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Umfrage zum Weltkrebstag Für die Krebsheilung würden Deutsche ihre Daten preisgeben

Keine Krankheit fürchten die Deutschen so sehr wie Krebs. Um die Heilungschancen zu erhöhen, würden sie persönliche Gesundheitsdaten preisgeben.

Mit vielen Daten kann die Krebsbehandlung stärker personalisiert werden. Quelle: dpa

FrankfurtWenn es um Krankheiten geht, fürchten die Deutschen Krebs am meisten. Zwei Drittel der Bürger sehen Tumorerkrankungen als größte Bedrohung ihrer Gesundheit an. Deutlich weniger fürchten sich beispielsweise vor Alzheimer oder Herzinfarkt oder Schlaganfall, obwohl die beiden letzteren am häufigsten zum Tode führen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und Strategy& unter 1.000 Bundesbürgern.

Entsprechend hoch ist der Stellenwert, den die Deutschen der Krebsforschung beimessen: 86 Prozent halten sie für „sehr wichtig“, elf Prozent immerhin noch für „wichtig“. Damit Krebs besser heilbar wird, wären die Mehrheit der Bürger auch bereit, ihre Gesundheitsdaten preis zu geben – vorausgesetzt, dass diese gut geschützt werden. Insgesamt könnten sich 80 Prozent der Deutschen ihre Daten etwa an Forschungszentren und Universitäten weiterleiten. Zwei Drittel der Befragten wären sogar bereit, die Krebsforschung durch Teilnahme an Studien zu unterstützen.

Laut Krebsbericht des Robert-Koch-Instituts sterben in Deutschland jährlich rund 102.000 Frauen und 121.000 Männer an Krebs. Das ist im Durchschnitt jeder zweite Patient, bei dem eine Form von Krebs diagnostiziert wurde. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede bei der Art der Krebserkrankung: Bei vielen Tumorerkrankungen (wie Brustkrebs) gibt es mittlerweile sehr gute Überlebenschancen oder gar die Hoffnung auf Heilung, für andere – etwa Bauspeicheldrüsenkrebs gibt es kaum Therapieoptionen. Weil die Gesellschaft immer älter wird, erwarten die Experten des Robert Koch Instituts (RKI) in den nächsten Jahren einen deutlichen Zuwachs an Neuerkrankungen. Bei Frauen wird bei Neuerkrankungen am häufigsten Brustkrebs diagnostiziert (31 Prozent), bei Männern Prostatakrebs (23 Prozent).

Die Fortschritte in der Krebsbehandlung sind in den vergangenen Jahren maßgeblich durch personalisierte Therapiekonzepte erreicht worden. Mit moderner Diagnostik werden genetische, molekulare und zelluläre Besonderheiten eines Patienten erfasst, um daraus Schlüsse für die geeignete Therapie zu ziehen. „Die Bürger haben erkannt, welch enormes Potenzial die personalisierte Medizin in der Krebstherapie bietet. Daher sind sie bereit, ihre persönlichen Daten zu teilen, sofern der Datenschutz gewährleistet ist“, sagt Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswesen & Pharma bei PwC Deutschland. Falls es dem Gesundheitswesen gelänge, große Datenbestände aufzubauen und für die Entwicklung neuer Krebsmedikamente zu nutzen, könnten Krebspatienten künftig deutlich zielgerichteter behandelt werden, so Burkhart.

Wenn es um die Weitergabe ihrer Daten geht, vertrauen die Bürger übrigens den Universitäten am meisten. 64 Prozent der Befragten geben dies an. 53 Prozent nennen noch niedergelassene Onkologen, 42 Prozent Krankenhäuser.
Allerdings ist nicht jeder bereit, seine Daten kostenlos freizugeben. Jeder Fünfte erhofft sich davon einen finanziellen Vorteil – entweder in Form von geringeren Krankenkassenbeiträgen (11 Prozent) oder einer angemessenen Bezahlung (7 Prozent). Rund 31 Prozent der Befragten würden ihre Daten ohne Gegenleistung weitergeben.

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