Rauchen E-Zigaretten sollen Arzneimittel werden

Immer mehr der elektronischen Glimmstängel gehen in Deutschland über die Ladentheke, dabei ist die rechtliche Lage umstritten. Derzeit diskutieren Politiker darüber, ob die E-Zigarette künftig nur noch in Apotheken verkauft werden sollte - mit massiven Folgen für die Verbraucher.

Quelle: dpa/Montage

Fröhliche Werbebilder suggerieren ein Lifestyle-Produkt, während Mediziner skeptisch die Stirn runzeln. Ist sie nun schädlich oder nicht? Seit der Einführung der E-Zigarette streiten Forschungseinrichtungen und Interessensverbände darüber, inwieweit der Dampfstängel mit Akku erlaubt sein sollte. Aktuell hat das Thema wieder an Brisanz gewonnen und die Lobbyisten auf den Plan gerufen. Im Rahmen einer Erneuerung der europaweiten Tabakrichtlinien hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, die E-Zigarette als Arzneimittel einzustufen. Damit wären die kleinen Gadgets nur noch in Apotheken erhältlich. Der Vorschlag wird derzeit in den einzelnen Mitgliedsländern diskutiert. Bis zur Sommerpause rechnen Experten mit ersten Ergebnissen.

Starke Einschränkungen für die Hersteller

Dac Sprengel hat daher im Moment viel zu tun: hier ein Treffen mit den Grünen in Berlin, da eines mit seinen Verbandsmitgliedern. Der Vorsitzende des im Dezember 2011 gegründeten Verbandes des E-Zigarettenhandels (VdeH) tut gerade alles, um die E-Zigarette von dem Arzneimittelstempel zu bewahren. „Eine Medikamentenzulassung für Europa zu bekommen, dauert mindestens drei Jahre. Damit wäre unser Geschäft erst einmal tot“, sagt er. Zusätzlich hat eine eigene Umfrage des Verbandes unter etwa 1000 E-Zigaretten-Rauchern ergeben, dass 70 Prozent das Produkt nicht in Apotheken kaufen wollen. Insgesamt gibt es zwischen 1,8 und 2,2 Millionen E-Zigaretten-Konsumenten in Deutschland. Die Angaben dazu schwanken von Institut zu Institut. Meist sind es starke Raucher, die auf die elektronische Variante umsteigen.

Die wichtigsten Fakten zur E-Zigarette

„Die E-Zigarette liegt bei etwa einem Promille der Tabakzigarette und ist damit deutlich weniger schädlich. Wer auf das Produkt umsteigt merkt schnell, dass raucherbedingte Beschwerden nachlassen“, weiß Dac Sprengel. Daher sei es auch für die Verbraucher wichtig, dass sie auch weiterhin den gleich Zugang zur E-Zigarette wie zum normalen Tabakprodukt haben.

Nebelmaschine für unterwegs

Während Raucher tatsächlich Rauch einatmen, dampfen Menschen die zur E-Zigarette greifen. Das kleine Gerät, das ab acht Euro zu bekommen ist, basiert auf der Technik, mit der in Diskotheken Nebel erzeugt wird. Sie besteht aus einem Akku, einem Verdampfer, einer Heizspirale sowie einer Art Depot mit einer Betriebsflüssigkeit. Diese sogenannten Liquids werden im Verdampfer auf 65 bis 120 Grad Celsius erhitzt. Durch Ansaugen oder per Tastendruck wird der Dampf erzeugt. Die Flüssigkeit ist sowohl mit Nikotin als auch mit Aromen wie Apfel oder Mandel erhältlich. Doch egal für welches Produkt sich die Konsumenten entscheiden, die Trägersubstanz ist in fast allen Fällen Propylenglykol, eine weitere Flüssigkeit, die für den Dampf sorgt. Auch Glycerin ist in dem Liquid enthalten.

 

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