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Solar Impulse 2 Solarflieger landet zum vorletzten Stopp der Weltumrundung

Nur mit Sonnenenergie wollen zwei Abenteurer die Welt im Flugzeug umrunden. Zum vorletzten Zwischenstopp ist die „Solar Impulse 2“ in Kairo gelandet. Dabei wäre das ganze Projekt fast gescheitert.

„Solar Impulse 2“ in Kairo: Der Solarflieger hatte im Licht der aufgehenden Sonne eine kleine Schleife über den Pyramiden gedreht. Quelle: AP

Zwei Tage und Nächte war der Solarflieger ohne einen Tropfen Treibstoff über dem Mittelmeer unterwegs - am frühen Mittwochmorgen ist Pilot André Borschberg in Kairo gelandet. Zuvor hatte er im Licht der aufgehenden Sonne eine kleine Schleife über den Pyramiden gedreht.

Die vorletzte Etappe der Weltumrundung führte die „Solar Impulse 2“ und seinen Piloten vom spanischen Sevilla entlang der nordafrikanischen Küste über das Mittelmeer nach Ägypten.

„Das war eine sehr emotionale Etappe für mich“, sagte der Schweizer Pilot Borschberg (63) nach der Landung. Für ihn war es der letzte Flug mit dem Solarflieger. Die letzte Etappe von Kairo zum Start- und Zielpunkt der Reise in Abu Dhabi wird sein Kollege Bertrand Piccard (58) übernehmen. Deren Zeitpunkt ist allerdings noch unklar. In den einsamen Momenten im Cockpit habe er an viele Momente des langjährigen Projekts denken müssen, sagte Borschberg.

Solarflieger hat die Welt umrundet
Es ist - im wahrsten Sinne des Wortes - ein Pilotprojekt, gestartet 2014. Ein Einsitzer mit einer Spannweite von 72 Metern - das ist mehr als bei einem Jumbojet - sollte im März 2015 zu einer Umrundung der Erde starten. Dabei wollten sich Piccard, Borschberg und weitere Piloten in zahlreichen Flugetappen abwechseln. Quelle: REUTERS
Der Sonnenflieger ist mit mehr als 17.200 Solarzellen ausgestattet, die vier Elektromotoren antreiben. Quelle: AP
Insgesamt ist die Reise um den Globus auf fünf Monate angelegt. Das Flugzeug wiegt mit 2300 Kilogramm nur etwa so viel wie ein Minivan. Der Pilot Andrè Borschberg (62) und der Luftfahrtpionier Bertrand Piccard wollen mit dem Projekt die Möglichkeiten der umweltfreundlichen Solarkraft aufzeigen. Auf den zwölf Etappen ihrer Weltreise wechseln sich die Piloten im Cockpit ab. Die nächste Etappe von Hawaii an die amerikanische Westküste soll dann Piccard übernehmen. Das Projekt war mehr als zwölf Jahre geplant worden. Quelle: REUTERS
Anfang März 2015 begann im Golfemirat Abu Dhabi das große Abenteuer. Die erste Etappe ihrer Weltumrundung führte die Piloten der "Solar Impulse 2" über Indien, den Himalaya und China bis nach Japan. Mehrfach verhinderte schlechtes Wetter den Weiterflug. So hatte die Maschine am 1. Juni außerplanmäßig in Nagoya zwischenlanden müssen. Quelle: dpa
Ein Rückschlag folgte auf den nächsten: Stürmischer Wind beschädigte den Ökostromflieger bei seinem ungeplanten Zwischenstopp in Japan am Boden. Zum Schutz vor Regen und Sonne wurde in Nagoya der mit Sonnenkollektoren besetzte Flügel abgedeckt. „Es gab so viel Wind und Böen, dass die Abdeckung auf dem Flügel flatterte und ein Querruder an der hinteren Kante beschädigte“, sagte Piccard in einem Video auf der Webseite der Expedition. Quelle: REUTERS
Zwischenzeitlich schien der Rekordflug gefährdet und das Abenteuer der Weltumrundung wurde für den Sonnenflieger zum Kampf gegen die Zeit. Das nur mit Sonnenenergie angetriebene Flugzeug müsse vor dem 5. August den Pazifik oder den Atlantik überquert haben, danach würden die Tage zu kurz für diese weiten Strecken, sagte Projekt-Initiator Bertrand Piccard. Quelle: dpa
Wäre ein Start nicht rechtzeitig möglich gewesen, hätte die Maschine in Japan oder nach einer Pazifiküberquerung in den USA überwintern müssen. In New York steht dafür ein Hangar zur Verfügung. Quelle: dpa

Die beiden Schweizer Abenteurer und Wissenschaftler Borschberg und Piccard wollen mit der Erdumrundung für die Nutzung erneuerbarer Energien werben. Der aus Karbonfasern gebaute Flieger mit einer Spannweite von 72 Metern kommt völlig ohne Treibstoff aus und verfügt stattdessen über mehr als 17.000 Solarzellen.

Zwischenzeitlich stand das Projekt kurz vor dem Scheitern. Ein Defekt der Batterien hatte den Zeitplan der Weltumrundung komplett durcheinander geworfen. Das Team musste im vergangenen Jahr rund neun Monate auf Hawaii bleiben, um die defekten Teile zu reparieren.

Der Solarflieger war im März vergangenen Jahres in Abu Dhabi zu seiner Weltumrundung aufgebrochen und ist in insgesamt 17 Etappen unterwegs. Die beiden Piloten wechseln sich unterwegs ab.

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