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SuperMUC Europas größter Superrechner geht ans Netz

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Besonders umweltfreundliche Kühlung

Symbolischer Start des schnellsten Rechners Europas Quelle: dpa

Die Theorie über dunkle Materie und dunkle Energie im All ließ sich nur mit ihrer Hilfe untermauern. Auch Gensequenzen oder hochkomplexe Protein-Strukturen werden erforscht, bedeutsam bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson.

Die Funktionsweise von Organen wie der Lunge kann minutiös nachempfunden werden - ein Schritt, um etwa Schädigungen bei der Beatmung schwerkranker Patienten zu vermeiden. In der Verkehrstechnik arbeiten Forscher und Hersteller zusammen, um leisere Flugzeugturbinen zu entwickeln. Und beim Auto wird laut Bode fast alles simuliert von der Spritreduktion bis zu Klimaanlagen, die bei den Insassen kein Zuggefühl aufkommen lassen.

Mit einer ungewöhnlichen Methode spart der neue Rechner viel Energie: SuperMUC wird mit rund 40 Grad warmem Wasser gekühlt. „Die Chips laufen noch korrekt bei 70 oder 80 Grad“, sagt Bode. „Wegen der höheren Wärmekapazität führt Wasser die Wärme besser ab als Luft.“

Während klassische Rechenzentren 50 bis 100 Prozent ihres Energiebedarfs zusätzlich für die Kühlung brauchen, sind es beim SuperMUC 10 bis maximal 20 Prozent zusätzlich. 850.000 Euro Energiekosten sollen so pro Jahr gespart werden. Im Winter dient die Abwärme zum Heizen von Gebäuden. Im Sommer wird damit durch Verdampfen eines Kühlmittels Kälte erzeugt.

Das 130-Millionen-Projekt

In Arbeit
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Weiterer Zusatzeffekt: Der Rechner läuft ohne Lüfter viel leiser. Bode: „Es gibt Großrechner in der Welt, bei denen die Lüfter so laut sind, dass man die Rechnerräume ohne Ohrenschützer gar nicht mehr betreten kann.“ Rund 20 LRZ-Mitarbeiter betreuen den Rechner rund um die Uhr, die Personalkosten trägt Bayern.

Die mehr als 130 Millionen Euro für den Rechner und die Gebäudeerweiterung teilen sich Bund und Land, inklusive Stromkosten für fünf bis sechs Jahre. Dann wird schon der nächste Rechner in Bau sein - wieder mit weit mehr Leistung.

Forscher aus Deutschland sowie 23 weiteren Ländern Europas inklusive Israel und Türkei werden die neue IBM-Anlage nutzen. Physiker, Geowissenschaftler, Astronomen, Mathematiker und Mediziner profitieren ebenso wie Ingenieure und Klimaforscher davon. Das LRZ ist Teil der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und feierte mit der SuperMUC-Inbetriebnahme das 50-jährige Bestehen.

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