Stiftung Warentest Keime im Mineralwasser entdeckt

Wie gesund ist natürliches Mineralwasser? Die Stiftung Warentest hat 20 Sorten auf ihre Inhaltsstoffe untersucht und festgestellt: Nicht jedes Mineralwasser ist so rein, wie es das Etikett vorgibt.

Die Stiftung Warentest hat Mineralwasser untersucht. Quelle: dpa

Mineralwasser gilt als wahres Lebenselixier. Mehr als 100 Liter trinkt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Doch was ist wirklich drin im beliebtesten Durstlöscher der Deutschen? Die Stiftung Warentest hat 20 Mineralwässer aus verschiedenen Regionen der Bundesrepublik untersucht – und bei drei von ihnen Stoffe entdeckt, die alles andere als "natürlich rein" sind.

Bei den Marken Harzer Grauhof Medium, Original Selters Classic, und Glashänger Classic wiesen die Tester Fremdstoffe nach. Die mit Abstand größte Belastung hatte Harzer Grauhof Medium. Dort fand die Stiftung Warentest Süßstoffe sowie Pilz- und Unkrautvernichtungsmittel im Wasser. Mit je 200 Nanogramm pro Liter überschritten zwei der vier eingesetzten Herbizide den Richtwert von 50 Nanogramm pro Liter um das Vierfache.

Diese Mineralwassersorten empfiehlt Stiftung Warentest

Die Verunreinigungen stellen zwar kein Gesundheitsrisiko dar, schreiben die Tester. Menschen mit Immunschwäche sollten dennoch besser auf den Kauf dieser Marken verzichten oder das Wasser vor dem Trinken abkochen.

Die Fremdstoffe im Wasser sind laut Stiftung Warentest ein Zeichen dafür, dass die Quelle nicht gut genug geschützt ist. Normalerweise verhindert eine dichte Schicht, etwa aus Ton, dass Fremdstoffe hineinsickern. Solche Verunreinigungen, wie sie bei den getesteten Mineralwässern vorgekommen sind, können beispielsweise über das Abwasser aus Haushalten und Industrie erst ins Grundwasser und später in tiefere Schichten gelangen.

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In allen Prüfpunkten einwandfrei waren lediglich sechs der getesteten Wässer - jeweils drei mit mittlerem und hohem Kohlensäuregehalt. Die mikrobiologischen Vorgaben der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTVO) wurden allerdings von allen untersuchten Produkten erfüllt, erklärten die Tester.

Anders als Leitungswasser dürfen Mineralwasser laut MTVO nicht aufbereitet werden. Die Zusammensetzung des Wassers ist deshalb auch ein Spiegel der Mineralstoffe und Spurenelemente der Gesteinsschichten, durch die es geflossen ist. An den enthaltenen Stoffen lässt sich ablesen, wo es abgefüllt wurde: Wasser aus flachen Regionen enthält oft weniger Mineralstoffe als Wasser aus bergigen Regionen.

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