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Raumfahrt Europa auf der Jagd nach dem Kometen

Die Europäische Weltraumagentur hat ihre Pläne für 2014 vorgestellt – mit einer Kometenlandung, Astronautenflügen und Navigations-Satelliten. Das größte Spektakel wird November stattfinden, weit draußen im Weltraum.

50 Jahre Weltraumforschung
La Silla ObservatoriumDie Sterne rotieren während einer Nacht um den südlichen Himmelspol am La Silla-Observatorium der ESO im Norden Chiles. Die diffusen Bereiche auf der rechten Seite des Bildes sind die Magellanschen Wolken, zwei kleinen Begleitgalaxien unserer Milchstraße. Die im Vordergrund sichtbare Kuppel beherbergt das 3,6-Meter-Teleskop mit dem HARPS-Instrument, dass dem zur Zeit erfolgreichsten Exoplanetenjäger der Welt. Das kastenförmige Gebäude unten rechts beherbergt das 0,25-Meter-TAROT-Teleskop, das so konstruiert ist, dass es besonders schnell auf Gammastrahlenausbrüche reagieren kann. Weitere Teleskope auf La Silla sind das 2,2-Meter-MPG/ESO Teleskop und das 3,6-Meter-New Technology Telescope, das erste Teleskop an dem aktive Optik zum Einsatz kam und somit Vorläufer aller modernen Großteleskope. La Silla war das erste Observatorium der ESO und ist nach wie vor eines der führenden Observatorien auf der Südhalbkugel. Quelle: Pressebild
ALMADer ESO-Fotobotschafter Babak Tafreshi hat dieses bemerkenswerte Bild der Antennen des Atacama Large Millimeter/submillimeter Arrays (ALMA) vor der Kulisse der prächtigen Milchstraße aufgenommen. ALMA ist eine internationale Einrichtung, die gemeinsam von Europa, Nordamerika und Ostasien in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Bei Entwicklung, Aufbau und Betrieb des Observatoriums ist die ESO zuständig für den europäischen Beitrag, das National Astronomical Observatory of Japan für Ostasien und das National Radio Astronomy Observatory für den nordamerikanischen Beitrag. Das Joint ALMA Observatory übernimmt die übergreifende Projektleitung für den Aufbau, die Inbetriebnahme und den Beobachtungsbetrieb von ALMA. Die Detailfülle in diesem Foto bestätigt die unübertroffenen Beobachtungsbedingungen für die Astronomie auf dem 5000 Meter hohen Chajnantor-Plateau in Chiles Atacama-Region. Die Aufnahme zeigt die Sternbilder Carina (der Schiffskiel) und Vela (das Segel). Die dunklen, schmalen Staubwolken der Milchstraße erstrecken sich von der Mitte links oben zur Mitte rechts unten. Der helle, orangefarbene Stern links oben ist Suhail im Sternbild Vela, der ähnlich orange gefärbte Stern in der oberen Bildmitte ist Avior im Sternbild Carina. Nahe dieser Sterne formen drei blaue Sterne ein „L“: die zwei linken davon gehören zum Segel, der rechte zum Schiffskiel. Genau in der Bildmitte zwischen diesen Sternen leuchtet der rosafarbene Carinanebel (eso1208). Quelle: Pressebild
Die MilchstraßeDie zentralen Bereiche unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, beobachtet im nahen Infrarot mit dem NACO-Instrument am Very Large Telescope der ESO. Da sie seit mehr als 16 Jahren die Bewegungen der Sterne in unmittelbarer Umgebung verfolgen, konnten Astronomen die Masse des Schwarzen Lochs bestimmen, das sich dort verbirgt. Quelle: Pressebild
 Das Handout der Zeitschrift «NATURE» zeigt eine Illustration eines schwarzen Loches in einem Kugelsternhaufen. Quelle: dpa
PferdekopfnebelDieses Gebilde nennen die Astronomen den Pferdekopfnebel. Die Farbkomposition des Nebels und seiner unmittelbaren Umgebung basiert auf drei Einzelbelichtungen im sichtbaren Licht, die am 1. Februar 2000 mit dem FORS2-Instrument am 8,2-Meter Kueyen-Teleskop auf dem Paranal aufgenommen und dem wissenschaftlichen Archiv des VLTs entnommen wurden. Quelle: Pressebild
WeihnachtsbaumhaufenDiese Farbaufnahme zeigt eine Himmelsregion namens NGC 2264, die die leuchtend blauen Sterne des Weihnachtsbaumhaufens und den Konusnebel enthält. Aufgenommen wurde das Bild durch vier verschiedene Filter (B, V, R und H-alpha) mit dem Wide Field Imager am La Silla Observatorium der ESO in 2400 Metern Höhe. Der abgebildete Nebel hat einen Durchmesser von etwa 30 Lichtjahren. Quelle: Pressebild
OrionnebelAuch diese Großfeldansicht des Orionnebels (Messier 42) entstand in Chile. Das VISTA-Infrarotdurchmusterungsteleskop am Paranal-Observatorium der ESO zeichnete den Nebel auf, der sich in einer Entfernung von 1350 Lichtjahren von der Erde befindet. Mit dem riesigen Gesichtsfeld des neuen Teleskops lässt sich der gesamte Nebel zusammen mit seiner Umgebung in einer einzigen Aufnahme abbilden. Beobachtungen im Infraroten ermöglichen es, auch in die Bereiche des Nebels vorzudringen, die sonst von Staubwolken verdeckt sind, und machen die aktiven, jungen Sterne sichtbar, die sich darin verbergen. Quelle: Pressebild

