Sommer in Deutschland Warum hitzefeste Schokolade ein Traum bleibt

Mit dem Beginn der Sommerhitze schmelzen die Umsätze der Schoko-Hersteller wieder einmal dahin. An einer hitzetauglichen Schokolade beißen sich die Forscher seit Jahrzehnten die Zähne aus.

Schoko-Eis dürfte in diesen Tagen die beliebteste Form der Schokolade sein. Quelle: dpa

Die sommerlichen Temperaturen machen den Schokoladen-Herstellern in Deutschland wenig Freude. Wenn sich die Vollmilch-Tafel im Freibad in braunen Brei verwandelt, geht die Lust auf Schokolade schlagartig zurück. Seit Jahren suchen die Hersteller nach einem Ausweg aus dem Sommer-Dilemma: Denn mit jedem Grad mehr auf dem Thermometer haben sie weniger Geld in der Kasse. Aber die nicht-schmelzende Schokolade, die sich damit auch für den Export nach Afrika und Asien besser eigenen würde, bleibt trotz aller Bemühungen ein zäher Brocken für Forscher und Firmen.

Unter dem Stichwort „Tropenschokolade“ liefen schon vor Jahrzehnten erste Tests mit hitzebeständiger Schokolade. „Das Thema ist ein Dauerbrenner für die Industrie“, sagt Lebensmittel-Forscher Wolfgang Danzl, der sich am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik in Freising bei München mit den Herstellungsverfahren für Schokolade befasst.

Mythen rund um Kaffee
Kaffee Quelle: dpa
Kaffee-Filter Quelle: dpa
Kaffee Quelle: dpa
Kaffeetasse und Kaffeebohnen Quelle: dpa
Gerücht: Kaffee schadet dem HerzenDieses Gerücht scheint falsch zu sein, denn viele Studien ergaben sogar das Gegenteil: So fanden Forscher der Universität Utrecht heraus, dass täglich zwei bis vier Tassen Kaffee das Risiko eines Herzinfarkts um bis zu 20 Prozent senken können. Südkoreanische Wissenschaftler erklärten zudem, dass wenige Tassen am Tag verstopfte Arterien verhindern können. Auch ihre Forschungsergebnisse zeigten, dass Testpersonen, die drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag tranken, deutlich seltener unter Vorzeichen von Herzkrankheiten litten. Quelle: dpa
Gerücht: Kaffee schützt vor DiabetesZumindest senkt Kaffeekonsum das Diabetes-Risiko. Dies hat eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung ergeben. Bei täglich über vier Tassen Kaffee lässt sich das Diabetes-Risiko um ein Viertel senken. Quelle: dpa
Gerücht: Kaffee ist das beliebteste Getränk beim ersten DateTatsächlich geht mit 73,3 Prozent die Mehrheit der Deutschen beim ersten Date einen Kaffee trinken. Dies hat eine Umfrage der Online-Partnervermittlung ElitePartner ergeben. Essen gehen liegt mit 72,1 Prozent knapp dahinter. Nur 5,4 Prozent treffen sich beim ersten Date direkt zu Hause. Quelle: Fotolia
Gerücht: Kaffee macht impotentSollte dieses Gerücht stimmen, dann wäre Kaffee wohl das falsche Getränk beim ersten Date. Brasilianische Forscher können jedoch alle männlichen Kaffeekonsumenten beruhigen: Ihren Untersuchungen zufolge haben Kaffeetrinker sogar beweglicherer Spermien, als Männer, die auf Kaffee verzichten. Wissenschaftler der Universität  Michigan haben außerdem herausgefunden, dass Kaffeetrinker häufiger Sex haben als Nicht-Trinker. Quelle: dpa
Gerücht: Kaffee macht munterMehrere Studien zeigen, dass Kaffee konzentrierter macht. Eine Untersuchung prüfte etwa die Wirkung von Kaffeekonsum bei Autofahrern, die nachts unterwegs sind. 125 Milliliter machten die Probanden dabei genauso fit, wie ein kurzes Nickerchen. Quelle: dpa
Gerücht: Kaffee fördert die AusdauerKaffee macht tatsächlich nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit. Geradebei Ausdauersport, wie Laufen, Radfahren und Schwimmen steigert er die körperliche Leistung. Quelle: dpa
Gerücht: Kaffee bringt Menschen um den SchlafWenn Kaffeekonsum fit und munter macht, liegt es nahe, dass er Menschen beim Einschlafen hindert. Dies belegen Studien zwar, allerdings schwankt die Wirkung je nach dem, wie häufig Menschen zum Kaffee greifen. Bei Vieltrinkern hat sich der Körper an das Koffein gewöhnt, wodurch die Wirkung bei ihnen weniger stark ist. Sie haben auch nach einer späten Tasse Kaffee weniger Probleme mit dem Einschlafen. Quelle: obs
Gerücht: Kaffee macht nervösEs gibt den Verdacht, dass Kaffee gerade bei gestressten Menschen die Ängstlichkeit fördert. Dies gilt laut wissenschaftlichen Untersuchungen zumindest nicht langfristig. Eine Studie von 2011 mag beispielsweise einen positiven Zusammenhang von Koffein und Angsterscheinungen zeigen.  Ein Versuch ein Jahr später mit Ratten, die ständig unvorhersehbarem Stress ausgesetzt wurden, zeigte jedoch, dass ihre Ängstlichkeit und ihr depressives Verhalten nach einem langfristigen Koffeinkonsum sank. Quelle: dpa
Gerücht: Kaffee schadet in der SchwangerschaftDies gilt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nur dann, wenn Schwangere zu viel Kaffee trinken. Bis zu drei Tassen täglich sind jedoch unbedenklich für Schwangere und stillende Mütter, sowie für deren Kinder. Quelle: dpa
Gerücht: Kaffee entzieht dem Körper WasserDas stimmt, aber laut Deutschem Grünen Kreuz handelt es sich nur um kleine Mengen an Wasser, die Kaffee dem Körper entzieht. Kaffeetrinker scheiden täglich nur drei Prozent mehr Wasser aus als Nicht-trinker. Quelle: dpa

