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Smarte Büromöbel Diese Innovationen halten Büroarbeiter fit

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Der „Smart Chair“ aus den Niederlanden

So zum Beispiel der „Axia Smart Chair“, der im niederländischen Zwolle entwickelt wurde. Er soll die Haltung seines Besitzers am Schreibtisch analysieren können.

Dabei helfen ihm Sensoren, die in der Sitzfläche integriert sind und die Gewichtsunterschiede erkennen. Dadurch weiß der Stuhl zum Beispiel, ob wir uns nur auf einer Seite abstützen oder einen krummen Rücken machen. Merkt der smarte Stuhl dadurch, dass sein man sich zu sehr hängen lässt oder gar schräg – sprich schlecht – sitzt, vibriert er.

Der „Axia Smart Chair“ lässt sich durch wenige Knopfdrücke bedienen und über Computer oder Smartphone verwalten. Quelle: PR Axia

Sportwissenschaftlerin Lambertz ist da gespaltener Meinung: „Es kann durchaus mal gut sein, sich auf eine Seite zu verlagern. Wenn man dauerhaft schräg sitzt, ist das natürlich wieder ungesund, aber eine kurzfristige Verlagerung macht den gesunden Wechsel verschiedener Positionen aus.“

Der Stuhl hat aber noch mehr zu bieten. Er vibriert nicht nur, er vergibt auch Punkte für die Sitzhaltung. Wer gerade sitzt, bekommt die volle Punktzahl. Wer sich krumm macht, entsprechend weniger. Weil der Stuhl die Daten über ein Cloud-System zusammenfasst, können Büroarbeiter am Ende eines Arbeitstages einen Blick darauf werfen, wie sie abgeschnitten haben. Was er kostet, teilt das niederländische Unternehmen nur bei konkreten Bestellanfragen mit.

Um das Bewusstsein zu schulen und um auf seine Haltung zu achten, könnte es hilfreich sein, sagt Lambertz. Ihrer Meinung nach kommt es aber mehr auf Bewegung als auf die Haltung im Büro an.

Alltagstipps für einen starken Rücken

Feedback vom klugen Stuhl

Gleich zu beidem soll eine Kommunikationsplattform motivieren, die speziell für Stühle entwickelt wurde. „Mit „eyeSeat“ werden die Stühle intelligent“, sagt Jochen Weidt von Projektplan Spirit of New Work. Das Unternehmen aus der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Bad Bergzabern konzentriert sich auf Büroausstattung und hat das Programm gemeinsam mit einer Softwarefirma entwickelt und patentieren lassen. Auch hierfür werden Sitzsensoren genutzt. „Wir wollen Sitzverhalten sichtbar machen“, beschreibt es Weidt.

Ein Entwurf der Software

Auch bei „eyeSeat“ gibt es eine PC-Auswertung und auch hier erkennt das Programm mithilfe der Sensoren, die den Gewichtsdruck messen, wie der Büroarbeiter auf dem Stuhl sitzt und kann ihn nach einer gewissen Zeit darauf aufmerksam machen, dass er einmal die Position ändern sollte, weil er beispielsweise lange die Rückenlehne nicht mehr berührt hat. „Lehn dich zurück!“ wäre dann etwa der entsprechende Hinweis von „eyeSeat“ an den Nutzer.

Ebenfalls einen mit Sensoren ausgerüstet Stuhl – eigentlich eher ein Hocker – inklusive App galt es zuletzt auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo zu finanzieren. Auch der „Zami Life“ aus den Niederlanden kontrolliert das Sitzverhalten und schickt die Infos per App aufs Handy – so können Büroarbeiter sich selbst kontrollieren und sich in Bewegung setzen, wenn die App sie dazu animiert.

Die gibt einem dazu noch Tipps für einige Übungen. Die Kosten für dieses Exemplar sind aber wirklich nicht ohne: 749 Dollar bei Indiegogo, in den Läden später vermutlich sogar 1249 Dollar, heißt es beim Start-up.

Der intelligente Hocker des niederländischen Start-ups Zami wurde über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo finanziert. Quelle: Screenshot

„Ich glaube, dass es generell sinnvoll ist, wenn man Features hat, die einen daran erinnern, sich immer mal zu bewegen“, so Lambertz. Sie selbst schwört auf ihre Uhr, die piept, wenn sie eine Stunde ohne Bewegung gesessen hat und fordert sie auf, sich zu bewegen. „Das ermuntert einen dann, sich zu bewegen und wenn man grundsätzlich die Meldung vom Stuhl bekommt, sich einmal anders zu bewegen, kann das dazu beitragen, dass man generell mehr Abwechslung hat.“

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