stark an Wüstenlandschaften auf der Erde, etwa im Grand Canyon oder dem Monument Valley. Quelle: NASA
September 2016Der Rover sendet neue Fotos vom Mars: Im Hintergrund der Aufnahme ist der Rand des Gale-Kraters zu sehen, in dem Curiosity seit 2012 aktiv ist. Geologisch ist die Region besonders interessant, da sie die Untersuchung zahlreicher Gesteinsschichten ermöglicht. Der etwa fünf Kilometer hohe Mount Sharp liegt in der Mitte des Gale-Kraters. Quelle: NASA
Juli 2016Curiosity kann jetzt seine eigenen Ziele für die Laser-Analyse auswählen. Bisher wurden diese von der Erde aus anhand von Fotos ausgewählt. Die Wissenschaftler auf der Erde werden dadurch aber nicht ersetzt: Die neue Funktion soll vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn die Nasa-Forscher anderweitig beschäftigt sind. Curiosity sendet auch nicht ständig Bilder, sondern am Ende seiner Wegstrecken. Bisher könnten wichtige Objekte auf Fahrten daher übersehen worden sein. Quelle: NASA
Curiosity: Mars hatte wahrscheinlich einst eine sauerstoffreiche Atmosphäre Quelle: dpa

“Ich fand die Idee sofort reizvoll mit ganz neuer Technologie, einen Mond-Rover zu bauen. Heute ist viel mehr möglich als noch zu Apollo-Zeiten”, sagt Team-Leiter Böhme und merkt an, dass das nicht mal sonderlich neue iPhone 3GS das 64-fache der Rechenleistung des Apollo-Programms aufweist. Inzwischen ist ein kleiner Roboter entstanden. 90 Zentimeter lang, 70 Zentimeter breit und 50 Zentimeter hoch ist er, bringt 29 Kilogramm auf die Waage und trägt auf dem Rücken eine Platte aus Solarzellen. “Asimov Jr. R3A” heißt er getauft, nach dem russisch-amerikanischen Biochemiker und Science-Fiction-Schriftsteller Isaac Asimov.

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