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Produktion Druck dir deine Welt

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Der 3-D-Druck läutet eine neue Produktionszeitalter ein

Fliessende Formen

Mit atemberaubender Geschwindigkeit erobert die Technik quer durch die Industrie immer weitere Einsatzfelder: Lampenschalter, Hüftimplantate, Fahrräder, Musikinstrumente, Autokarosserien oder Flugzeugbauteile kommen aus dem Drucker, neuerdings sogar künstlich erzeugte Blutgefäße.

Es ist ein gewaltiger Wandel. Denn die Technik beendet ein jahrhundertealtes Prinzip. Ob Steinzeitjäger, mittelalterlicher Bildhauer oder Konzern-Designer: Stets haben sie Werkstück-Rohlinge zurechtgeschliffen, geschnitten oder gestanzt. So blieb am Ende – neben einem Haufen Verschnitt – das gewünschte Produkt übrig. Subtraktive Fertigung heißt dieser höchst ineffiziente Prozess.

Massiver Körper aus Pulver

Beim 3-D-Druck geschieht das Gegenteil: Kunststoffe, Glas, Keramik, Stahl oder Edelmetalle werden zu einem Werkstück zusammengeklebt, geschmolzen oder gebacken. Die Drucker setzen dabei nur so viel Material ein, wie für das Produkt tatsächlich benötigt wird. Abfall entsteht praktisch nicht mehr.

Im Wesentlichen nutzen Forscher, Entwickler und Ingenieure dafür vier verschiedene Verfahren: Entweder erzeugen die Drucker mikrometerdicke Materialschichten mit geschmolzenem Kunststoff oder mit Gips, der mit Bindemittel fixiert wird. Alternativ lässt fokussiertes UV-Licht bei der Stereolithografie flüssiges Kunstharz dort aushärten, wo der Lichtstrahl auf die Oberfläche trifft. Oder aber ein Laserstrahl schmilzt beim Laser-Sintern zu Pulver zermahlene Werkstoffe in mikrometergroßen Schritten zu massiven Körpern zusammen.

Privat Lampen drucken

Gershenfeld war einer der ersten Wissenschaftler, der das Potenzial der Technologie erkannte und in Büchern beschrieb. Etwa die neuen Möglichkeiten des Handels: Interessiert sich ein Europäer für die Lampe eines australischen Designers, muss er sie im Zeitalter von 3-D-Druck nicht mehr um die halbe Welt transportieren lassen. Der Designer schickt nur noch die Konstruktionsdaten per E-Mail, mit denen der Kunde die Lampe selbst drucken kann. Für Gershenfeld ist klar: „3-D-Druck wird Industrie und Handel komplett umkrempeln“.

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