Anfang November wird die Welt Bilder sehen, wie kein Mensch sie zuvor sah: Schnappschüsse, aufgenommen auf einem Kometen, der mit einem Höllentempo auf die Sonne zurast. Und wenn er unserem Zentralgestirn nahe genug kommt, dann wird der Himmelsbrocken Gasfontänen ausbilden, wird schmutzige Eisklumpen ins All schleudern – und die Welt wird es am Bildschirm mitverfolgen. Es wird der Höhepunkt der Mission von Rosetta sein – jener Weltraumsonde, die die Europäische Weltraumagentur Esa schon vor zehn Jahren ins All geschickt hat, um den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko zu erreichen. Wenn alles gelingt, wird erstmals eine menschliche Sonde auf einem Kometen landen – und dabei nicht nur spektakuläre Fotos liefern, sondern auch einen Einblick in die Entstehung unseres Universums. 

Rosetta ist eine von mehreren großen Missionen, die die Esa dieses Jahr plant – und die Thomas Reiter, Esa-Direktor für bemannte Raumfahrt und Betrieb, gestern am Europäischen Astronautenzentrum in Köln vorstellte. Zwei europäische Astronauten werden zur Raumstation ISS fliegen, neue Navigations-Satelliten ins All starten – und erstmals sind zwei gemeinsame Arbeitsgruppen mit Chinas Raumfahrtbehörde geplant.

Im April wird die Esa zunächst zwei Späher ins All schicken: Sentinel-1A und -1B, so der Name der beiden Satelliten, sollen in 700 Kilometern Höhe um die Erde kreisen – und mit Hilfe von Radarwellen Ölschlieren auf dem Meer entdecken, Wälder kartieren oder Schiffsbewegungen auf den Ozeanen überwachen. Auch die Ausbreitung des arktischen Meereises  vermessen sie – auf bis zu fünf Meter genau. Im Juni und Oktober will die Esa dann je zwei Satelliten für das Navigationssystem Galileo in den Erdorbit verfrachten. Damit wären Ende des Jahres acht Galileo-Satelliten im All – genug, um Ende des Jahres erste Dienste zu testen. „In den nächsten Jahren“, verspricht Reiter, „wird der Aufbau von Galileo weitergehen.“ Ursprünglich war der Start im Jahr 2008 geplant, doch die Behörde musste den Zeitplan immer wieder strecken.

 

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