Supernova Studenten entdecken zufällig Sternenexplosion

Bei einem kurzen Teleskop-Workshop haben Studenten in London per Zufall eine Supernova entdeckt, die sich in zwölf Millionen Lichtjahren Entfernung ereignete. Seit 25 Jahren war uns keine Sternenexplosion so nah - und doch hätten Astronomen sie fast übersehen.

Raumfahrt-Bilder, die Geschichte schrieben
Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat das bislang farbenprächtigste Porträt des Universums geliefert. Ein neues Panorama der US-Weltraumbehörde NASA schließt erstmals ultraviolettes Licht ein, das normalerweise für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Auf dem Panorama, das aus mehr als 800 Fotos von „Hubble“ erstellt wurde, ist es als helles blau mit drehenden Galaxien zu sehen, die fünf bis zehn Milliarden Jahre alt sind. Insgesamt zeigt das Panorama an die 10.000 mehrfarbige Galaxien. „Hubble“-Astronom Zolt Levay sagte, durch die Hinzufügung von Ultraviolett und Infrarot könne man jetzt das breite Farbenspektrum des Universums „und noch einiges mehr“ sehen. Quelle: Reuters
Im Oktober 2913 schaute die Welt gebannt auf den Österreicher Felix Baumgartner. Der Extremsportler sprang aus 39 Kilometern höhe aus der Stratosphäre zurück auf die Erde. Weitere Bilder und Informationen zum Rekord-Sprung. Quelle: dapd
Zweimal hatte das Raumschiff den Mond schon umkreist, da änderte Kommandant Frank Borman ein klein wenig dessen Ausrichtung - und traute seinen Augen nicht. „Oh Gott! Seht euch dieses Bild da an“, rief er den beiden anderen Astronauten der „Apollo 8“-Mission zu. „Hier geht die Erde auf. Mann, ist das schön!“ Kollege William Anders griff nach einer Kamera, schraubte das längste Objektiv drauf, was er finden konnte, legte einen Farbfilm ein und knipste los. „Ich habe einfach klick-klick-klick-klick-klick gemacht“, erinnerte sich Anders, der am 17. Oktober 80 Jahre alt wird, später. Heraus kam eines der wohl bekanntesten Fotos der Welt: „Earthrise“ (Erdaufgang). Quelle: dpa
Die Crew der Apollo 8 (l-r): James A. Lovell, William A. Anders und Frank Borman in Kap Kennedy (Florida) im November 1968. Es war die zweite bemannte Raumfahrt des amerikanischen Apolloprogramms und der erste bemannte Mond zum Mond. Quelle: dpa
Apollo 11 trat im Jahr 1969 die Reise zum Mond an. Es war die erste Mission die auf dem Erdtrabanten landete und von dort auch wieder zurück zur Erde flog. Neil Armstrong war der erste Mensch auf dem Mond. Quelle: AP
Die Mission hielt die Öffentlichkeit in Atem. Nach dem Abflug besuchte der damalige US-Präsident Richard Nixon die Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin (von links). Die Astronauten befanden sich nach ihrer Rückkehr vom Mond für einige Tage in Quarantäne. Quelle: dpa
Bruce McCanndless war der erste Astronaut, der sich ohne Sicherheitsleine durch das Weltall bewegt hat. Dafür trug er bereits 1984 einen Raketentornister, mit dem er sich selbständig von der Raumstation wegbewegen konnte. Quelle: NASA

Die Sternenexplosion in zwölf Millionen Lichtjahren Entfernung war zu hell - automatische Überwachungsprogramme hielten sie teilweise für eine störende Lichtquelle. So wäre das Phänomen professionellen Forschern fast entgangen.

Doch vier Studenten und ihr Professor aus London entdeckten die Supernova durch Zufall. Am großen Uni-Teleskops am University College London sollten sie in einem 10-minütigen Workshop lernen, wie man die Kamera am Teleskop bedient.

In dem Artikel auf der Internetseite der Fakultät für Mathematik und Physik beschreiben die Studenten jetzt die Zufälle, die zu der bedeutenden Entdeckung führten. Wegen des bewölkten Himmels wählten die Studenten als die Galaxie "Messier 82", die zwischen den Wolken noch zu erkennen war. Dabei fiel ihnen ein ungewöhnlicher Lichtpunkt im Sternbild "Großer Bär" auf. Die Studenten beobachteten die Helligkeitsveränderungen genauer und machten schnell mehrere Aufnahmen.

Um Messfehler auszuschließen, benutzten sie ein weiteres Teleskop für zusätzliche Aufnahmen, kurz bevor die Wolken die Sicht verdecken konnten. Diese schickten sie an die International Astronomical Union (IAU). Deren Messungen zeigen: Diese Supernova gehört zur hellsten Gruppe der Sternenexplosionen, den "Typ-Ia-Supernovae". Deshalb war sie zunächst als störende Lichtquelle wahrgenommen worden. Die Forscher glauben, dass sie in einem sogenannten "Binären System" entstanden ist. Dabei zieht ein Stern des Typs "Weißer Zwerg" von einem benachbarten Stern ab, bis er instabil wird und explodiert.

Die IAU gibt der Supernova den offiziellen Namen SN 2014J. Der Professor und die Studentengruppe sind als ihre Erstentdecker eingetragen worden. Mit einer Entfernung von rund zwölf Millionen Lichtjahren zur Erde gehört die Zigarrengalaxie nach astronomischen Maßstäben noch zu unserer Nachbarschaft.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

So erdnahe Sternenexplosionen sind selten. Zuletzt war mit SN 1993J im März 1993 eine Supernova in elf Millionen Lichtjahren in der Galaxie M81 entdeckt worden. Die erdnächste gemessene Supernova hatten Astronomen wenige Jahre zuvor mit SN 1987A entdeckt. Sie hatte 168.000 Lichtjahre entfernt stattgefunden.

Hobbyastronomen können die Zigarrengalaxie mit der aktuellen Supernova auch ohne viel Erfahrung sehen. Sie befindet sich in der Nähe des "Großen Bären" und ist schon mit einem Fernglas zu erkennen. Astronomen vermuten, dass die Supernova in den nächsten Tage noch heller am Himmel erscheinen könnte.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%