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Rauchen So gefährlich sind Zigaretten

Krebs, Herzinfarkt, Gen-Defekte: Die Liste der Krankheiten infolge der Nikotinsucht ist lang. Nun haben Forscher gezeigt, dass Frauen besonders häufig an den Folgen des Rauchens sterben.

Frau raucht eine Zigarette Quelle: dpa
Das Volksleiden: Rückenschmerzen gehören in Deutschland zu den häufigsten Gesundheitsbeschwerden. Forscher der Northwestern University (USA) fanden nun heraus, dass Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein um das Dreifache erhöhtes Risiko haben, an chronischen Rückenschmerzen zu erkranken. Studienautor Bogdan Petre erklärt: "Wir haben festgestellt, dass Rauchen die Art und Weise beeinflusst, in der das Gehirn auf Schmerzen im Rücken reagiert." Auf Hirnscans der rauchenden Patienten stellten die Forscher eine Veränderung der Areale fest, die für Sucht- und Lernverhalten zuständig sind. Die Kommunikation dieser Hirnregionen sei für die Entwicklung eines chronischen Schmerzes kritisch, stellten die Wissenschaftler fest. Chronischer Schmerz und Suchtverhalten hingen eng zusammen. Antientzündliche Medikamente konnten zwar die Schmerzen erleichtern, waren aber nicht in der Lage, die Aktivität der verantwortlichen Hirnregionen zu ändern. Nur wer während der Studie freiwillig mit dem Rauchen aufhörte, konnte sein Risiko absenken. Quelle: dpa
Passivrauchen: Raucher gefährden auch ihre Mitmenschen, denn der blaue Dunst schadet jedem, der ihn einatmet. Jährlich sterben weltweit mehr als 600.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens. Besonders betroffen sind Kinder. Selbst, nachdem sich der Rauch verzogen hat, sind die Schadstoffe noch stundenlang in der Luft, fanden Forscher des Berkeley Lab heraus. Sie lagern sich in Teppichen, Polstern oder Tapeten ab. Auch 18 Stunden, nachdem die letzte Zigarette geraucht wurde, fanden die Forscher noch immer eine ganze Reihe gesundheitsgefährdender Stoffe. Es reicht also nicht, nur in der Gegenwart anderer Menschen nicht zu rauchen. Auch die Luft in Räumen ist noch lange belastet. Quelle: dpa
Rauchen ist das Gesundheitsrisiko Nummer eins: Jeder sechste der jährlich rund 850.000 Toten in Deutschland ist laut Statistik an den Folgen des Rauchens gestorben. Raucher verkürzen ihre durchschnittliche Lebenserwartung um fünf, ambitionierte Tabakkonsumenten sogar um neun Jahre. EU-weit sterben pro Jahr fast 700.000 Raucher an den Folgen ihres Konsums. Quelle: dpa
Rauchen begünstigt viele Krebsarten: Jeder, der raucht, hat ein zweimal höheres Risiko an Krebs zu erkranken als Nichtraucher. Etwa 90 bis 95 Prozent der erwachsenen Lungenkrebspatienten sind oder waren Raucher.  Das Risiko, an Mundhöhlen-Krebs zu erkranken, steigt durch regelmäßigen Tabakkonsum um den Faktor 27, bei Kehlkopfkrebs um den Faktor 12. Durchschnittlich rauchte jeder Deutsche im Jahr 2013 996 Zigaretten. Im Jahr 2000 lag der Pro-Kopf-Konsum noch bei 1699 Zigaretten pro Jahr. Quelle: dpa
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Schlaganfälle und Herzinfarkte verursachen die meisten Toten in Deutschland. Raucher trifft es besonders oft, Herzinfarkte vor dem 40. Lebensjahr betreffen fast ausschließlich Raucher. Ihr Risiko ist drei- bis viermal so hoch wie das von Nichtrauchern. Denn der Tabakkonsum verengt die Blutgefäße, lässt den Blutdruck steigen und schränkt die Leistungsfähigkeit des Herzens ein. Quelle: dpa
Frauen erhöhen durch Nikotin-Konsum ihr Risiko für Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Osteoporose oder Unfruchtbarkeit. Vor der Menopause versechsfacht sich das Risiko für Raucherinnen, an einem Herzinfarkt zu sterben. Weniger als jede fünfte deutsche Frau ab 15 Jahren konsumiert regelmäßig Zigaretten und Co. Quelle: dpa
Blauer Dunst: Der Rauch einer Zigarette enthält laut Weltgesundheitsorganisation mehr als 4000 chemische Stoffe. Mindestens 250 von ihnen gelten als schädlich, 50 können nachweislich eine Krebserkrankung begünstigen. Quelle: dpa
Jeder vierte deutsche Mann ab 15 Jahren ist laut Mikrozensus 2009 regelmäßiger Raucher. Dabei nimmt er ein höheres Risiko der Impotenz in Kauf. Erbschäden in den Spermien rauchender Männer können direkt an die Nachkommen weitergegeben werden. Quelle: AP
Rauchen in der Schwangerschaft: Nikotin hemmt die Durchblutung der Plazenta, der Säugling wird schlechter mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Folgen sind ein oft geringeres Geburtsgewicht, eine erhöhte Gefahr des plötzlichen Kindstods sowie spätere Hyperaktivität und Lernschwierigkeiten des Kindes. Acht von zehn Kindern weltweit sind Angaben der Weltgesundheitsorganisation zufolge regelmäßig Tabakrauch ausgesetzt. Quelle: dpa
Diagnose: Lungenkrebs. Wer raucht, erhöht sein Krankheitsrisiko. Rauchen begünstigt neben Krebs eine Reihe weiterer schwerer Krankheiten. Dazu gehören Asthma, Bronchitis, Raucherbeine durch Gefäßverschluss, Diabetes und Grauer Star sowie lebensgefährliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Quelle: dpa Picture-Alliance
Nichtraucherschutz: Trotz vermehrter Gesetze gegen das Rauchen im öffentlichen Raum ist es laut Weltgesundheitsorganisation WHO erst in 22 der 100 bevölkerungsreichsten Städte der Welt verboten. Beim Blick auf die Raucher-Verteilung innerhalb der Bevölkerung zeigt sich: Je höher der soziale Status, desto geringer ist das Interesse am Nikotin. Quelle: dpa
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