Stiftung Warentest Gift und billige Ersatzstoffe in Pesto

Es ist grün, lecker und möglicherweise gesundheitsschädlich – das Pesto. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergab: Von 30 Basilikumsoßen verdienten nur drei das Qualitätsurteil „gut“, eine war schadstoffbelastet.

Promis, denen die Deutschen vertrauen
Was bringt Werbung mit Prominenten? Ob der Verkauf eines Produktes durch das richtige Marketing zulegt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mit einer Umfrage unter 4.000 Deutschen hat der Dienstleister Celebritiy Performance (CPI) die Werbewirksamkeit von 100 Promis im deutschsprachigen Raum untersucht. Dabei spielen die Image-Stärke und die Bekanntheit die entscheidende Rolle. Außerdem eignet sich nicht jeder Promi für jedes Produkt. Die Stars mit dem höchsten Werbepotenzial… Quelle: dapd
Platz 100: SidoSchlusslicht der Rangliste ist der Rapper Sido. Er ist einer von nur sieben deutschen Musikern, denen die Ehre zuteil wurde, eine „Unplugged“-Konzert für den Musiksender MTV aufzunehmen – und erst der zweite Hip-Hop-Künstler Deutschlands nach den Fantastischen Vier, dem dies gelang. Sein CPI-Index erreicht trotzdem leider nur 32,4 Punkte. Quelle: dpa
Platz 50: Veronica FerresDie große Zeit der einst so beliebten Schauspielerin Veronica Ferres scheint vorbei zu sein. Sie erreicht mit einem Index-Wert von 49,9 Punkten nur Platz 50. Ob die Lebensgemeinschaft mit dem öffentlich massiv kritisierten Multimillionär Carsten Maschmeyer – dem Gründer des Finanzdienstleisters AWD – eine bessere Platzierung verhindert, bleibt in der Untersuchung offen. Quelle: dpa
Platz 10: Herbert GrönemeyerDie Top Ten des Rankings sind bei den Deutschen nahezu über jeden Zweifel erhaben. Herbert Grönemeyer erfreut sich großer Bekannt- und Beliebtheit, seine Konzerte füllen seit Jahren ganze Stadien. Sein Index erreicht 61,6 Punkte. Bleibt die Frage, für was er optimal werben könnte. Quelle: dpa
Platz 9: Hape KerkelingUmfragen zufolge hätten viele Deutsche den Entertainer Hape Kerkeling gern als Moderator von „Wetten, dass…?“ gesehen, aber er wollte nicht. Hape Kerkeling ist gleichermaßen bekannt wie beliebt und erreicht einen Wert von 61,7. Humor ist halt auch gut für Werbung. Quelle: AP
Platz 8: Michael „Bully“ HerbigNoch ein Prominenter, der Deutschland gern zum Lachen bringt. Michael Herbig (unter anderem „Der Schuh des Manitu“) erreicht einen CPI-Index-Wert von 62,6 Punkten Quelle: dpa
Platz 7: Peter MaffayDer zweite deutschsprachige Musiker unter den Top Ten ist Bühnen-Dino Peter Maffay, der zudem durch seine Tabaluga-Projekte auch bei Kindern sehr erfolgreich ist. Ein Wert von 63,1 Punkten hievt ihn auf Platz 7. Quelle: dpa

Spätestens seit Steffi Graf in der Werbung die Pastasoßen von Barilla anpreist, erfreut sich das Pesto in Deutschland höchster Beliebtheit. Kein Wunder, geben doch 65 Prozent der Deutschen an, ihrer großen Tennislegende zu vertrauen. Das Vertrauen in das beworbene Produkt wurde heute indes schwer erschüttert: Ein Drittel der von der "Stiftung Warentest" untersuchten Basilikumsoßen erhielt die Note „mangelhaft“, wie die Zeitschrift am Donnerstag in ihrer August-Ausgabe berichtet.

Insbesondere bei den Zutaten nehmen es die Hersteller nicht so genau: So wurden in fünf von sechs Pesti Genovese Oliven- durch Sonnenblumenöl, Pinien- durch Cashewkerne oder Parmesan und Pecorino durch Kartoffelflocken und Weizengrieß ersetzt. Wer sich nicht eines Etikettenschwindels schuldig machen und dennoch bei der Produktion sparen möchte, greift auf Bezeichnungen zurück wie "Pesto alla Genovese" oder "Pesto Verde" – denn diese Begriffe sind nicht geschützt.

Zwei dieser Basilikumzubereitungen aus dem Kühlregal schmeckten laut „test“ fast wie selbstgemacht: der Testsieger heißt "Frisches Pesto Basilico" von Hilcona mit der Note "gut" (2,0). Auch ganz vorne mit dabei: die günstigen Zubereitungen von Aldi Nord ("Casa Morano Pesto Verde") mit der Note 2,2 sowie das "Pesto alla Genovese" von Rewe (2,5).

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Andere Produkte fielen beim Geschmack durch. So etwa das "Lucchi & Guastali" von Manufaktum, einem der teuersten der untersuchten Produkte. Es fiel auch aufgrund von Verderbniskeimen und einer faserigen Konsistenz durch. Im Pesto von Bernbacher fanden sich sogar feine, harte Bambusfasern, die in Lebensmitteln überhaupt nichts zu suchen haben.

Im Biopesto des Schweizer Herstellers Ppura ließ sich der potenziell krebserregende Schadstoff Anthrachinon nachweisen. In der EU ist er als Pestizid nicht zugelassen. Die analysierte Menge überschritt den zulässigen Grenzwert um das 80-fache. Nach einer Vorabinformation vor Erscheinen des Hefts rief der Anbieter das Produkt bereits zurück.

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