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Private Raumfahrt sucht ihren Weg Sponsoren für den Markt mit dem Mond gesucht

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Sponsorensuche per Crowdfunding

Das private Unternehmen Part Time Scientists arbeitet daran, einen unbemannten Roboter auf dem Mond zu schicken. Quelle: dpa/dpaweb

Das Szenario, dass die Wirtschaft dem Staat die Last abnimmt und so wieder Fortschritt möglich ist, ist nicht neu. Zwei Beispiele sind der Luftverkehr, der Jahrzehnte lang dem Militär vorbehalten war. Kaum stieg die Nachfrage nach neuen Transportmitteln, stieß die Privatwirtschaft in diese Domäne vor. Ähnliches sieht es bei Tiefsee-U-Booten aus. Bis Ende der 90er Jahre gab es keine zehn U-Boote, die tiefer als 5000 Fuß tauchen konnten. Mit der Erschließung von Erdöl im Meer änderte sich das schlagartig. Bei beiden Beispielen wurden kritische Stimmen im Vorfeld laut. Der Staat würde zu viel Wissen und Kontrolle in private Hände geben. So auch dieses Mal.

Dennoch werden die raumfahrenden Staaten kaum mehr Geld in die Weltraumforschung stecken können. Die Hoffnung für Weltraumforschung liegt auf den Schultern der freien Wirtschaft. Das wusste auch NASA-Chef Charlie Bolden, als er im Mai um das Engagement auch deutscher Unternehmen für seine Mars-Mission warb.

Mario Kulczynski Quelle: PTS Alex Adler

Ähnlich geht es nun den Part Time Scientists. “Wir sind momentan in der Investitionsphase”, sagen sie. Die nächste Finanzspritze wird für endgültige Tests benötigt, die zeigen, wie mondfähig der kleine Roboter Asimov wirklich ist. Dafür versuchte sich das junge Team Mitte des Jahres sogar im Crowdfunding über die amerikanische Plattform Kickstarter. 100.000 US-Dollar wollten sie einspielen, am Ende sind es immerhin 28.758 US-Dollar geworden. Leider nicht genug, so dass dieser Versuch scheiterte. Einen zweiten Anlauf wollen die Wissenschaftler nun auf einem anderen Portal starten, auf dem auch deutsche Zahlungsmittel akzeptiert werden.

Robert Böhme Quelle: PTS Alex Adler

Außerdem präsentieren Böhme und sein Team ihre technischen Fortschritte, die auch abseits der Raumfahrt einen Abnehmer finden könnten, auf Messen - in der Hoffnung auf diesem Weg Geld zu verdienen. Vor allem im Bereich der Kameratechnologie und Sensorik haben die Wissenschaftler neue Produkte entwickelt. Die Nachfrage für High-Tech-Lösungen sei auf dem Markt vorhanden.

Nicht am Rockzipfel des Staates hängen
“Wir wollen kein Rockzipfel einer staatlichen Mission sein” sagt Mario Kulczynski. Damit unterscheiden sich die Deutschen von ihren härtesten Konkurrenten im Kampf um die 20 Millionen Dollar von Goolge. “Die chinesische Regierung unterstützt das Barcelona Moon Team finanziell. Und auch die Amerikaner stehen hinter drei vermeintlich privaten Unternehmen, die alle ihren Sitz bei der Nasa haben und an dem Wettbewerb teilnehmen”, sagt Robert Böhme. 30 Millionen US-Dollar soll die amerikanische Konkurrenz schon aus den staatlichen Töpfen der Nasa erhalten haben. “Bei uns arbeiten viele ehrenamtlich mehr als 30 Stunden in der Woche”, sagt Mario Kulczynski.

Forschung



Wie schwierig es werden wird, einen Investor für die private Reise zum Mond zu finden, wissen auch die jungen Wissenschaftler. “Der Mond ist eine harte Nuss”, sagt Mario Kulczynski. “Er hat nicht wie der Mars eine Atmosphäre. Das macht die Mond-Expedition abstrakter und bisher weniger interessant für Investoren.” Dennoch bleibt das Team optimistisch. “Sobald eine wirtschaftliche Nachfrage da ist, werden Ressourcen frei”, sagt Robert Böhme. Gäbe es einen Finanzspritze aus der Wirtschaft für Böhme und sein Team, würde das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt weitere Hilfe und technische Unterstützung leisten wollen. Im Moment sind ihnen jedoch die Hände gebunden. "Wir haben Großteile der Technologie hier in Deutschland in der Industrie und Forschung und würde Sie gerne in einer wirklichen Flugmission einsetzen", sagt Armin Wedler vom Institut für Robotik und Mechatronik vom DLR.

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