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Quantified Self IT-Unternehmen entdecken Gesundheitsbranche

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Quantify yourself

Was Smartphones alles messen können
KalorienEin paar Pfunde verlieren oder den Cholesterinspiegel in den Griff bekommen - wer wirklich gesund leben will, muss sich gut ernähren. MyFitnessPal (iOS, Android, Blackberry, Windows Phone)MyFitnessPal ist nicht nur eine App sondern eine ganze Community, die sich rund um das Thema Abnehmen dreht. Hier kann man sich ein Profil erstellen und darin abspeichern, was, wann wo gegessen wurde. Der Vorteil an der Gruppe: Der User kann sich mit anderen vergleichen und wird so extra angespornt. In die App integriert ist auch ein Sport-Tool, dass einem je nach Länge der Aktivität anzeigt, wie viele Kalorien man wieder verbaucht hat. Kaloriencheck (iOS)Die App zeigt mit einem Mouse-Klick an, wie viele Kalorien in dem Essen stecken. FoodNavi (iOS)FoodNavi hilft dabei den Überblick über die eigenen Ernährung zu behalten und zeigt in Diagrammen an, wie viele Milchprodukte, wie viel Obst und wie viele Kohlenhydrate der User schon zu sich genommen hat. Quelle: REUTERS
Blutdruck und PulsWenn der Blutdruck Achterbahn fährt, gilt es Ruhe bewahren und vor allem den eigenen Körper genau im Auge behalten. Dabei helfen etliche Tools. Blutdruck Daten (iOS, Android)Der digitale Blutdruck-Pass erfasst alle Blutwerte, die mit einem extra Gerät gemessen werden müssen. Das Tool ist kostenlos. Blutdruck+Puls Grapher (iOS und Android)Ganz ähnlich funktioniert der Grapher. Hier können nicht nur die Blutdruckwerte, sondern auch die Ernährung des Tages sowie die jeweiligen Tagesaktivitäten eingetragen werden. Zum Beispiel "Fußball auf dem Sofa mit einer Tüte Chips". Ithlete (iOS, Android)Der Brustgurt Ithlete misst den Puls beim Sport machen: Ganz gleich ob beim Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Die Ergebnisse der Messung werden direkt auf die App überspielt. Quelle: dpa
SchrittzählerWer den ganzen Tag im Büro sitzt, kennt das Problem: Man bewegt sich viel zu wenig. Wie schlimm es um einen wirklich bestellt ist, zeigen Schrittzähler an. Diese dokumentieren wie viele Schritte der einzelne pro Tag absolviert. Pedometer (iOS und Android)Von Runtastic stammt der Pedometer. Die App nutzt den Beschleunigungssensor des Smartphones, um die Anzahl der Schritte zu ermitteln. Die Distanz und die Zeit der Aktivität werden am Ende übersichtlich angezeigt. Das Smartphone kann überall am Körper getragen werden. Ultimate (iOS)Apple-User können auch Ultimate nutzen. Der Schrittzähler misst die Bewegung via GPS. Quelle: dpa
JoggenWie die Schrittzähler funktionieren auch andere Tools für das Laufen - vom leichten Joggen bis zum Marathontraining. Hinter den beiden Apps steht jeweils eine Community mit Personen, die sich zum Thema austauschen und auch gegenseitig anfeuern. Runtastic (iOS, Android, Blackberry, Windows Phone, Bada)Eine der beliebtesten Trainings-Apps ist Runtastic. Via GPS wird der Verlauf der Jogging-, Fahrrad- oder Skaterstrecke gespeichert und innerhalb der Plattform hochgeladen. Wer möchte, kann nach dem Lauf auch sein Ergebnis bei Facebook oder Twitter hochladen. Außerdem bietet das Tool die Möglichkeit gegen die eigenen Leistung oder die anderer anzutreten. Auch einfache Gymnastik-Trainings oder Yoga-Übungen lassen sich manuell hinterlegen. Runkeeper (iOS und Android)Ganz ähnlich funktioniert Runkeeper. 17 Millionen Menschen nutzen nach Anbieter-Angaben die App weltweit. Quelle: dpa
SchlafSo verrückt es klingt, immer mehr Menschen verfolgen ihren Schlaf genau. Wie oft wird man wach? Wie viele Stunden Schlaf bekomme ich in der Woche. Sleep101 (iOS)Die App des Anbieters Zeo verfolgt genau wie lange und wie gut ein User schläft. Ein integrierter Wecker weckt genau in dem Moment, in dem eine Tiefschlafphase vorbei ist. ElectricSleep (Android)Eine Alternative für Android-Nutzer ist die App ElectricSleep, die ebenfalls von Zeo auf den Markt gebracht wurde. Quelle: dpa
StimmungEinfach mal messen, wie es einem so geht. Auf dem Markt gibt es zig Tools, die einem dabei helfen. Eine Empfehlung: Mood Panda (iOS und Android)Ein kleiner Panda ist der Begleiter durch den Tag. In der ansprechend gestalteten App können Stimmungsschwankungen genau festgehalten und visualisiert werden. Einzelne Ereignisse lassen sich auch auf Twitter oder Facebook verbreiten. Quelle: dpa
ZeitWie gerne würde man einmal die Zeit zurückdrehen können - viel zu schnell scheint sie an manch Tagen zu vergehen. Dabei müsste man sich viel häufiger die Frage stellen, was man eigentlich den ganzen Tag tut, was einem so sehr die Zeit raubt. Dabei hilft der: Rescue Time (Android)Wie lange habe ich E-Mails gelesen, wie lange im Internet gesurft und wie lange telefoniert. Den eigenen Tagesablauf genau zu messen, kann sinnvoll sein. So lässt sich ganz einfach herausfinden, an welchen Stellen des Tages Zeit vergeudet wurde. Das tolle daran: Das Programm läuft im Hintergrund des Smartphones und speichert so alle Verhaltensweisen. Quelle: dpa

