Sternstunde

Weltraum: Privatflug auf den Mond

Andreas Menn Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Andreas Menn Redakteur Innovation & Digitales

Ein US-Startup will noch in diesem Jahrzehnt Menschen auf den Mond senden – und sammelt nun Geld via Crowdfunding.

Härtetest für privates Weltraum-Taxi
In den USA laufen die Vorbereitungen für einen Testflug der neuen Rakete Antares, die in Zukunft Fracht-Transporter zur Internationalen Raumstation ISS bringen soll. Der Start sei für Mittwoch um 17.00 Uhr Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) im US-Bundesstaat Virginia geplant, so die US-Raumfahrtbehörde Nasa und der Hersteller, das US-Unternehmen Orbital. Quelle: Nasa
Die von Orbital entwickelte 40 Meter lange unbemannte Trägerrakete soll künftig den privaten Raumfrachter Cygnus ins All tragen, um die ISS mit Vorräten, Ersatzteilen und Materialen für wissenschaftliche Experimente zu versorgen. Quelle: dpa
Orbital ist eines von zwei Unternehmen, das mit der Nasa einen Vertrag über die Versorgung der Internationalen Raumstation ISS abgeschlossen hat. Sollte der Test gelingen, wird Orbital im Sommer in einem weiteren Test ein Versorgungsraumschiff zur ISS schicken. Quelle: AP
Die Nasa hat den Betrieb ihrer Shuttle-Flotte 2011 aus Kostengründen eingemottet. Für Reisen zur ISS können Astronauten in den russischen Sojus-Kapseln mitfliegen. Doch für größere Transporte ist Sojus zu klein. Deshalb entwickeln private Unternehmen wie Orbital unbemannte Weltraumtransporter. Quelle: dpa
Sind alle Tests erfolgreich, soll Orbital im Auftrag der Nasa acht Missionen zur ISS verwirklichen. Dabei würden die Cygnus-Kapseln insgesamt 20 Tonnen Fracht zur Raumstation liefern. Der Auftrag hat nach Nasa-Angaben ein Gesamtvolumen von rund 1,9 Milliarden Dollar (etwa 1,45 Milliarden Euro). Quelle: Orbital
Der Termin für den Start der Rakete könnte sich bei schlechtem Wetter allerdings verzögern. Er war in der Vergangenheit bereits mehrmals aus technischen Gründen verschoben worden. Quelle: AP
Bislang hat erst ein Privatunternehmen für die Nasa Fracht zur ISS transportiert: Im vergangenen Mai startete die unbemannte Dragon-Kapsel des kalifornischen Unternehmens SpaceX zu ihrem ersten Versorgungsflug. Quelle: Nasa

Neil Armstrong hinterließ als erster Mensch Fußabdrücke auf dem Mond – und der Menschheit ein legendäres Zitat. Von da an ging es stetig bergab: Die Mission Apollo 13 tötete nach der Explosion eines Tanks fast ihre Astronauten. Die Mondmissionen gerieten in die Kritik. Und von Eugene Cernan, der vor 40 Jahren als letzter Mensch den Mond verließ, sind vor allem live ins Radio übertragene Flüche in Erinnerung, über die sich die Amerikaner echauffierten: „Hurensohn! Was zur Hölle ist passiert!“, rief er, als seine Mondfähre kurz außer Kontrolle geriet. Seitdem herrscht Stille auf dem Erdtrabanten.

Und die macht Wissenschaftler, die sich mit dem Mond beschäftigen, fast verrückt. Tausend ungelöste Fragen beschäftigt sie: Wie viel Wasser gibt es auf dem Mond? Wie ist er überhaupt entstanden? Wie ließe sich mit Mond-Sand Treibstoff herstellen? Astronauten auf dem Erdtrabanten könnten all diese Probleme erforschen – aus der Ferne ist das viel schwieriger. 295 Kilogramm Mondgestein, das die Apollo-Missionen zur Erde brachten, lagern im Johnson Space Center in Texas. Forscher erzählten vergangenes Jahr am Rande einer Mondkonferenz in Berlin, sie könnten sich glücklich schätzen, wenn sie nur ein Sandkorn davon für ihre Experimente erhielten.

Starke Sprüche aus dem All
Die erste Mondlandung war auch ein Ereignis der großen Gesten und pathetischen Worte. Neil Armstrongs erster Satz beim Verlassen der Landefähre ist längst Legende. Dass es auch ein paar Nummern kleiner geht, belegt die folgende Auswahl von Sprüchen aus dem All. Quelle: AP

Aber vielleicht gibt es bald Nachschub. Ein privates Startup aus den USA nämlich hat kürzlich ein waghalsiges Projekt angekündigt: Bis zum Ende des Jahrzehnts, erklärten die Manager der Golden Spike Company, werde das Unternehmen eine Mondlandfähre bauen und private Trips auf den Erdtrabanten ermöglichen.

Die private Apollo-Mission soll wie folgt ablaufen: Raketen transportieren nacheinander ein Raumschiff und eine Mondlandefähre in eine Erdumlaufbahn. Beide schließen sich zusammen und fliegen Richtung Mond. Dort teilt sich das Vehikel in ein Raumschiff, das um den Mond kreist, und eine Fähre, die auf dem Trabanten landet. Zum Rückflug fliegt die Fähre zum Raumschiff und beide schießen zurück zu Erde.

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