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Stiftung Warentest Nur jedes dritte Mineralwasser ist "gut"

Im großen Mineralwasser-Test bewertet die Stiftung Warentest nur jedes dritte Wasser mit "gut". Einige Eigenmarken von Supermärkten fallen überraschend positiv auf – bis auf eine. Die Gewinner und Verlierer.

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Mineralwasser hat unterschiedliche Qualität, stellte die Stiftung Warentest fest. Quelle: obs

„Wasser ist der Ursprung von allem“, sagt der griechische Naturphilosoph Thales von Milet. Ich würde sogar sagen: Wasser ist Lebenselixier! Denn über 70 Prozent unseres Körpers besteht schließlich aus Wasser. Ohne funktioniert der Stoffwechsel nicht, wir verdursten.

Pro Jahr trinken wir Deutschen 150 Liter Wasser. Aber mal ehrlich, eigentlich ist Wasser für uns doch ziemlich selbstverständlich, oder? Quasi Alltag in seiner flüssigsten Form: Wir waschen uns morgens damit, kochen dann unseren Tee oder Kaffee, schwimmen ein paar Bahnen und trinken zwischendurch mal einen Schluck.

Aber genau hier wird es interessant, denn Wasser ist nicht gleich Wasser. Auf die inneren Werte kommt es an! Immerhin reden wir von des Deutschen liebstem Getränk, pro Kopf sind es fast 150 Liter Mineral- und Heilwasser, die wir im Jahr zu uns nehmen – im Schnitt. Eigentlich müsste es also nicht heißen: „Du bist, was du isst“, sondern „Du trinkst, was du bist“.

Stiftung Warentest: Gute und schlechte Mineralwasser

Um zu erfahren, was drin ist, hat die Stiftung Warentest einen großen Mineralwassertest gemacht – und das Ergebnis überrascht. Zwei Handels- und zwei Traditionsmarken belegen die vorderen Plätze: Edeka Gut & Günstig (Vitaqua Quelle) und Lidl Saskia (Saskia Quelle, Wörth am Rhein) sowie Franken Brunnen und Gerolsteiner. Sie schmecken gut, enthalten wenige kritische Stoffe, wie etwa Chrom, und sind nicht verunreinigt.

Mineralwasser: Tipps für Verbraucher

Edeka „Gut & Günstig“ Wasser belegt Platz eins bei der Stiftung Warentest: Die beiden Discounter-Mineralwasser kosten nur 13 Cent pro Liter, für die beiden Markenmineralwasser muss man ungefähr einen halben Euro hinlegen. Die beiden teuereren Wässer würden viel Kalzium (gut für Knochen und Zähne) und Magnesium (wichtig für die Muskeln) enthalten, lobten die Tester.

Insgesamt hat die Stiftung Warentest 30 Wasser mit der Kohlensäuremenge „Medium“ untersucht – und nur jedes dritte für gut befunden. Das teilte die Verbraucherorganisation vorab aus der Juli-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ mit. 18 der getesteten Mineralwasser erhielten die Note „befriedigend“.

Unerwünschte Spuren aus Landwirtschaft, Industrie und Haushalten

Unter den elf „guten“ Mineralwassern sind acht von Discountern, neben Edeka und Lidl empfehlen die Verbraucherschützer Wasser von Kaufland (K-Classic), Aldi Nord (Quellbrunn) und Aldi Süd (Aqua Culinaris) und Rewe (ja!).
Warum schwankt die Bewertung von Netto-Wasser zwischen gut und ausreichend? Käufer sollten hier genauer hinschauen. Während das Wasser der Marke „Naturalis“ aus der Vitalquelle in der brandenburgischen Stadt Baruth die Note 2,5 erhält, erklärt die Stiftung Warentest die gleiche Marke zum Testverlierer – allerdings nur dann, wenn es aus der Quelle Fonte Guizza in Italien stammt.

Der Grund: Dieses Mineralwasser enthält 0,5 Mikrogramm Chrom pro Liter, der Stoff ist krebserregend. Der Leitwert liegt bei 0,3 Mikrogramm. Doch selbst bei einer dauerhaften Aufnahme des Wassers sei das Gesundheitsrisiko eher gering, erklärte die Stiftung.

Das sollten Sie über Wasser wissen
2010 erklärten die Vereinten Nationen sauberes Trinkwasser zu einem Menschenrecht. Quelle: dpa
Der Mensch besteht aus WasserJe nach Alter, Geschlecht und Kondition besteht der Mensch zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Ohne zu trinken, überlebt er nur wenige Tage. Quelle: imago images
Knapp drei Viertel der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Experten warnen, dass der Klimawandel den Meeresspiegel steigen lässt. Quelle: dpa
„Rokko No Mizu“ heißt das teuerste Mineralwasser, das weltweit verkauft wird. Quelle: dpa/dpaweb
Mehr als die Hälfte der weltweit verwendbaren Süßwasservorkommen finden sich laut der Umweltorganisation WWF in gerade einmal neun Ländern Quelle: AP
Indien hat die meisten Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser Quelle: dpa
Krankheitserreger im Trinkwasser verursachen jährlich den Tod von mehr als 1,5 Millionen Kindern. Quelle: dpa

Wie kommt es zu den vielen schlechten Testergebnissen? Insbesondere unerwünschte Spuren aus Landwirtschaft, Industrie und Haushaltsabwasser seien der Grund für schlechte Qualität – aber auch geschmackliche Fehler, die meist durch Kunststoffflaschen hervorgerufen würden.

Nach Angaben von Stiftung Warentest wurden zudem in fünf Wassern Spuren von Süßstoffen, Abbauprodukte von Pflanzengift und einem Korrosionsschutzmittel gefunden. Letzteres können Öle oder Lacke sein. Die Gehalte seien zwar „gesundheitlich unbedenklich“, schreiben die Tester „Die Bezeichnung ,natürliches Mineralwasser‘ stellen sie aber infrage“, sagt Ina Bockholt von der Stiftung Warentest.

Viele der getesteten Wasser aus Plastikflaschen schmeckten fruchtig-süß nach Acetaldehyd, bemängeln die Tester. Der Stoff entsteht bei der Kunststoffherstellung. Er kann der Stiftung Warentest zufolge aus Flaschen ins Wasser übergehen und schon in geringen Mengen zu Geschmacksveränderungen führen. Am schlimmsten wäre der Geschmack bei Naturalis von Netto.

Sollten wir nicht alle unser Geld sparen und lieber Leitungswasser trinken? Das Argument: Wasser aus der Leitung ist in Deutschland so gut geprüft, dass es in Sachen Gesundheit mit Supermarkt-Wasser mithalten kann. Mag sein, allerdings enthält es nur weniger Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium. Dieser kann der Mensch aber auch über die Nahrung aufnehmen.

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