Raumfahrt Astronauten aus aller Welt kommen nach Köln

Astronauten aus aller Welt treffen sich im Sommer in Köln. Dort findet erstmals in Deutschland der jährliche Weltkongress der "Association of Space Explorers" (ASE) statt, einem Zusammenschluss von rund 400 aktiven und pensionierten Raumfahrern aus 35 Ländern.

50 Jahre Weltraumforschung
La Silla ObservatoriumDie Sterne rotieren während einer Nacht um den südlichen Himmelspol am La Silla-Observatorium der ESO im Norden Chiles. Die diffusen Bereiche auf der rechten Seite des Bildes sind die Magellanschen Wolken, zwei kleinen Begleitgalaxien unserer Milchstraße. Die im Vordergrund sichtbare Kuppel beherbergt das 3,6-Meter-Teleskop mit dem HARPS-Instrument, dass dem zur Zeit erfolgreichsten Exoplanetenjäger der Welt. Das kastenförmige Gebäude unten rechts beherbergt das 0,25-Meter-TAROT-Teleskop, das so konstruiert ist, dass es besonders schnell auf Gammastrahlenausbrüche reagieren kann. Weitere Teleskope auf La Silla sind das 2,2-Meter-MPG/ESO Teleskop und das 3,6-Meter-New Technology Telescope, das erste Teleskop an dem aktive Optik zum Einsatz kam und somit Vorläufer aller modernen Großteleskope. La Silla war das erste Observatorium der ESO und ist nach wie vor eines der führenden Observatorien auf der Südhalbkugel. Quelle: Pressebild
ALMADer ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat dieses bemerkenswerte Bild der Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) vor der Kulisse der prächtigen Milchstraße aufgenommen. ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA. Die Detailfülle in diesem Foto bestätigt die unübertroffenen Beobachtungsbedingungen für die Astronomie auf dem 5000 Meter hohen Chajnantor-Plateau in Chiles Atacama-Region. Die Aufnahme zeigt die Sternbilder Carina (der Schiffskiel) und Vela (das Segel). Die dunklen, schmalen Staubwolken der Milchstraße erstrecken sich von der Mitte links oben zur Mitte rechts unten. Der helle, orangefarbene Stern links oben ist Suhail im Sternbild Vela, der ähnlich orange gefärbte Stern in der oberen Bildmitte ist Avior im Sternbild Carina. Nahe dieser Sterne formen drei blaue Sterne ein „L“: die zwei linken davon gehören zum Segel, der rechte zum Schiffskiel. Genau in der Bildmitte zwischen diesen Sternen leuchtet der rosafarbene Carinanebel (eso1208). Quelle: Pressebild
Die MilchstraßeDie zentralen Bereiche unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, beobachtet im nahen Infrarot mit dem NACO-Instrument am Very Large Telescope der ESO. Da sie seit mehr als 16 Jahren die Bewegungen der Sterne in unmittelbarer Umgebung verfolgen, konnten Astronomen die Masse des Schwarzen Lochs bestimmen, das sich dort verbirgt. Quelle: Pressebild
 Das Handout der Zeitschrift «NATURE» zeigt eine Illustration eines schwarzen Loches in einem Kugelsternhaufen. Quelle: dpa
PferdekopfnebelDieses Gebilde nennen die Astronomen den Pferdekopfnebel. Die Farbkomposition des Nebels und seiner unmittelbaren Umgebung basiert auf drei Einzelbelichtungen im sichtbaren Licht, die am 1. Februar 2000 mit dem FORS2-Instrument am 8,2-Meter Kueyen-Teleskop auf dem Paranal aufgenommen und dem wissenschaftlichen Archiv des VLTs entnommen wurden. Quelle: Pressebild
WeihnachtsbaumhaufenDiese Farbaufnahme zeigt eine Himmelsregion namens NGC 2264, die die leuchtend blauen Sterne des Weihnachtsbaumhaufens und den Konusnebel enthält. Aufgenommen wurde das Bild durch vier verschiedene Filter (B, V, R und H-alpha) mit dem Wide Field Imager am La Silla Observatorium der ESO in 2400 Metern Höhe. Der abgebildete Nebel hat einen Durchmesser von etwa 30 Lichtjahren. Quelle: Pressebild
OrionnebelAuch diese Großfeldansicht des Orionnebels (Messier 42) entstand in Chile. Das VISTA-Infrarotdurchmusterungsteleskop am Paranal-Observatorium der ESO zeichnete den Nebel auf, der sich in einer Entfernung von 1350 Lichtjahren von der Erde befindet. Mit dem riesigen Gesichtsfeld des neuen Teleskops lässt sich der gesamte Nebel zusammen mit seiner Umgebung in einer einzigen Aufnahme abbilden. Beobachtungen im Infraroten ermöglichen es, auch in die Bereiche des Nebels vorzudringen, die sonst von Staubwolken verdeckt sind, und machen die aktiven, jungen Sterne sichtbar, die sich darin verbergen. Quelle: Pressebild

