Quantensprung Award Doping für Ideen

Besserer Musikgenuss selbst mit Billigkopfhörern, günstige Häuser aus Schaum für Flüchtlinge, bequeme Urintests im eigenen Bad, keine endlosen Warteschleifen mehr beim Anruf im Call Center – all diese Ideen haben jetzt WirtschaftsWoche und Postbank mit dem Quantensprung Award prämiert.

Die Verleihung der Awards fand am 20. Juni in Berlin statt. Quelle: Dirk Hansen für WirtschaftsWoche

Die vier Start-ups Mimi Hearing Technologies, PMFH UG, virtualQ und Medipee erhielten ihre Auszeichnungen im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Berliner Ewerk. Die mit erfahrenen Managern, Unternehmern und Wissenschaftlern besetzte Jury hat Projekte ausgewählt, die sich in einer sehr frühen Phase befinden und deren Geschäftsmodell kurz vor dem Durchbruch steht.

Die Preise wurden in vier Kategorien vergeben. So hat die Jury das Berliner Start-up Mimi Hearing Technologies in der Kategorie „Digitale Dienstleistungen“ ausgezeichnet. Es hat eine Smartphone-App entwickelt, die das Hörvermögen des Nutzers analysiert – und dann die Schwächen des Gehörs bei der Wiedergabe von Musik individuell ausgleicht. Selbst Billig-Kopfhörer klingen so besser. Die Musik kann leiser wiedergegeben werden, was die Ohren vor Schäden bewahren soll.

In der Kategorie „Gesellschaft“ siegte die Düsseldorfer PMFH UG um Gründer Andreas Mohr. Er hat Wohnhäuser aus (Bau-)Schaum entwickelt, die sich innerhalb weniger Stunden aufbauen lassen, dennoch aber langlebig und wetterfest sind. Sie sollen Flüchtlingen in Krisenregionen Unterkunft bieten. Mit der Technik lassen sich aber auch temporär nutzbare Gebäude etwa auf Messen errichten.

Die feierliche Verleihung in Berlin
Die Initiatoren des Quantensprung Award, Frank Strauß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Postbank (links), und Frank Dopheide, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Handelsblatt. Im Gespräch mit Moderatorin Esther Sedlaczek erläutern sie das Konzept des Preises: Idee auszuzeichnen, die noch vor dem Durchbruch stehen. Quelle: Dirk Hansen für WirtschaftsWoche
Professor Nicolas Burkhardt, Gründer und Geschäftsführer der Kopfspringer GmbH, erläutert die Auswahlkriterien der Jury. Quelle: Dirk Hansen für WirtschaftsWoche
Lea Lange, Geschäftsführerin von Juniqe, einem Online-Marktplatz für Kunst, hielt die Laudatio auf Thomas Prokopp, den Gründer von Medipee, der mit seinem Urintest in der Kategorie „Technologie“ siegte. Quelle: Dirk Hansen für WirtschaftsWoche
Laudator Martin Back, Managing Director Finance beim Gebäudeautomatisier Kieback & Peter, und Anika Baumann, Marketing-Chefin von virtualQ, das mit seiner Software für Callcenter in der Kategorie „Geschäftsprozess“ einen Preis erhielt. Quelle: Dirk Hansen für WirtschaftsWoche
Frank Dopheide, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Handelsblatt, zeichnete in der Kategorie „Gesellschaft“ Andreas Mohr, Gründer von PMFH, für seine Flüchtlingsunterkünfte aus Bauschaum aus. Quelle: Dirk Hansen für WirtschaftsWoche
Pascal Werner, Mitgründer von Mimi Hearing Technologies, und Bernd Kopin, ebenfalls Gründer von Mimi Hearing, erhielten ihren Preis in der Kategorie „Digitale Dienstleistungen“ von Postbank-Vorstand Ralph Müller. Quelle: Dirk Hansen für WirtschaftsWoche
Die Verleihung der Quantensprung Awards klang mit einem festlichen Dinner im Berliner E-Werk aus. Quelle: Dirk Hansen für WirtschaftsWoche

Viele Kunden sind verärgert, wenn sie bei einem Anruf im Callcenter lange warten müssen. Daher hat das Berliner Softwareunternehmen virtualQ, Sieger in der Kategorie „Geschäftsprozess“, ein intelligentes Programm entwickelt, um diese Zeit zu verkürzen. Es benachrichtigt den Kunden nach dessen ersten Anruf, sobald ein Mitarbeiter frei ist.

Gesundheitschecks in der Toilette ermöglicht das Kölner Start-up Medipee, Gewinner in der Kategorie Technologie. Es hat einen Sensor für die Kloschüssel entwickelt, der den Urin untersucht und die Messwerte ans Smartphone schickt. So können die Sportler ihre Fitness checken oder Kranke Gesundheitswerte prüfen.

Zusätzlich wurde Mimi Hearing als Quantenspringer des Jahres 2016 besonders ausgezeichnet.

Alle Sieger können an einem zweitägigen Bootcamp in Amsterdam teilnehmen, um gemeinsam mit Experten ihr Geschäftsmodell weiterzuentwickeln.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%