Technologie Erstaunliche Prognosen für die nächsten zehn Jahre

Fleisch kommt aus dem Labor, Roboter liefern Pakete: Auf der Konferenz der Singularity University in Berlin gaben Technik-Visionäre Einblicke in die Trends der nahen Zukunft. Ihre kühnsten Vorhersagen.

Virtual Reality wird die Realität verdrängenNoch sind Datenbrillen, die uns in eine 3-D-Welt transportieren, nicht perfekt, ihre Bilder pixelig. Doch bald schon sei die Technik gut genug, um sie täglich zu benutzen, sagt David Roberts von der Singularity University. Und dann mache sie Dinge möglich, die die Realität nicht bieten könne: Sich an beliebige Orte teleportieren, fliegen wie ein Vogel, sein Aussehen verändern. "Die Zukunft wird viel seltsamer", sagt Roberts, "als wie heute noch denken." Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
Mobilität wird kostenlosIns selbstfahrende Auto steigen - und nichts für den Trip bezahlen: Das könne eines Tage vielleicht wahr werden, sagte Martin Hofmann, CIO bei Volkswagen. Der Grund: Solarstrom werde immer preiswerter, Tanken eines Tages spottbillig. Vielleicht verdienen Taxianbieter dann beispielsweise Geld mit Werbung, die auf Bildschirmen im Auto läuft. Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
Fleisch kommt aus dem LaborFleisch herzustellen, sei heute eine unglaublich ineffiziente Angelegenheit, sagt der US-Ökonom Nicholas Haan. Die Tierhaltung verbrauche Unmengen an Wasser, Energie und produziere erhebliche Mengen an Klimagasen. Die Lösung komme aus dem Labor: Fleisch aus der Petrischale, im Labor gezüchtet. Ein Hamburger aus dem Kunstfleisch koste inzwischen nur noch 12 Dollar. Bald könne die Methode helfen, die weltweite Ressourcenverschwendung zu stoppen und den Hunger zu besiegen. Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
10 Prozent aller Waren kommen aus dem 3-D-Drucker3-D-Druck werde die Art, wie wir Güter produzieren, schon bald massiv verändern, sagt Andre Wegner, CEO des US-Unternehmens Authentise. Zehn Prozent aller Waren würden im Jahr 2027 nicht in Fabriken  hergestellt, sondern vor Ort gedruckt - etwa Autoteile oder Werkzeuge. In fünf Jahren können man sich sogar Schuhe daheim drucken, so eine Vorhersage des Sportartikelherstellers Nike. Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
Niemand kann mehr LügenIn fünf Jahren wird es unmöglich werden, jemanden anzulügen, prophezeit Salim Ismail, Exekutive Direktor der Singularity University. Denn dank künstlicher Intelligenz würden Computer immer besser darin, unsere Emotionen zu entschlüsseln. Apps könnten bald anhand unserer Sprache erkennen, wenn wir etwas vortäuschen. Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
Wir wissen alles, was in der Welt passiertBald wissen wir über nahezu alles Bescheid, was in der Welt passiert, glaubt Singularity-University-Redner Salim Ismail. 500 Milliarden Geräte werden 2020 ans Internet angebunden sein und Daten über alles Erdenkliche zugänglich machen. Nebenbei vernetzen Ballons, Drohnen und Satelliten den gesamten Planeten und bringen mehrere Milliarden Menschen ins Netz, die heute noch offline sind. Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
Gentests kosten so viel wie eine ToilettenspülungEin menschliches Genom zu entziffern, kostete im Jahr 2001 rund 100 Millionen Dollar. Inzwischen sind es nur noch 1000 Dollar. Und im Jahr 2022, sagt Singularity-University-Gründer Peter Diamandis (der Mann im Roboter), werde die Analyse des Erbguts eines Menschen nur noch ein paar Cents kosten - so viel wie eine Toilettenspülung, sagt Diamandis. Dann lassen sich Infektionen oder Krebs blitzschnell diagnostizieren - und maßgeschneiderte Therapien entwickeln. Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
Jeder hat einen Tricorder daheimBlutwerte messen, Krankheiten erkennen: Dafür müssen Menschen bald nicht mehr unbedingt den Arzt besuchen. Stattdessen werden Geräte, nicht viel größer als Smartphones, die Aufgaben übernehmen, glaubt Zukunftsforscher Salim Ismail. Zahlreiche Startups entwickeln solche Tricorder. Viele sind im Rennen um einen 10-Millionen-Dollar-Preis der X-Prize-Stiftung. Die wird noch diesen Sommer den Gewinner küren. Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
Künstliche Intelligenz wird größer als wir selbstDie Intelligenz des Menschen sei nur wenig größer als die eines Gorillas, sagt KI-Experte Neil Jacobstein. Denkende Maschinen können eines Tages in vielen Bereichen schlauer werden als wir. Beim Sehen und Erkennen von Gegenstände seien sie uns heute schon überlegen. Eines Tages werde die Menschheit künstliche Gehirne bauen, so groß wie ein Haus. Selbst ein Geist wie Albert Einstein dürfte dagegen verblassen. Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
Roboter werden unsere Einkäufe liefernNoch bringt der Postbote Pakete vor die Tür. Doch bald werden das Roboter schneller und preiswerter erledigen, glaubt Brad Templeton, Software-Unternehmer und Guru für selbstfahrende Autos. Templeton berät das Startup Starship Technoogies, das noch dieses Jahr in Großbritannien Lieferroboter auf Bürgersteigen von Vororten ausschwärmen lassen will. Quelle: SingularityU Germany Summit/Sebastian Gabsch
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%