Denn solch eine Selbstkontrolle scheint Motivation und Effizienz zu erhöhen. Wieso dann aber nur den Sport mittels Datenaufzeichnung verbessern, wenn es noch viel mehr Lebensbereiche gibt, die dadurch optimiert werden könnten?  Das dachten sich auch die beiden Wired-Journalisten Gary Wolf und Kevin Kelly und gründeten 2007 die schon erwähnte Quantified Self (QS) Bewegung.

Bei Quantified Self, zu deutsch in etwa "sich selbst vermessen", geht es um die Aufzeichnung des eigenen Lebens. Anschließend wird versucht, diese Daten in Zahlen auszudrücken um sie vergleichbarer zu machen.

Und was ist der Zweck dieser Datensammlerei? "Erkenntnisgewinns und der Verhaltensänderung", heißt es von der Deutschen Quantified Self-Bewegung, die 2012 gegründet wurde. Florian Schuhmacher, der die Bewegung in Deutschland initiiert hat bringt es in einem Interview auf der Web-Konferenz Re:publica auf den Punkt: "Ich lerne gewisse Bereiche meines Lebens besser kennen und finde heraus, wie ich dort besser werden kann."

Der Austausch findet dabei nicht nur per Internet statt, auf sogenannten "Meetups" treffen sich die Anhänger und diskutieren ihre Verfahren der Selbstvermessung, präsentieren aber auch ihre persönlichen Erfolge, die sie durch die Umwandlung des eigenen Lebens in Zahlenstränge erreicht haben. Aber bringt das Ganze wirklich etwas? Der deutsche QS-Pionier Schumacher ist überzeugt davon wie er gegenüber der Wirtschaftswoche Online erklärt: "Zum Beispiel hat eine Anwenderin im Selbstversuch den Zusammenhang zwischen ihrer Hauterkrankung und dem Konsum von Milchprodukten identifiziert und durch Anpassung ihrer Diät eine Heilung erzielt." Eine Entdeckung, die auch für Ärzte und Pfleger von Interesse sein dürfte. Quantified Self kann also funktionieren, erfordert jedoch auch eine gewisse Passion, da die Vermessung oftmals viel Zeit in Anspruch nehmen kann, wie auch WiWo Online Chefredakteurin Franziska Bluhm jüngst im Selbstversuch erkannte. Denn schon das Eintippen von Nährwerten und Inhaltsstoffen einfacher Gerichte kann einige Minuten Zeit in Anspruch nehmen.  Will man komplexere Dinge, wie die eigene Präsentation in Zahlen ausdruckt wird es noch aufwendiger. Wie drücke ich den Erfolg meines Vortrags in Zahlen aus? Anhand der Dauer des anschließenden Applaus? Durch die Anzahl der Rückfragen? Das Beispiel zeigt: Selbstvermessung ist oftmals schwerer und umfangreicher als nur das Smartphone die Distanz beim Joggen messen zu lassen.

Doch nicht nur Teilnehmer der QS-Bewegung zeichnen Teile ihres Lebens auf. Wie eine aktuelle Studie des Pew Research Center’s Internet & American Life Project in den USA jüngst herausfand, zeichnen rund 70 Prozent der Amerikaner Gesundheitsindikatoren wie Bewegung, Gewicht oder Ernährung auf. Auch wenn viele der Befragten dabei angaben, sozusagen „im Kopf“ die Entwicklung dieser Parameter aufzuzeichnen, erklärten mehr als die Hälfte, dass sie dieses "Tracking" mit Stift und Papier oder ihrem Smartphone verfolgen.

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