Stiftung Warentest Mineralwasser enthält oft Schadstoffe

Mineralwasser gilt als gesund und wahres Lebenselixier. Doch die Stiftung Warentest hat nun 30 Medium-Sprudel geprüft und festgestellt: Sie enthalten kaum Mineralien, dafür aber Pestizide und andere Verunreinigungen.

Die Stiftung Warentest hat Mineralwasser untersucht - mit beunruhigenden Ergebnissen. Quelle: dpa

Gerade im Sommer ist Wasser der ideale Durstlöscher. Es sollte aber besser nicht aus der Flasche kommen. Denn die Stiftung Warentest hat 30 Medium-Mineralwässer untersucht und stellte dabei fest, dass die Sprudel längst nicht so rein und mineralstoffreicht sind, wie die Werbung glauben macht. Nur wenige Wässer waren uneingeschränkt empfehlenswert. Dabei ging die Bandbreite der Untersuchung vom Discounter-Sprudel bis zur teuren Marken.

Diese unerwünschten Stoffe wurden gefunden:

- Abbauprodukte von Pestiziden. Sie stammen aus Unkrautvernichter oder Pilzbekämpfungsmitteln, also Verunreinigungen aus der Agrarwirtschaft. Der Grenzwert liegt hier bei 50 Nanogramm pro Liter - die Prüfer fanden im Wasser "Markgrafenquelle" 140 Nanogramm pro Liter.

- Süßstoffe. In Getränken und Lebensmitteln wird etwa der künstliche Süßstoff Acesulfam-K häufig eingesetzt. Da unser Körper ihn nicht abbauen kann, gelangt er über das Abwasser ins Grundwasser, und von dort auch ins Tiefenwasser und in die Mineralwasserquellen.

- Rostschutzmittel. In einem Wasser wiesen die Tester Abbauprodukte nach, die vermutlich aus oberirdischen Verunreinigungen mit Korrosionsschutzmitteln stammen.

- Acetaldehyd. In zehn Fällen wurden im Wasser hohe Mengen an Acetaldehyd nachgewiesen - ein Stoff, den PET-Flaschen abgeben und dessen mögliche krebsfördernde Wirkung von der Wissenschaft untersucht wird. Er sei zwar nicht in gesundheitsgefährdenden Mengen vorhanden gewesen, habe aber den Geschmack negativ beeinflusst, so das Urteil der Tester.

Diese Mineralwassersorten empfiehlt Stiftung Warentest

Akute Gesundheitsgefährdungen gehen von diesen Verunreinigungen laut den Experten zwar nicht aus, jedoch müsse man die angepriesene Reinheit von Mineralwässern in Frage stellen.

Das erstaunliche Ergebnis des Tests: Billig-Produkte wie die Wässer von Aldi, Lidl, Netto, Norma oder Penny schnitten besonders gut ab. Die Marke "Vilsa-Brunnen" hingegen erhielt eine schlechte Note, da das Wasser zu wenig Mineralstoffe enthält und zudem schlecht schmeckte. Das Wasser der Handelsmarke "Ja" von Rewe enthielt im Test so viel Nickel, dass es eigentlich nicht hätte verkauft werden dürfen.

Der gesundheitliche Nutzen von vielen Mineralwässern ist fraglich: 18 Produkte waren weit von dem erwarteten hohen Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium oder Magnesium entfernt. Sie enthielten weniger als 500 Milligramm pro Liter. Vor allem Sportler, die viel schwitzen, sollten auf den Mineralstoffgehalt achten. Hier zahlt sich der Griff zu einem Markenprodukt aus: Alle Wässer mit hohem Mineralstoffgehalt waren teure Marken. Allerdings enthielten drei davon Keime, so dass sie für Menschen mit Immunschwäche oder Babys nicht zu empfehlen seien. Für sie müssten sie abgekocht werden.

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