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SpaceX-Chef Wie Elon Musk den Mars besiedeln will

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Elon Musk: Der Flug zum Mars ist „wirklich, wirklich gefährlich“

Würden 2026 tatsächlich hundert Menschen zum Mars aufbrechen, stünde ihnen die riskanteste und wildeste Reise aller Zeiten bevor. Nach wenigen Tagen wäre die Erde nur noch ein kleiner blauer Punkt. Dann monatelang: Nichts. An Bord will Musk Filme zeigen, ein Restaurant soll Essen produzieren. In der Schwerelosigkeit, sagte er, könnten sich die Passagiere neue Spiele ausdenken.

Die Landung auf dem Mars will Musk mit Raketendüsen bewältigen, ähnlich wie seine Falcon 9 bereit auf der Erde landet. Bisher ist das nicht immer geglückt, mehrere Raketen explodierten spektakulär. Entsprechend gab der Unternehmer in Mexiko auch zu, die Reise werde „wirklich, wirklich gefährlich.“ Der mehrfache Vater will darum selbst nicht an Bord des Jungfernflugs sein.

Klappt die Tour trotz aller Widrigkeiten, dann beziehen die Menschen eine Station auf dem Mars. und das Raumschiff tankt vor Ort auf. Den Treibstoff produzieren Maschinen aus Wassereis und der CO2-haltigen Atmosphäre. Auf geht es zurück zur Erde. Zwölf bis 15 Touren traut Musk seinem Marstransporter binnen 30 Jahren zu.

Freunde und Feinde von Elon Musk

Um eine Zivilisation zu gründen, rechnete Musk schließlich lakonisch vor, brauche man eine Millionen Menschen. Das bedeute: 10000 Flüge zum Mars. 1000 Raumschiffe. Und 40 bis 100 Jahre Zeit.

Wer das alles finanzieren soll, beantwortete Musk genauso wenig überzeugend wie die Frage, wie die Menschen auf dem Mars überleben sollen. Sein Ziel sei es, den Transport zu organisieren, sagte er. Gelänge das, würden sich schon genügend Unternehmer finden, die eine ganze Weltraumökonomie auf die Beine stellten, von der ersten Eisenschmelze auf dem Mars bis zur ersten Pizzeria.

Es gibt enorm viele Fragezeichen. Aber eines ist offensichtlich: Musk meint es ernst. Und bisher ist ihm vieles gelungen. 2002 gründete er Space X, ohne jegliche Raumfahrterfahrung. Schon vier Jahre später, 2006, versuchte er den ersten Raketenstart - ohne Erfolg. Zwei Jahre später gelang ihm beim vierten Versuch dann der ersehnte Raketenflug ins All. „Wir waren wirklich runter bis auf unsere letzten Pennies“, erzählt er. Es war der Durchbruch: Im gleichen Jahr vergab die NASA SpaceX einen Auftrag für die Lieferung von Fracht in den Erdorbit.

Musk erfüllte den Auftrag schon 2012: SpaceX schickte seine erste Raumkapsel zur Raumstation ISS und versorgte die Astronauten mit Nachschub. 2013 begann Musk mit den ersten Versuchen, eine Rakete zu starten und wieder zu landen: Grasshopper hieß die Maschine, die wenige hundert Meter in die Luft stieg und wieder hinab flog. 2015 dann der gewaltige Erfolg: Eine Falcon-9-Rakete startete ins All und landete wenige Minuten später wieder sicher auf der Erde.

Doch Raumfahrt ist hart, das musste Musk Anfang September wieder erfahren, als eine Rakete aus bisher unerfindlichen Gründen auf dem Startplatz in einem Feuerball aufging.

„Wir gehen davon aus, drei Monate am Boden zu bleiben“, sagte Gwynne Shotwell, Präsidentin und COO von SpaceX auf der World Satellite Business Week in Paris. „Wir werden im November zurück in den Flugbetrieb gehen.“

Elon Musk ist mit seinen Mars-Plänen nicht allein. Viele der wichtigsten Verfechter der Mars-Besiedlung saßen und standen sogar ganz vorne im Publikum, als er in Mexiko seine Pläne präsentierte. Unter anderem darunter: Buzz Aldrin, Apollo-Astronaut und zweiter Astronaut auf dem Mond. In einem Buch hat Aldrin sich unlängst für den bemannten Flug zum Mars ausgesprochen.

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