Vier Wochen zu spät Raumfrachter „Dragon“ ist zur ISS gestartet

Die Pannenserie nahm kein Ende. Jetzt ist der Raumfrachter "Dragon" erfolgreich zur ISS gestartet. Sobald er ankommt, kann ein weiterer Fehler behoben werden - diesmal am Computersystem der ISS.

„Dragon“ hat rund 2300 Kilogramm Nachschub, Material für mehr als 150 wissenschaftliche Experimente und einen neuen Raumanzug an Bord. Quelle: AP

Mit mehr als einem Monat Verspätung ist der private Raumfrachter „Dragon“ erfolgreich zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Bei strahlendem Sonnenschein sei der Frachter am Freitagnachmittag (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral zu seinem dritten Versorgungsflug aufgebrochen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. „Dragon“ hat rund 2300 Kilogramm Nachschub, Material für mehr als 150 wissenschaftliche Experimente und einen neuen Raumanzug an Bord. Am Sonntag wird der Frachter an der ISS erwartet.

Wenn er angekommen ist, können die Astronauten endlich ein weiteres Problem in Angriff nehmen: den Ersatz eines kaputten Backup-Computerteils an der ISS. Ein dafür notwendiger Außeneinsatz soll am Mittwoch stattfinden. Nach rund einem Monat an der Station soll der „Dragon“, beladen unter anderem mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, wieder ablegen.

Die atemberaubenden Twitterbilder der ISS-Astronauten
Ein aktiver Vulkan auf einer Insel – Astronaut Parmitano sieht am 1. Juni bei einem Rundflug um die Erde gleich zwei davon. Er verrät nicht, wo die Aufnahme entstanden ist. Lesen Sie >>hier, wie die Bilder entstanden sind. Quelle: NASA/ESA
Rauch strömt aus der Spitze des Ätna. Der „sizilianische Gigant“, wie Parmitano den Vulkan in Süditalien nennt, ist immer wieder aktiv. Quelle: NASA/ESA
Sonne und Mond gehen gleichzeitig auf – auch für die Astronauten ein besonderer Anblick. Quelle: NASA
Flüsse des brasilianischen Regenwaldes fließen in den Atlantik, in dem sich die untergehende Sonne spiegelt. Quelle: NASA/ESA
Der große Wagen steht am Firmament – was sich bewegt, ist die Erde. Quelle: NASA
Der Nil und sein Delta. Das von Unruhen geplagte Ägypten – von Bord der ISS sieht es nachts ganz friedlich aus. Quelle: NASA/ESA
Detroit, Cleveland und Toronto leuchten hell bis ins All. Rechts deutet sich der Sonnenaufgang an – in Europa ist es schon hell. Quelle: NASA
„Die sieben Schwestern“, nennt Parmitanos Kollegin Nyberg die Pleiaden. Hier hat sie sie über dem Inselstaat Mauritius fotografiert. Im Indischen Ozean spiegelt sich das Mondlicht. Quelle: NASA
Esa-Astronaut Luca Parmitano schwebt Anfang Juni mit seinem Fotoapparat in der Cupola. Damals ist er seit fünf Tagen an Bord der ISS. „Warte auf ein Foto-Motiv“, schreibt er zu dem Foto von ihm auf Twitter. Quelle: NASA/ESA
Felder in Kansas, USA: „Wie ein Gemälde von Mondrian“, staunt Parmitano. Quelle: NASA/ESA
„Wir fliegen direkt über der Tag-Nacht-Grenze“, schreibt Parmitano. 16 Sonnenauf- und Untergänge sehen die Astronauten jeden Tag. Quelle: NASA/ESA
„Falls Ihr Euch fragt, wie ein Gewittersturm aus dem All aussieht“, schreibt Parmitano – und twittert das passende Bild dazu. Quelle: NASA/ESA
Ende Juli zieht ein Gewittersturm über Asien hinweg. „Die Blitze waren fantastisch“, schwärmt ISS-Astronautin Karen Nyberg auf Twitter. Quelle: NASA
Am 9. August fotografiert Nyberg das japanische Versorgungsmodel HTV4, das gerade an die Raumstation andockt. Rechts der Roboterarm der ISS. Quelle: NASA
Kurz vorher schwebt das Modul (links, mit grünem und rotem Licht) über der nächtlich erleuchteten Stadt Houston in Texas. Quelle: NASA
Kolossaler Schnappschuss: Das Mittelmeer, der Sternhaufen der Pleiaden (über dem Stiefelabsatz Italiens) und ein Gewitter über dem Balkan. Quelle: NASA/ESA
„Wenn Du diese Landmarke siehst, weiß Du, dass Du in Mauretanien bist“, schreibt Parmitano. Es handelt sich nicht etwa um einen Meteroitenkrater, sondern um einen erodierten Vulkan. Quelle: NASA/ESA
Astronautin Nyberg nimmt die gleiche Stelle rund einen Monat später aus einer anderen Perspektive auf. „Das Auge der Sahara“, nennt sie die Landmarke mit einem Anflug von Poesie. Quelle: NASA
Parmitano sieht den Mond aufgehen – hinter dem blauen Schleier der Erdatmosphäre. Quelle: NASA/ESA
Parmitano in der Aussichtskuppel Cupola: Bei einem Weltraumspaziergang vor wenigen Wochen floss dem Italiener Wasser in den Helm, er bekam fast keine Luft mehr. Quelle: NASA/ESA

Der Frachter hatte ursprünglich schon Mitte März zur ISS aufbrechen sollen, der Start war aber wegen verschiedener technischer Probleme immer wieder verschoben worden. Zunächst mussten Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden, dann ging ein Radar am Weltraumbahnhof kaputt, schließlich kamen die Computerpanne an der ISS und ein defekter Heliumtank in der Trägerrakete „Falcon 9“ dazwischen.

Insgesamt sind bis 2016 mindestens zwölf „Dragon“-Flüge geplant. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen von rund 1,6 Milliarden Dollar (etwa 1,2 Milliarden Euro).

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