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Überschallflugzeuge Rückkehr der Königin der Lüfte

Ein Start-up aus Denver arbeitet an einer Neuauflage der legendären Überschallmaschine Concorde. Die Firma ist nicht allein. Auch die Nasa arbeitet an Überschallflugzeugen, die ohne den lästigen Knall auskommen.

Umstrittene Königin der Lüfte
Königin der Lüfte Quelle: AP
Von Anfang an umstritten Quelle: AP
Als Umweltverschmutzer verschrien Quelle: REUTERS
Geringe Reichweite Quelle: dpa
Lästiger Überschallknall Quelle: AP
Stars und Sternchen waren Dauergäste Quelle: dpa
In dreieinhalb Stunden von Europa nach New York Quelle: AP

Blake Scholl ist Optimist durch und durch. Ab 2020 will er Fluggäste wieder mit Überschallgeschwindigkeit transportieren. „Wir werden zunächst mit Privatjets für etwa 45 Personen beginnen, doch dann wird sehr schnell die Diskussion beginnen, ob es nicht effizienter ist, auch mehr Passagiere zu befördern“, sagte Scholl auf der Musik- und Internetkonferenz „South by Southwest“ in Austin im US-Bundesstaat Texas.

Aus technologischer Sicht ist diese Ankündigung keine Überraschung, gab es mit der 2003 außer Dienst gestellten Concorde doch schon mal einen Überschalljet für die kommerzielle Luftfahrt. Die eigentliche Herausforderung ist die Politik. Seit mehr als vier Jahrzehnten sind Flüge von zivilen Überschalljets in den USA verboten – wegen der Lärmbelästigung.

Scholl, selbst Pilot und Gründer der mittlerweile an Groupon verkauften Mobiltechnologiefirma Kima Labs, hält das von seinem Plan nicht ab. Der Gründer und Chef von Boom Technology in Denver glaubt, dass die Regulierer angesichts der Effizienzvorteile der ultraschnellen Flüge ihre früheren Vorgaben lockern werden. Die seien sowieso völlig veraltet.

Die Geschichte der Concorde

Mit dieser Meinung steht Scholl nicht alleine da. Eli Dourado vom Mercatus Center der George Mason Universität, ein Spezialist für Drohnen, Überschallflugzeuge und fliegende Autos, plädiert vehement dafür, die Vorgaben zu lockern. „Es ist doch enttäuschend, dass Überschallflugzeuge heute kaum schneller fliegen als die Concorde der 60er-Jahre“, sagt er.

Der Grund in seinen Augen: Wegen des Banns dieser Flugzeuge gebe es kaum Unternehmer, die sich mit der Weiterentwicklung der Technologie beschäftigten. „Wir müssen diese Stagnation in der Geschwindigkeit beenden. Denn Geschwindigkeit verändert die Welt.“

Scholl ist nicht der einzige, der die Überschalljets wiederbeleben will. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa arbeitet seit längerem an einer Neuauflage der Concorde. Das Ziel: Durch ein spezielles Design soll der mit dem Durchbrechen der Schallmauer verbundene Knall in seiner Lautstärke deutlich reduziert werden.

Wegen dieses Lärms war es der Concorde seinerzeit verboten gewesen, ihre maximale Geschwindigkeit über Land zu erreichen. Nur über dem Ozean war das erlaubt.

Das Überschallgeräusch tritt auf, wenn das Flugzeug schneller fliegt als der Schall in seiner Umgebung. Der dabei entstehende Verdichtungsstoß äußert sich in Form eines Knalls. Die Schallgeschwindigkeit ist dabei von vielen Faktoren abhängig, etwa von der Temperatur und der Luftdichte. In etwa elf Kilometern Höhe – eine typische Flughöhe – liegt sie bei rund 1060 Stundenkilometern.

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