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Virtuelle Realität, Energie, Gentechnik Diese Start-ups stehen vor dem großen Durchbruch

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Testkits fürs eigene Mikrobiom und Lehrer-Roboter

Medizin: uBiome

So manchen schüttelt die Vorstellung: Billionen von Bakterien, Viren oder Pilzen besiedeln unseren Körper in jedem Winkel. Meist ist dies Mikrobiom nicht nur harmlos, sondern auch hilfreich etwa bei der Verdauung. Es spielt aber bei Leiden wie Diabetes, Fettleibigkeit oder Depressionen eine wichtige Rolle, vermuten Forscher.

Welche, das will uBiome herausfinden. Ein Wissenschaftlertrio hat das Start-up 2012 in San Francisco gegründet. Es verkauft für 100 bis 400 Euro Testkits an Menschen aus der ganzen Welt, die ihr Mikrobiom entschlüsseln wollen. Die können so Speichel- oder Stuhlproben sammeln. uBiome entschlüsselt dann deren Zusammensetzung. Der Kunde kann die Daten online einsehen und mit seinen Ärzten diskutieren. Die bisher über 50.000 gesammelten Proben dürfen Forscher anonym auswerten.

uBiome steht damit für drei Megatrends in der Medizin: neben der Erforschung des Mikrobioms für die Selbstvermessung des Menschen und für den Einsatz von Big Data im Gesundheitswesen. Denn nur mithilfe dieser Auswertemethoden lassen sich in den riesigen Datenbergen Muster erkennen, aus denen die Forscher wiederum Ansätze für Therapien entwickeln können.

So viele Modeworte lockt die Investoren. Ein Teil der 6,5 Millionen Dollar Kapital, die uBiome eingesammelt hat, stammen von einem der bekanntesten Wagniskapitalgeber des Silicon Valley: Andreessen Horowitz.

Roboter: Aldebaran

Gestatten, der neue Deutschlehrer: 58 Zentimeter groß, fast fünf Kilo schwer, unendlich geduldig. Nao ist sein Name, hergestellt von dem französischen Unternehmen Aldebaran. An der Universität Bielefeld bereitet ein Mann den kleinen Kerl gerade auf den Unterricht vor: Stefan Kopp, Professor für Informatik. Der 42-Jährige leitet ein EU-Projekt, in dem Roboter Fünf- und Sechsjährige unterrichten, „etwa Kinder von Einwanderern, die Deutsch lernen müssen, bevor sie in die Grundschule kommen“. 2016 setzt er den speziell programmierten Roboter in mehreren Kitas ein. „Erste Tests zeigen, die Kinder arbeiten gerne mit dem Ding und lernen spielerisch.“

Wie Roboter den Alltag erleichtern
Krankenpfleger Ein Roboter CARE-O-bot, der vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung entwickelt wurde, versorgt eine Bewohnerin eines Pflegeheims mit einem Getränk (undatiert). Auch dieser Roboter unterstützt ältere Menschen im häuslichen Umfeld und das Pflegepersonal in Pflegeeinrichtungen. Quelle: dpa
Der KochBremer Forscher präsentierten 2013 den Roboter „PR2“, der Popcorn machen und Pfannkuchen wenden kann. Das nötige Vorwissen habe sich dieser unter anderem aus dem Internet geholt, sagte Professor Michael Beetz von der Universität Bremen. Sein Team arbeitet zusammen mit sieben europäischen Partnern in einem auf vier Jahre angelegten Projekt an lernfähigen Robotern. Ziel sei es, diese neue Form der Programmierung zunächst bei Robotern anzuwenden, die alte und pflegebedürftige Menschen bei einfachen Aufgaben unterstützen. Diese könnten in den nächsten zehn Jahren einsatzbereit sein. Quelle: dpa
Der BarkeeperDer Roboter "James" des Münchener Fortiss-Institutes für Hightech-Forschung in München (Bayern) ist als Barkeeper programmiert und soll bei einer Interaktion mit Menschen seine Aufgaben nicht nur richtig erledigen, sondern dabei auch auf die sozialen Bedürfnisse seines Gegenübers eingehen. Wer sich bei James bedankt bekommt die Antwort: "Always a pleasure". Quelle: dpa
KuschelrobbeDer weiße Sozialroboter namens Paro soll Demenzkranken Zuwendung schenken. Das mit Sensoren vollgestopfte Kuscheltier reagiert auf Berührung, Licht und Bewegung. Es soll für Demenzkranke Zuwendung simulieren - und ist deswegen vor allem nach einer Messepräsentation 2011 heftig umstritten gewesen. Tritt an die Stelle des Zivildienstleistenden oder der Pflegekraft nun der Sozialroboter? 5000 Euro kostet die schnurrende Pelzattrappe. Quelle: dpa
Putzhilfe mit gutem OrientierungssinnInzwischen schon fast ein Klassiker unter den Haushaltsrobotern ist der autonome Staubsauger. Dieses Modell, ein Samsung Navibot SR 8855, sticht vor allem durch seine Navigationsfähigkeiten heraus. Aus Aufnahmen von einer eingebauten Kamera setzt er ein digitales Abbild des Raums zusammen, den er reinigen soll. Das verhindert laut Hersteller sinnloses Kreuz- und Querfahren wie bei anderen Saugrobotern. Hindernissen weicht der Navibot aus, die eingebauten Sensoren erkennen auch Treppenabsätze. Im Handel gibt es den Navibot ab etwa 320 Euro. Quelle: Presse
Freundlicher KrankenpflegerDieses freundlich dreinschauende Gesicht gehört einem Roboter aus dem Hause Panasonic. Das Modell Hospi-Rimo soll als Kommunikationsplattform für bettlägerige Patienten dienen, die mit dem Roboter von zu Hause aus mit Arzt, Freunden oder Verwandten per Videokonferenz kommunizieren wollen. Der Roboter kann dabei laut Hersteller mit fragilen Ampullen und Medikamenten so vorsichtig umgehen wie eine Krankenschwester. Quelle: Presse
HaarpflegerDieser von Panasonic hergestellte Haarwaschroboter widmet sich der Pflege des Haupthaars von bettlägerigen Patienten. Vollautomatisch kann das Gerät eine komplette Haarwäsche durchführen und dabei eine Spülung einmassieren sowie die Haare nach dem Waschen wieder trocknen. Dabei kommen insgesamt 24 robotische Finger zum Einsatz. Quelle: Presse

Junge oder Mädchen sehen dabei auf einem Tablet vor sich einen Gegenstand, den sie auf Deutsch benennen sollen. Ist es die richtige Vokabel, erkennt das der Nao – um dann auf Deutsch zu loben. In einem Tonfall wie die Apple-Spracherkennung Siri.

Eine Maschine, die Menschen in ihrem Alltag unterstützt – das ist ein großer Trend für das kommende Jahr. Marktforscher sprechen von einer Ära der Personal Robots: Bis Ende des Jahrzehnts sollen weltweit rund 30 Millionen Alltagsroboter pro Jahr verkauft werden, erwartet das irische Analysehaus Research and Markets. Vorne mit dabei ist Aldebaran Robotics aus Frankreich. Das Pariser Start-up, mittlerweile eine Beteiligung des japanischen Internetkonzerns Softbank, hat vor zehn Jahren den ersten der niedlichen Naos vorgestellt. Heute sind mehr als 10.000 Klone im Einsatz. Aldebaran hat mit Pepper und Romeo noch zwei Kollegen im Angebot. Der eine begrüßt Kunden in Supermärkten, der andere soll gebrechlichen Menschen zur Hand gehen.

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