Aber einen Durchbruch gab es noch nicht: Zwar lässt sich der Schmelzpunkt der Schokolade, der normalerweise bei rund 36 Grad liegt, etwa durch höher schmelzende Fette erhöhen. Das geht aber auf Kosten des Geschmacks: Denn dann schmilzt die Schokolade auch nicht mehr im Mund, sondern muss zerkaut werden wie eine alte Scheibe Brot. „Das führt zu einem wachsigen Mundgefühl“, sagt Danzl. In Brasilien ist inzwischen eine hitzebeständige Schokolade im Handel. Aber auch diese überzeugt den Forscher geschmacklich nicht. „Tranig“, lautet sein Urteil. „Der Genuss geht zurück.“

An anderer Stelle waren die Forscher erfolgreich

Einen Erfolg konnte sein Team aber beim „Fettreif“ verbuchen, wie ein anderes Problem bei Schoko-Waren bezeichnet wird: Gemeint sind weiße Flecken auf der Oberfläche von überzogenen Pralinen oder Gebäck. Sie entstehen nach längerer Lagerung durch Fettablagerungen und werden von vielen Verbrauchern irrtümlich für Schimmel gehalten. Die Forscher haben aber herausgefunden, dass sich diese Problemzone durch Veränderungen im Herstellungsprozess besser in den Griff bekommen lässt.

Ein ähnlicher Fortschritt bei der „Tropenschokolade“ käme der Schoko-Branche gerade mehr als recht: Denn in Deutschland stagniert der Schoko-Verzehr seit Jahren bei neun bis zehn Kilo pro Person und Jahr. „Das Wachstum kommt ausschließlich über den Export“, sagt eine Sprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie. Weltweit wächst der Appetit auf Schokolade beständig.

Mit steigendem Wohlstand nimmt das Interesse vor allem in China kräftig zu - und davon profitierten auch die Hersteller in Deutschland. In Hitze-Regionen mit durchgehenden Kühlketten bis ins Geschäft läuft der Handel bereits gut, heißt es bei dem schwäbischen Hersteller Ritter Sport. In Ländern wie Indien sei die Infrastruktur aber oft noch ein Problem. „Zerlaufende Ware möchte natürlich niemand kaufen“, sagt ein Unternehmenssprecher. Beim Fraunhofer-Institut kommen deshalb auch regelmäßig Anfragen von Firmen nach hitzebeständigeren Verpackungen für die sensible Ware.

In Deutschland setzen die Hersteller derweil im Kampf gegen das Sommerloch auf den Kühlschrank: Mit gefüllten Schokoladen, die sich auch gekühlt nicht in ein braunes Brikett verwandeln. Das beste fürs Geschäft ist aber immer noch kühles Wetter: Bei Temperaturen unter 15 Grad zieht der Verkauf wieder deutlich an. Aber zunächst einmal genießt Deutschland den Sommer.

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