WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Produktion Druck dir deine Welt

Seite 4/7

Lohnende Investition bei geringen Stückzahlen

Cybervelo Quelle: Presse

„Wie viel vernünftiger wäre es da, Stützen oder Streben nur noch dort entstehen zu lassen, wo man sie braucht“, sagt EADS-Ingenieur Dalle Donne. Mit seinem Team arbeitet er daher auch daran, geeignete Speziallegierungen zu finden, die sich erst zu Metallpulver verarbeiten und dann per Laserstrahl zu komplexen, robusten Bauteilen zusammenschweißen lassen.

Der Flugzeugbauer Boeing schlägt einen ähnlichen Kurs ein wie der europäische Rivale. Das US-Unternehmen hat per 3-D-Druck Zehntausende bereits komplex geformter Kunststoffkanäle hergestellt, die in Militärmaschinen den Luftstrom zu Triebwerken und Aggregaten leiten.

Und es sind längst nicht mehr nur Weltkonzerne wie EADS oder Boeing, die mit dem dreidimensionalen Druck Innovationen vorantreiben. Auch mittelständische High-Tech-Unternehmen wie Festo aus Esslingen machen mit der Technik inzwischen undenkbar Scheinendes denkbar.

Neue Technik für die Industrie

Wie jenen an einen Elefantenrüssel erinnernden Kunststoffarm, den die Ingenieure des schwäbischen Spezialisten für Industrieautomatisierung entwickelt und per 3-D-Druck gebaut haben: Wie von Geisterhand gesteuert, windet sich der Greifer an der Spitze um Ecken oder in Fugen und ist dort in der Lage, Gegenstände zu packen. Erst bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass die einzelnen ineinander beweglichen Glieder des Arms nahtlos miteinander verbunden sind.

„Eine derart flexible, leichte und zugleich stabile Konstruktion wird erst durch die neue Technik möglich“, sagt Klaus Müller-Lohmeier. Er leitet den neuen Geschäftsbereich Fast Factory bei Festo, der die innovative Produktionstechnik industriell nutzbar machen soll. Unter anderem entwickelt und fertigt Festo dort bereits räumlich gedruckte Bauteile und Komponenten für Kunden oder das eigene Haus. Das soll den Schwaben helfen, neues, zukunftsträchtiges Geschäft zu erschließen.

Selbstgemachte Prototypen

Denn traditionell stellt Festo Bauteile in großen Stückzahlen her. „Mit der additiven Fertigung dagegen arbeiten wir nun auch bei Serien von einigen Hundert Stück profitabel“, sagt Müller-Lohmeier. Je kleiner die Stückzahl und je komplizierter das gewünschte Bauteil geformt sei, desto eher rechne sich der 3-D-Druck. Aber selbst bei Mengen von 12 000 Stück sei die 3-D-Produktion mitunter schon wirtschaftlicher gewesen als die herkömmliche Fertigung von Spritzgussteilen. Schließlich senke der Verzicht auf die 20 000 bis 30 000 Euro teuren Formen bei Kleinserienteilen die Kosten pro Bauteil um rund die Hälfte, rechnet Müller-Lohmeier vor.

Und weil Festo auch die Prototypen seiner Bauteile inzwischen fast immer selbst druckt, sinken auch die Kosten für die bisher extern gefertigten Teile: „Lag das Budget vor wenigen Jahren noch bei mehreren Hunderttausend Euro im Jahr, kommen wir heute mit wenigen Tausend Euro aus“, sagt Festo-Mann Müller-Lohmeier.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%