WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Produktion Druck dir deine Welt

Seite 6/7

Zwischen Nachbildung und Fälschung

Kistenproduktion Quelle: Presse

3-D-Drucker für Privatkunden kommen vorwiegend aus den USA. Hier dominieren Hersteller wie Stratasys und 3D Systems das Feld. Das Geschäft mit High-End-Maschinen dagegen, die Werkstücke mithilfe von Laserlicht oder UV-Strahlen aus Metallpulver oder speziellen Flüssigkunststoffen erzeugen, ist größtenteils in deutscher Hand. „Vergangenes Jahr stammten zwei Drittel aller weltweit verkauften Maschinen für Laserschmelz-Technik aus deutscher Produktion“, so Marktforscher Wohlers.

Mit gut 40 Prozent Marktanteil größter Anbieter ist EOS Electro Optical Systems aus Krailling bei München. Ein weiteres Viertel des Weltmarktes bestückten die Unternehmen Concept Laser aus dem oberfränkischen Lichtenfels, Realizer aus Borchen in Ostwestfalen sowie SLM Solutions aus Lübeck.

iPhone-Halter in Serie

Die Entwicklung bietet jede Menge wirtschaftliche Chancen – nicht nur für die Hersteller der Drucker selbst. Die beiden New Yorker Designer Tom Gerhardt und Dan Provost etwa haben einen ebenso nützlichen wie simplen iPhone-Halter Glif entwickelt. Damit lässt sich das Multimedia-Handy problemlos zum Fotografieren auf ein Stativ montieren. Zugleich dient der Halter als Stütze, um das Gerät beim Lesen von Texten oder bei Videotelefonaten leicht geneigt auf den Tisch zu stellen.

Co-Designer Gerhardt erinnert sich an die Anfänge seines Unternehmens: „Wir haben erst einen Versuchsballon gestartet und die ersten 500 Stück per 3-D-Druck hergestellt.“ Dadurch blieben ihnen zunächst die Kosten der Massenproduktion erspart. Erst als die Nachfrage groß genug war, stellten die beiden Gründer auf Serienproduktion um.

Ersatzteile für Oldtimer

Längst begeistert die Technik auch immer mehr Privatleute: Einer der prominentesten ist der amerikanische Late-Night-Talker Jay Leno. Mit seinem 3-D-Drucker baut der Oldtimer-Fan bei Bedarf seltene Ersatzteile für seine Modelle selbst. „Ob Lampenschalter oder Lüftungsgitter, mitunter gibt es Bauteile, die kriegst du nicht mal mehr auf Sammler-Börsen“, sagt Leno. „Jetzt scanne ich sie ein und drucke sie einfach nach.“

Den Service übernehmen auf Wunsch auch 3-D-Druckanbieter wie Shapeways, Sculpteo, i.materialise, Rapidobject, Ponoko oder Fabberhouse. Diese Copy-Shops der Zukunft drucken so ziemlich alles – egal, ob es sich um einen selbst entworfenen Ring, fehlende Legosteine, eine Kaffeetasse oder die Kopie einer zerbrochenen Rucksackschnalle handelt. Einzig bei fälschungsgefährdeten Gegenständen wie etwa Kopien von Münzen verweigern die Dienstleister den dreidimensionalen Nachdruck.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%