Studie zur Lebenserwartung Vegetarier und Fleischesser leben ungefähr gleich lang

Vegetarier leben nicht unbedingt länger als Fleischesser, ist das Ergebnis einer Langzeitstudie. Stattdessen zeigte sich, die Krankheiten mit Todesfolge seien je nach Ernährungstyp unterschiedlich häufig.

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Brot macht dick und ist ungesundGerade für die Verfechter kohlehydratarmer Nahrung steckt der Teufel im Brot: Es mache dick und trage sogar Mitschuld an Diabetes. Das ist so allerdings nicht richtig: Gerade Vollkornbrot (echtes Vollkornbrot, kein mit Malz eingefärbtes Weißbrot) hat sehr viel Ballaststoffe. Die sind gesund und machen satt. Außerdem liefert es verschiedene Vitamine sowie Iod, Flur, Magnesium und Zink. Quelle: dpa
"Light", "Leicht" oder "Fettarm" - das ist gut für die schlanke LinieDie Lebensmittelindustrie hat den Trend zu bewusster Ernährung entdeckt und nutzt ihn mit Fitness- und Wellness-Begriffen gezielt aus. Doch die Verbraucherorganisation Foodwatch warnt: Oft werden so Lebensmittel beworben, die alles andere als kalorienarm sind. Der Verein hat das Nährwertprofil von sogenannten Fitness-Müslis, Wellness-Wasser oder Joghurt-Drinks überprüft und kam zu dem Ergebnis, dass die scheinbar "gesunden" Lebensmittel Softdrinks oder Fast-Food-Snacks beim Zucker-, Salz- oder Fettgehalt oftmals in nichts nachstehen. Bei fettarmen Produkten wird der Geschmacksmangel häufig durch zahlreiche andere Inhaltsstoffe, etwa Stärke und Zucker, ausgeglichen - der Kaloriengehalt unterscheidet sich kaum, ist manchmal durch den hohen Zuckergehalt sogar höher - und gesund ist das Light-Produkt noch lange nicht. Quelle: dpa
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Spinat und Pilze darf man nicht aufwärmen Quelle: Fotolia
Fett ist ungesund Fett ist nicht gleich Fett. Deshalb ist diese Verallgemeinerung falsch. Olivenöl beispielsweise kann bei regelmäßigem Genuss die Konzentration an LDL-Cholesterin im Blut senken. Außerdem liefert lebensnotwendige Fettsäuren und sorgt dafür, dass bestimmte fettlösliche Vitamine aus der Nahrung überhaupt erst aufgenommen werden können. Sämtliche Langzeitstudien zeigen zudem, dass Menschen, die viel Milch und Milchprodukte konsumieren, überwiegend eine niedrige Herz-Kreislaufsterblichkeit aufweisen – niedriger als diejenigen, die weniger davon essen. Quelle: dpa

Die Lebenserwartung von Vegetariern und Fleischessern ist ungefähr gleich lang. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie von Wissenschaftlern der Universität Oxford, an der 60.000 Briten teilnahmen. Damit stellt die Erhebung in Frage, ob die vegetarische Ernährung gesünder ist als die von Fleischessern. Denn: Das Risiko, zu sterben, sei sowohl bei Vegetariern als auch bei Fleischessern im Untersuchungszeitraum in etwa gleich hoch gewesen.

20.000 Briten aßen regelmäßig Fleisch, genauso viele ernährten sich vegetarisch, 13.000 verzehrten zwar Fleisch – aber weniger als sonst, und 8.000 aßen hauptsächlich Fisch. Während des Erhebungszeitraumes starben 5.000 Teilnehmer. Unabhängig von der Todesursache starb in allen Gruppen laut Studie ungefähr die gleiche relative Anzahl an Menschen.

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Die Todesursachen traten in den einzelnen Gruppen allerdings laut den Wissenschaftlern unterschiedlich häufig auf: Fischesser seien öfter als Fleischesser oder Vegetarier an Kreislaufleiden gestorben– dagegen habe Krebs bei Fischessern im Vergleich mit den anderen Gruppen seltener zum Tod geführt.

Verzerrende Faktoren – wie etwa Übergewicht, Rauchen oder Geschlecht – konnten die Wissenschaftler herauskalkulieren. Die Ergebnisse veränderten sich dadurch laut Erhebung allerdings kaum.

Viele Vegetarier hoffen, dass durch den Verzicht tierischer Fetter Herz und Gefäße geschont werden – das konnte die britische Studie nicht bestätigen.

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