Verkehr Kranken-Wagen

Das Fahrzeug von morgen überwacht Herzschlag, Blutdruck und Pollenflug. Die Fahrwege warnen Autos bald vor Staus, erzeugen Strom und melden freie Parkplätze.

Das Fahrzeug von Morgen könnte den Routinebesuch beim Arzt ersetzen - indem es den Herzschlag und Blutdruck des Fahrers überwacht und nebenbei noch ein EKG anfertigt. Quelle: Fotolia

Autofahren könnte in Zukunft den Routinebesuch beim Arzt ersetzen. Denn ein neuer Sitz in Autos der US-Marke Ford überwacht mit sechs Sensoren den Herzschlag des Autolenkers und fertigt nebenbei noch ein Elektrokardiogramm (EKG) an. Ist das Herz aus dem Takt, alarmiert das Smartphone das nächste Krankenhaus; wird der Fahrer ohnmächtig, fährt der Wagen automatisch an den Straßenrand.

Pim van der Jagt, Chef des Ford-Forschungszentrums in Aachen, weiß, dass solche Systeme gebraucht werden: Studien zeigen, dass Autofahrer mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein rund 23 Prozent höheres Risiko haben, einen Verkehrsunfall zu verursachen. Deshalb entwickeln van der Jagt und sein Team einen solchen Sitz.

Das Problem: Im Auto müssen die Forscher den Herzschlag durch die Kleidung messen, Fahrer lassen sich nicht wie beim normalen EKG verkabeln. "Die Herausforderung ist, dass das System nicht nur funktioniert, wenn der Fahrer Baumwollkleidung trägt, sondern auch mit Textilien aus Polyester oder Wolle", sagt van der Jagt. Doch erste Tests zeigen, dass es klappt.

Rallye der Roboterautos
DARPA Grand ChallengeSeinen Ursprung hat der Wettbewerb für unbemannte Fahrzeuge in den USA. Im Jahre 2004 gingen die ersten Teams an den Start, um ein Preisgeld von einer Million US-Dollar zu gewinnen. Das US-Verteidigungsministerium sponsort die Rallye, um die Entwicklung autonom fahrender Fahrzeuge zu fördern. Quelle: Pressebild
KommandozentraleIn der Kommandozentrale sitzen die Mitglieder der Teams, die sich zunächst durch Qualifizierungsrunden gekämpft haben um sich dann im "Final Event" um das Preisgeld zu bemühen. Quelle: Pressebild
Grand Challenge 2004 und 2005Am 13.03.2004 und vom 08.-09.10.2005 war die Mojave Wüste in Nevada Schauplatz für die DARPA Rallye und zog viele Besucher an. Doch auf den Zieleinlauf der Roboterautos warteten sie 2004 vergeblich... Quelle: Pressebild
Siegerloser StartIm ersten Jahr der DARPA Rallye konnte keines der angetretenen Teams den Anforderungen gerecht werden. Für eine Million US-Dollar sollte der Sieger 150 Meilen (241,4 km) innerhalb von 10 Stunden abfahren. Das erfolgreichste Fahrzeug kam jedoch nur 11,9 km weit. Quelle: Pressebild
Sieger 2005Im Jahre 2005 konnte sich das Team der Stanford University mit seinem autonomen VW Touareg gegen 195 gegnerische Teams durchsetzen. In 6 Stunden, 53 Minuten und 58 Sekunden legte der Wagen 212,76 km zurück und gewann das Preisgeld von 2 Millionen US-Dollar. Quelle: Pressebild
Grand Challenge 20072007 änderten sich die Wettbewerbsregeln, sowie die Route der DARPA Rallye. So führte die Strecke nicht mehr durch die kalifornische Wüste, sondern durch das Gebiet einer verlassenen Kaserne. Für das stattliche Preisgeld von rund 2 Millionen US-Dollar mussten die Teams mit ihren autonomen Fahrzeugen einen 60 Meilen langen, in drei Missionen geteilten Parcours innerhalb von sechs Stunden befahren. Dabei sollten diesmal auch Verkehrsregeln beachtet werden. Quelle: Pressebild
Team AnnieWayAuch zwei deutsche Teams waren bei der dritten Grand Challenge, im Jahre 2007 dabei. Die Mannschaft aus Karlsruhe trat mit dem Namen AnnieWay an. Quelle: Pressebild

Ford entwickelt auch Apps, die das bordeigene Kommunikationssystem mit Medizintechnik im Auto verbinden: Am weitesten sind Hilfen für Asthmakranke und Diabetiker. In Kooperation mit dem US-Medizingerätehersteller Medtronic ist ein System entstanden, dass den Blutzuckerspiegel der Insassen per Hautsensor misst und im Armaturenbrett anzeigt. Bei Bedarf kann der Fahrer per Sprachbefehl eine Insulindosis abrufen – etwa für das Kind auf der Rücksitzbank.

Allergiker freuen sich über das intelligente Navigationssystem, das mit einem Pollendienst kommuniziert. Der empfiehlt rechtzeitig, Fenster zu schließen oder die Klimaanlage auf Umluft zu stellen. Die Atemluftanalyse kann anfliegende Erkältungen anzeigen – oder den Alkoholpegel des Fahrers: Ist der zu hoch, verhindert etwa das Volvo-System Alcolock die Weiterfahrt.

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