Zu der Veranstaltung erwartet werden mehr als 80 Astronauten, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln am Montag ankündigte.
Der inzwischen 26. Kongress der 1985 mitten im Kalten Krieg gegründeten ASE steht unter dem Titel "Bürger des Weltraums - Hüter der Erde". Die Astronauten wollen in Foren und öffentlichen Veranstaltungen über ihre Arbeit und Erfahrungen im All berichten. Zugleich will das DLR aus Anlass des Kongresses eine neue Forschungseinrichtung einweihen, die am Boden Experimente unter Weltraumbedingungen nachstellen kann.
"Die Internationale Raumstation ISS und immer längere Aufenthalte im All machen bewusst, dass wir auch Bürger des Weltraums sein können und von dort ebenso Lösungen mitbringen wie durch begleitende Forschung auf der Erde", sagte der Leiter des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin beim DLR, Rupert Gerzer. Das Zusammenwirken von Forschung im All und am Boden zeige die Welt aus neuer Perspektive und lasse uns "bessere Hüter" unseres Heimatplaneten werden.
Boom bei bemannter Raumfahrt erwartet
Vor diesem Hintergrund sieht Gerzer die bemannte Raumfahrt, die nach dem Ende des Space-Shuttle-Programms der Nasa zuletzt einen Dämpfer erfahren hat, vor einem neuen Aufschwung: "Wir stehen vor einer Industrialisierung und Kommerzialisierung des Weltraums", sagte er der dapd. Die Europäer müssten daher mehr Anstrengungen unternehmen, um in diesem kommenden Wettbewerb mitzuhalten.
Den privaten Weltraumtourismus sieht die DLR in den nächsten Jahren ebenfalls auf Wachstumskurs: "Sehr viele Menschen wünschen sich, die Welt einmal aus dem All sehen zu können. Das ist ein großes Potenzial", zeigte sich Gerzer überzeugt. Die erste private Mondumrundung ist bereits in Planung und soll bis 2017 stattfinden - zum Ticketpreis von rund 100 Millionen Euro.

Fakten rund um den Zwergplaneten Pluto


Der Astronautenberuf hat nach Feststellung Gerzers anhaltenden Zulauf. "Bei der letzten Ausschreibung vor drei Jahren hatten wir für sechs Ausbildungsplätze 8.000 Bewerber. Das zeigt, dass diese Arbeit als sehr attraktiv gilt." Aktuell sind laut DLR rund 200 Raumfahrer ausgebildet und kommen für aktive Einsätze infrage. Einziger Einsatzort ist zurzeit die ISS, auf der gegenwärtig sechs Astronauten sind - zwei US-Amerikaner, drei Russen und ein Kanadier.
Die Europäer, die über vertragliche Vereinbarungen laut DLR einen Anteil von 8,5 Prozent an den Ressourcen der ISS haben, sind im Frühjahr wieder dabei. Dann wird der Italiener Luca Parmitano sechs Monate lang auf der Raumstation arbeiten. Als nächster und damit dritter Deutscher soll Alexander Gerst im Mai 2014 zur ISS fliegen.

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