
Zwei Wochen vor den Olympischen Spielen in London zeigte Stabhochspringer Björn Otto beim Diamond-League-Meeting London, warum er zu Deutschlands großen Sieghoffnungen bei Olympia gilt. Am Ende war die Nachricht des Tages für die deutschen Fans aber nicht sein erster Karrieresieg in der Leichtathletik-Königsklasse, sondern vor allem das Bangen um seine Hightech-Ausrüstung.
Beim Versuch, die 5,93 Meter zu überspringen, knackste es und Ottos „Superstab“ war nicht mehr zu gebrauchen – zumindest traute sich der 34-Jährige daraufhin nicht mehr voll Tempo zu machen. „Ich dachte, er geht ganz kaputt“, so Otto.
Jetzt muss der Leichtathlet hoffen, dass sein bester Stab in Neuauflage rechtzeitig zum Wettkampf ist, denn das Hightech-Modell ist eine Sonderanfertigung aus den USA. Wie viele Sportler setzt auch der deutsche Stabhochspringer auf seine spezielle Ausrüstung: „Keiner springt so ein hartes Modell wie ich“, erklärt Otto. Deshalb muss dieses Modell extra aus den USA eingeflogen werden.
Das Neueste, das Beste will jeder Sportler für Olympia.
Erfolgreichste deutsche Olympioniken
Birgit Fischer holte zwischen 1980 und 2004 im Kanu acht Gold- und vier Silbermedaillen, bis 1992 für die DDR, seither für die wiedervereinigte Bundesrepublik.
Reiter Reiner Klimke sammelte von 1964 - 1988 sechs Gold- und zwei Bronzemedaillen.
Schwimmerin Kristin Otto holte 1988 in Seoul unfassbare sechs Goldmedaillen für die DDR.
Dressurreiterin Isabell Werth gelangen von 1992 bis 2008 bisher fünf Gold- und drei Silbermedaillen.
Reiter Hans Günter Winkler gewann zwischen1956 und 1976 fünf Mal Gold und je ein Mal Silber und Bronze.
Mit dem Ganzkörperoutfit zum „Turbospeed“
Mit Hightech auf dem Körper dürften in diesem Jahr besonders die US-Athleten auffallen. Sie treten bei den Olympischen Spielen nämlich mit superaerodynamischen Trikots an, die der Sportartikelhersteller Nike für sie entwickelt hat. Der „Nike Pro Turbospeed“ soll der schnellste und leichteste Laufanzug sein, den das Unternehmen je entwickelt hat. Nike behauptet der futuristisch anmutende Ganzkörper-Speed-Anzug mache die Sportler auf 100 Metern bis zu 0,023 Sekunden schneller. Sollte das stimmen, könnte dadurch Sieg oder Niederlage entschieden werden.
Das Ganzkörperoutfit, das im Windkanal getestet wurde, ist zudem von besonderer Umweltfreundlichkeit: Der Stoff für einen Anzug wurde aus rund 13 recycelten Plastikflaschen hergestellt, heißt es.
Ein ähnliches Outfit sorgte bei den letzten Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 für Furore, allerdings in einer gänzlich anderen Sportart: Beim Schwimmen gab es Aufregung um den „LZR Racer“ des australischen Herstellers Speedo. Olympiasieger Michael Phelps (USA) trug ihn ebenso wie Australiens Weltmeisterin Libby Tricket – und sie gewannen.
Der komplett verschweißte Schwimmanzug galt als Wunder des Olympiajahres, da fast alle Weltrekorde 2008 von Trägern des LZR Racer gewonnen wurden. „Die Athleten reißen sich um das Teil, sie sind überzeugt: In diesem Anzug schwimme ich am schnellsten“, sagte Bundestrainer Manfred Thiesmann damals in Peking. Lange hielt der Hype aber nicht an, denn die Hightech-Anzüge wurden verboten. Bei diesen Spielen schwimmen die Sportler also leichter bekleidet um die Medaillen. Demnächst könnten sie aber wieder erlaubt werden.