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Virtuelle Realität, Energie, Gentechnik Diese Start-ups stehen vor dem großen Durchbruch

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Prothesen aus dem 3-D-Drucker und Gebäude-Navi

Medizin: Exiii

Wer den Unterarm durch einen Unfall verliert, muss weit über 10.000 Euro für eine Prothese ausgeben, in vielen Ländern auf eigene Kosten. Dagegen verlangt das Tokioter Start-up exiii derzeit für eine kompakte Handprothese nur den Selbstkostenpreis von 250 Euro für knapp 60 Plastikteile, die ein einfacher 3-D-Drucker ausspuckt. Ein Handy mit einem Infrarotsensor, der Muskelbewegungen unter der Haut erkennt, kontrolliert die Robohand und steuert drei Motoren, die Daumen, Zeigefinger und die restlichen drei Finger als Einheit bewegen.

Erste klinische Tests laufen. Die Träger können mit der Prothese Schuhbänder knoten und Seiten umblättern. Das coole Design ist preisgekrönt.

„Unsere Prothesen sollen ein Trendartikel wie ein Markenturnschuh werden“, sagt Gründer Genta Kondo. Vielleicht lassen sich bald auch Gesunde künstliche Gliedmaßen anpassen, um schneller zu sprinten oder schwere Lasten zu tragen.

Bisher kommt das 2014 gegründete exiii mit wenig Geld aus. Per Crowdfunding kamen 26.000 Euro zusammen, ein Inkubator stieg ein. Weitere 190.000 Euro brachte der Gewinn eines Wettbewerbs. 2016 muss nun die Kommerzialisierung gelingen.

IT: NavVis

Kaum jemand will heute auf sein Navi im Auto oder im Smartphone verzichten. Doch die Technik ist auf GPS-Satelliten angewiesen. Damit hat sie einen entscheidenden Mangel: Im Gebäude ist Schluss mit der Ortsbestimmung aus dem All. Start-ups wie die 2013 gegründete Münchner Firma NavVis wollen das ändern. Sie lockt ein unerschlossenes Geschäft: Auf 4,5 Milliarden Dollar kalkuliert Marktforscher Research and Markets das Umsatzpotenzial bis 2019.

Diese Städte sind digitale Vorreiter
Menschen mit Laptops und Smartphones Quelle: dpa
Der Schlossplatz in Stuttgart Quelle: dpa
Luftaufnahme Dresden Quelle: dpa
Wuppertaler Schwebebahn Quelle: AP
Touristen vor dem Brandenburger Tor Quelle: dpa
Luftaufnahme Leipzig Quelle: dpa
Düsseldorf Quelle: dpa

Um ein Gebäude zu erfassen, scannt NavVis mittels optischer und elektronischer Sensoren quasi im Vorbeigehen zentimetergenau Flure und Zimmer. Daraus baut es am Rechner eine 3-D-Karte. Der Nutzer bestimmt später seinen Standort über eine Smartphone-App, die das Bild der Handykamera mit dem zuvor erfassten Gebäudemodell vergleicht. Das spart teure Zusatztechnik wie Peilsender zur Ortung.

Die Technik der Münchner, die gerade 7,5 Millionen Euro von Investoren eingesammelt haben, setzen bereits Konzerne ein. Sie kartieren damit Warenlager oder dokumentieren Arbeitsfortschritte an Baustellen. Auch das Deutsche Museum in München hat Teile seiner wegen Renovierung geschlossenen Ausstellung 3-D-digitalisiert. Und das ist erst der Anfang. Es bleiben noch Millionen Quadratmeter Innenräume zu erfassen, damit sich niemand mehr in Einkaufszentren oder Flughäfen verläuft.

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