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Virtuelle Realität, Energie, Gentechnik Diese Start-ups stehen vor dem großen Durchbruch

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Drohnen für Hobbypiloten und eine globale Finanzfabrik

Drohnen: DJI

Frank Wang gilt als scheuer Mensch. „Wenn wir Glück haben, erwischen wir ihn in der Forschungsabteilung“, erzählen seine Mitarbeiter. Dort tüftle der 35-jährige Gründer von Dajiang Innovations (DJI) wie zu Anfang seiner Karriere an technischen Problemen herum. Was kein Fehler zu sein scheint, immerhin hat er den Drohnenhersteller mit Sitz im südchinesischen Shenzhen zum Weltmarktführer gemacht – ökonomisch wie technologisch.

Der Marktanteil soll nach eigenen Angaben bei 70 Prozent liegen, das 2006 gegründete Unternehmen mit seinen 4500 Mitarbeitern zwischen sieben und neun Milliarden Euro wert sein. Wichtiger Grund für den Erfolg: Die Drohnen für Hobbypiloten lassen sich per App und Tablet leicht steuern, ihre Kameras liefern Videos in bester Qualität.

Gründer Wang ist damit einer der wichtigsten Wegbereiter für die zivilen Flugmaschinen geworden, die längst mehr als ein netter Zeitvertreib sind: Die Feuerwehr überwacht mit ihnen Brände, Amazon und Deutsche Post wollen mit ihnen Pakete ausliefern. DJI steigt verstärkt in die kommerzielle Nutzung ein und hat eine robuste Drohne für Landwirte entwickelt, um Spritzmittel auf Felder zu sprühen. Aber auch private Nutzer umwirbt Wang weiter: Gerade hat er in Shenzhen einen eigenen Flagship-Store auf 800 Quadratmetern eröffnet.

Finanzen: R3 CEV

Veränderungen kann man über sich ergehen lassen. Oder mitgestalten. 42 Topadressen aus der Bankenwelt – darunter Goldman Sachs, Deutsche Bank und UBS – würden gerne die zweite Option ziehen und haben sich mit dem Start-up R3 CEV verbündet. Die New Yorker wollen mithilfe der Blockchain, der Technik hinter dem virtuellen Geld Bitcoin, nicht weniger als die Wall Street revolutionieren. Mindestens.

Digital Handeln per Blockchain

Das verkünden derzeit zugegebenermaßen viele. Doch R3 CEV schafft gemeinsam mit den Banken Fakten. 2014 vom erfolgreichen Broker David Rutter gegründet, arbeiten derzeit knapp 25 Mitarbeiter für das Unternehmen. Neben Informatikern auch Banker und Ingenieure, nicht die üblichen 25-Jährigen, sondern meist erfahrene Geldleute. Ihr Ziel: eine Art globale Finanzfabrik, die jeden Besitzerwechsel von Aktien, Devisen oder Immobilien protokolliert und per kryptografischem Schlüssel absichert. All das ermöglicht die Blockchain-Technik. Sie verhindert auch, eine einmal registrierte Transaktion nachträglich zu ändern.

Jeder Eigentümer einer Aktie, jedes Geschäft mit ihr lässt sich so nachvollziehen. Banken drohen überflüssig zu werden – ein Mittelsmann ist in der Digitalwelt nicht mehr nötig. Die Geldhäuser können allenfalls versuchen, mithilfe von R3 CEV einen eigenen Standard zu schaffen, um ihre Existenz zu rechtfertigen. Das Start-up hat für 2016 längst weitere große Pläne und verhandelt mit Versicherungen, Firmen und Clearinghäusern.

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