Südkorea Samsung entschuldigt sich für MERS-Ausbruch

Der Ausbruch der Seuche MERS schadet dem Ansehen des Samsung-Konzerns. Der künftige Chef Lee Jae Yong gab am Dienstag eine öffentliche Entschuldigung ab. Hintergrund: Die Klinik, in der MERS ausbrach, gehört Samsung.

Jay Y. Lee hat sich öffentlich für den Ausbruch von MERS in Südkorea entschuldigt. Quelle: REUTERS

Der Erbe des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung hat sich für die Ausbreitung der Krankheit MERS in dem von seiner Stiftung betriebenen Krankenhaus entschuldigt. Der 47-jährige Lee Jae-yong verbeugte sich am Dienstag bei einer Rede und sprach den Opfern der Atemwegserkrankung sein Beileid aus. Von den bisher 175 MERS-Kranken in Südkorea waren 85 Patienten, Angestellte oder Besucher des Samsung Medical Center in Seoul.

Deshalb war Kritik aufgekommen, die Klinik habe nicht genügend zur Eindämmung des Virus getan oder gar fahrlässig gehandelt. „Unser Samsung Medical Center konnte die Infektion und die Ausbreitung von MERS nicht stoppen, die der Öffentlichkeit so viel Schmerz und Sorgen bereitet hat“, sagte Lee in seiner ersten Rede als Vorsitzender des Samsung-Stiftung. „Ich beuge mein Haupt zur Entschuldigung.“

Lee soll seinem kranken Vater Lee Kun Hee, 73, auch an der Spitze von Samsung nachfolgen, muss dafür nach Ansicht von Marktbeobachtern aber noch an Profil gewinnen. Die Rede zu MERS fiel auf seinen 47. Geburtstag und wurde landesweit im Fernsehen ausgestrahlt. Die Leitung der wohltätigen Stiftung von Samsung übernahm er erst im Juni. In der Konzernspitze fungiert er als Vizevorsitzender, sitzt aber nicht im Vorstand.

Der ältere Lee wird seit einem Herzinfarkt im Mai 2014 selbst im Samsung Medical Center behandelt.

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