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Verwirrende Studien-Vielfalt Warum Ernährungstipps nicht zu trauen ist

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Menschen mögen Süßigkeiten

 

Macht Zucker uns dick und süchtig?

Wer zu viel isst und sich zu wenig bewegt, wird dick, das sei unstrittig, sagen die Ernährungswissenschaftler unisono. Das sei eine ganz simple Frage der Energiebilanz. So zitieren die Fachleute auf Konferenzen gerne folgende Faustregel: Wer als Erwachsener zehn Jahre lang jeden Tag etwa 50 Kilokalorien mehr isst, als sein Körper verbrennt, der nimmt zehn Kilogramm zu. 50 Kilokalorien entsprechen einer Handvoll Chips – oder einem Schokokeks. Welche entscheidende Rolle am Übergewicht der Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel spielen, sei zwar aus Tierversuchen abzulesen. Bei Studien am Menschen ist das bisher nicht klar bewiesen, darin sind sich führende Forscher allerdings auch einig. Lediglich bei Softdrinks ließ sich der Zusammenhang zwischen der konsumierten Menge und dem Körpergewicht ganz klar zeigen, ergibt die eher übersichtliche Studienlage.

Hinter welchen Bezeichnungen sich Zucker versteckt

Das Problem am Zucker – der nebenbei auch Zahnkaries verursacht – ist allerdings, dass alle Menschen sehr gerne Süßes essen. Und Kinder ganz besonders. Das Gehirn ist geradezu darauf getrimmt, uns mit Wohlfühlhormonen zu überschütten, wenn es registriert, dass die Sinnesrezeptoren für Süßes anspringen. Diese entwicklungsgeschichtlich uralte Hirnfunktion war sicherlich höchst sinnvoll, als wir Menschen noch auf der Suche nach Nahrung tagein, tagaus durch weite Steppen streiften oder Mammuts jagten. Doch anders als damals sitzen die meisten Menschen und auch die meisten Kinder heute viel mehr, als dass sie sich bewegen. Und Kalorien müssen wir nicht mehr erjagen, sie sind zumindest in den wohlhabenden Regionen dieser Welt in Hülle und Fülle vorhanden.

Damit verwandelt sich die Vorliebe des Gehirns in eine fatale Falle: Viele Forscher konnten zeigen, dass wir regelrecht süchtig nach Zucker werden. Nicht zuletzt deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die empfohlene Tagesdosis der Zuckeraufnahme kürzlich halbiert: Nur noch fünf statt bisher zehn Prozent der Kalorienzufuhr soll aus Zucker bestehen.

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Ist Fastfood ungesund?

Hamburger, Pizza und viele andere Fastfoodprodukte enthalten verhältnismäßig viel Kohlenhydrate, Fette und Salz – und sind somit nicht gerade gesundheitsfördernd, bestätigt Ernährungs-Experten. Allerdings komme es hier wie bei allen Lebensmitteln auf die Dosis an – und auf das Mischungsverhältnis mit anderen Lebensmitteln wie etwa Gemüse oder Obst. Die Verallgemeinerung, Fastfood sei ungesund und mache dick, könne es trotzdem schon aus einem anderen Grund nicht geben, denn es existiere keine saubere Definition für Fastfood. So könne ein asiatischer Fastfood-Gemüse-Nudelsnack durchaus gesund sein.

Vorliegende Studien, die sogar belegen wollen, dass Jugendliche, die viel Fastfood essen, besonders wenig Übergewicht hätten, halten nicht an den Studien beteiligte Forscher wiederum für methodisch schwach. Unter anderem, weil sie vor allem darauf beruhen, dass die Befragten wirklich ehrlich antworten.

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