Raumfahrt Japan startet neuartige Trägerrakete

Sie ist klein, intelligent und kostengünstig: Japan hat eine neue, selbstentwickelte Trägerrakete ins Weltall befördert. Sie gilt als ein Hoffnungsträger im weltweiten Raketengeschäft.

Auf dem Mars wiegen wir nur die Hälfte
Viele Menschen werden sich freuen: Auf dem Mars reduziert sich das Gewicht - wiegt also jemand 75 Kilo auf der Erde, so ist er auf dem Mars mit 28 Kilo ein Fliegengewicht. Quelle: Reuters
Aufgrund seiner Beschaffenheit würde der Saturn auf dem Wasser schwimmen. Er ist ein Gasplanet und besteht zu 96 Prozent aus Wasserstoff, deshalb weist er auch die geringste mittlere Dichte auf. Der Saturn war schon vor der Erfindung des Fernrohrs bekannt, weil er als äußerster Planet mit dem Auge problemlos zu erkennen ist. Quelle:
Die Mondlandung war ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer für die Menschheit: Insgesamt waren Astronauten bislang 300 Stunden auf dem Mond. Quelle: dpa
Der höchste Berg auf der Erde ist zweifelsohne der Mount Everest mit 8848 Metern. Er wird allerdings vom Olympus Mons auf dem Mars überragt, der 26 Kilometer zählt. Quelle: dapd
Angeblich soll es mehr Sterne geben als Sandkörner auf der Erde: Ein australischer Astronom geht davon aus, dass es etwa 70 Tausend Millionen Millionen Millionen Sterne gibt - und da sind nur die "gezählt", die mit modernen Teleskopen erkennbar sind. Quelle: dpa/dpaweb
Bis auf Merkur und Mars haben alle Planeten in unserem Sonnensystem Monde: Mit 67 Monden hat der Jupiter die meisten. Es folgt der Saturn mit 62 Monden. Quelle: REUTERS
Die Entfernung zwischen Mond und Erde beträgt 384.400 km: Das wird allerdings jedes Jahr ein bisschen mehr. Durchschnittlich in 27 Tagen und sieben Stunden umkreist der Mond die Erde. Quelle: dpa

Japan ist mit dem Start einer leichten und intelligenten Rakete ein großer Sprung in seiner Raumfahrtgeschichte gelungen. Die Feststoffträgerrakete „Epsilon“ hob am Samstag mit einem Teleskop zur Planetenerforschung an Bord vom Weltraumbahnhof Uchinoura ab, wie Japans Weltraumbehörde Jaxa mitteilte. Es ist der erste neuartige Raketentyp Japans seit zwölf Jahren. Branchenbeobachter halten es für möglich, dass „Epsilon“ neue Maßstäbe im globalen Raketengeschäft setzt.

Der gelungene Start der Rakete sei ein Ausweis der „hohen Zuverlässigkeit von Japans Weltraum-Technologie“, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe in einer Stellungnahme. Der Jungfernflug war ursprünglich Ende August vorgesehen. Ein Computer hatte jedoch eine falsche Positionierung der Rakete angezeigt, weshalb der Start nur 19 Sekunden vor dem Abheben automatisch gestoppt wurde. Später stellte sich jedoch heraus, dass die Position richtig gewesen war.

Mit den Augen eines Astronauten
Seit Dezember schickt der kanadische Astronaut Chris Hadfield regelmäßig Bilder aus dem All. Hier geht der Mond über der Erde auf. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Über Belfast - die nordirische Küste zeichnet sich ab. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Das schottische Glasgow liegt vor den verschneiten Bergen des Loch Lomond. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Eine spektakuläre Aufnahme der Stadt St. John im kanadischen Neufundland. Der Astronaut Hadfield ist gebürtiger Kanadier. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Der kanadische Astronaut Chris Hadfield wurde in Sarnia in der Ontario geboren. Diese Stadt sieht man hier im Bild. Seit Ende Dezember ist er erst im All - im März wird er als erster Kanadier das Kommando an Bord der ISS übernehmen. Quelle: Chris Hadfield/NASA
1978 trat Hadfield der kanadischen Luftwaffe bei, die er 2003 wieder verließ. Derzeit ist er als "ziviler" Astronaut bei der kanadischen Luftwaffe. Quelle: Chris Hadfield/NASA
Die chinesische Stadt Hangzhou liegt im Osten der Volksrepublik und hat über sieben Millionen Einwohner. Doch aus dem All sieht auch die Millionen-Metropole winzig aus. Via Twitter grüßte Hadfield die chinesischen Astronauten und würdigte ihre Leistungen. Quelle: Chris Hadfield/NASA

Die dreistufige Trägerrakete „Epsilon“ ist nicht nur leichter, sondern auch kostengünstiger als bisherige Raketentypen. Die Trägerrakete hat eine Länge von 24,4 Metern, einen Durchmesser von 2,6 Metern und wiegt 91 Tonnen. Die Kosten reduzierten die Japaner unter anderem durch vereinfachte Montageprozesse. Außerdem ist „Epsilon“ mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, womit die Rakete sich selbst überprüfen kann. Auf diese Weise konnten die Japaner die Vorbereitungszeit zwischen der Montage und dem Raketenstart von zuvor sechs auf nur eine Woche reduzieren.

Dank des Einsatzes von zwei simplen Laptop-Computern gelang der Start zudem mit einem Bruchteil der bisher benötigten Anzahl von Mitarbeitern. Der Raketenstart sei so einfach geworden wie das Bedienen eines Computers, erklärte die Jaxa. Aufgrund der niedrigen Kosten der Rakete sei es möglich, künftig öfter kleine Satelliten ins Weltall zu transportieren.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

„Epsilon“ brachte das Teleskop „Sprint-A“ ins All, das planmäßig in seine Umlaufbahn eintrat. Es soll die Umgebung von Planeten wie Venus, Mars und Jupiter untersuchen. „Sprint-A“ steht für Spectroscopic Planet Observatory for Recognition of Interaction of Atmosphere.

Die Rakete hob 15 Minuten später als geplant ab. Grund sei ein Schiffes in der Nähe des Weltraumbahnhofs gewesen, hieß es. Es war der erste Start eines neuen, von Japan entwickelten Raketentyps gewesen seit dem Start der fast doppelt so hohen Rakete H-2A im Jahr 2001.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%