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Sternstunde

Astronauten: Das härteste Casting der Welt

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Astronauten müssen teamfähig sein

Das ESA gibt es seit 1990. Es ist die

Um viele Menschen ist es in dieser Hinsicht offenbar nicht sonderlich gut bestellt. Denn von den 918 Kandidaten blieben nur 192 übrig. Darunter auch Alexander Gerst, dem erst langsam dämmerte, dass die ganze Sache mit dem Weltraumflug vielleicht doch nicht nur ein schöner Traum bleiben musste. 

Erneut wurde er eingeladen. Und diesmal hatte die Esa ein ganzes Team an Psychologen auf die potentiellen Astronauten angesetzt. Sie beobachteten sie bei Gruppenaufgaben. Und sie führten lange, tiefschürfende Gespräche. “Astronauten müssen begabte Kommunikatoren sein”, sagt Testleiter Danesy, “sie müssen teamfähig sein und in Konflikten angemessen reagieren.” 

Man darf nicht vergessen, dass die Crew auf der ISS sechs Monate lang eingeschlossen ist. Für jeden Drehbuchschreiber wäre das ein vernünftiger Plot für einen Horrorfilm, bei dem spätestens nach den ersten 45 Filmminuten alle ausrasten. Aber eben das darf auf der ISS nicht passieren.

Und darum müssen Astronauten enorm zähe Typen sein, die so schnell nichts aus der Geduld bringt und die auch das ständige Summen der Lüftung auf der Raumstation nicht irgendwann dazu verleitet, eine Luke aufzureißen und sich ins All zu stürzen. 

Astronomen entdecken aktives schwarzes Loch
erwachendes Schwarzes Loch in der Polarring-Galaxie NGC 660 Quelle: dpa
Bereits Ende Februar 2015 hatten Astronomen ein monströses Schwarzes Loch mit der Masse von zwölf Milliarden Sonnen entdeckt. Das Massemonster sitzt im Herz einer aktiven Galaxie, die so hell leuchtet wie 420 Billionen (420.000.000.000.000) Sonnen. Dieser sogenannte Quasar strahlt quer durch fast das gesamte sichtbare Universum zu uns, wie das internationale Team um Xue-Bing Wu von der Universität Peking im britischen Fachblatt "Nature" berichtet. Der Quasar ist nach den Messungen 12,8 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt - sein Licht war also 12,8 Milliarden Jahre zu uns unterwegs. Damit sehen die Astronomen dieses Himmelsobjekt in einer fernen Vergangenheit, als das Universum erst 900 Millionen Jahre alt war. Damals endete in etwa das sogenannte Dunkle Zeitalter mit dem Aufflammen der ersten Sterne. Unklar ist, wie in der vergleichsweise kurzen Zeit vom Urknall bis zu dieser kosmischen Dämmerung ein so massereiches Schwarzes Loch entstehen konnte. Quelle: dpa
 Das Handout der Zeitschrift «NATURE» zeigt eine Illustration eines schwarzen Loches in einem Kugelsternhaufen. Quelle: dpa
Ein vom US-Weltraumteleskop «Wise» zusammengesetzes Bild des Himmels zeigt neu entdeckte Galaxen markiert als lila Punkte. Quelle: dpa
Eine Illustration zeigt die Vorstellung eines Künstlers vom Quasar 3C 279 Quelle: dpa
Shown above is an artist's concept of matter swirling into a supermassive black hole. Quelle: REUTERS
A supermassive black hole at the heart of the Milky Way Quelle: REUTERS

Auf 55 Kandidaten traf das zu - und darunter wieder Gerst. So langsam konnte er sich leise Chancen ausmalen. Aber eine wichtige Prüfung stand erst noch an: Der so genannte astromedizinische Test. Eine ganze Woche lang schwitzten die Bewerber auf dem Ergometer, ließen sich die Herztöne abhören und den Blutdruck messen, spendeten Blut und durchliefen Konditionstests.

“Astronauten müssen keine Hochleistungssportler sein”, sagt Hans Bolender, Leiter der Trainingsabteilung im EAC, “sondern einfach nur fitte und gesunde Leute.” 

Alle 55 Kandidaten hatten bereits eine Flugtauglichkeitsprüfung bestanden, bevor sie sich überhaupt beworben hatten - eine Untersuchung, bei der ein speziell ausgebildeter Arzt praktisch den gesamten Körper durchscannt: Das Herz, die Lunge, das Blut, Nieren, die Knochen. Sogar “Leistenbruch, Narbenbruch oder Hodenbruch” müssen die Experten ausschließen, wie es in einem medizinischen Informationsblatt heißt. 

Wer einen Flugtauglichkeitstest besteht, ist mit großer Wahrscheinlichkeit kerngesund. Aber was normal ist und was gesund - darüber hat die Esa offenbar eigene Maßstäbe: Nach dem Test durch die Esa-Mediziner blieben von den 55 Kandidaten nur 22 übrig. “Die waren genial”, schwärmt mir Personalchef Delany am Telefon vor. 

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