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Virtuelle Realität, Energie, Gentechnik Diese Start-ups stehen vor dem großen Durchbruch

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Virtuelles Großkraftwerk und Sensortechnik

Energie: Next Kraftwerke

Weil Wind und Sonne nicht immer genügend Strom liefern, verspotten Kritiker die grünen Quellen gerne als Zitterenergie. Hendrik Sämisch, Geschäftsführer des Kölner Stromhändlers Next Kraftwerke, lässt die Polemik kalt – er ist sicher, ein Gegenmittel zu haben: Die Kölner schalten in Deutschland, Österreich sowie neuerdings in Belgien und Frankreich fast 2800 gut regulierbare Wasserkraft-, Biogas- und Biomasseanlagen zu einem virtuellen Großkraftwerk zusammen. Mit seinen 1700 Megawatt leistet es etwa so viel wie drei große Kohlekraftwerksblöcke; die Kölner können mit ihm, zumindest kurz, das unsichere Angebot von Wind und Sonne ausgleichen. „Ganz ohne Subventionen“, betont Sämisch.

Er und Mitgründer Jochen Schwill verkaufen die sauber produzierten Elektronen an Netzbetreiber, die dafür Spitzenpreise zahlen. Und liefern nebenbei noch ein Paradebeispiel, wie sich in der konservativen Energiebranche durch geschickte Digitalisierung Geld verdienen lässt.

Fünf Wege in die Unabhängigkeit
Haus mit Solarzellen auf dem Dach Quelle: obs
Fotovoltaik Wärmepumpe Batterie Windrad Schema im Haus
Fotovoltaik Wärmepumpe Batterie Schema Haus
Sonnenkollektor Fotovoltaik Batterie Schema Haus
Kollektor Fotovoltaik Batterie Blockheizkraftwerk Schema Haus
Brennstoffzelle Schema Haus

Spätestens kommenden Februar will das 2009 gegründete Unternehmen, das dieses Jahr mehr als 250 Millionen Euro umsetzt, den nächsten Schritt gehen. Es öffnet seinen digitalen Marktplatz etwa für Kühlhausbetreiber, die Elektrizität nur ordern, wenn sie im Überfluss vorhanden und daher günstig ist. Umgekehrt fahren sie die Maschinen bei Engpässen herunter. Das hilft, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen. In Überflusszeiten können Anlagenbetreiber so die Kilowattstunde bis zu 30 Prozent billiger beziehen als marktüblich.

IT: Relayr

Ein rechteckiges braunes Stück Plastik soll das Internet der Dinge anschieben. Das ist jedenfalls die Idee des Start-ups Relayr. Die Berliner haben „WunderBar“ entwickelt.

Wie bei einem Schokoriegel lassen sich verschiedene Segmente abbrechen, in denen Sensoren für Licht, Töne oder Bewegungen stecken und Funkchips zum Senden der Messwerte. Damit können Entwickler schnell erste Anwendungen für das Internet der Dinge entwickeln, etwa um auffällige Geräusche einer Maschine zu erfassen und dann den Servicetechniker loszuschicken.

Mehrere Tausend der Sensor-Sets hat Relayr verkauft.

Doch das eigentliche Geschäft wollen die Berliner mit ihrer offenen Cloud-Plattform machen, auf der sich die erhobenen Daten anzeigen, verwalten und auswerten lassen. Relayr hat beispielsweise für Cisco in Berlin und Manchester Teile der Gebäudesteuerung etwa für Wärme und Licht vernetzt. Weitere Kunden sind Coca-Cola, Nestlé oder Bosch Siemens Hausgeräte.

Das Startkapital von Relayr in Höhe von 2,3 Millionen Dollar hat Chef Josef Brunner 2013 mitfinanziert. Die Mittel stammen aus dem Verkauf seiner ersten Firma, des Energiemanagers JouleX, an Cisco – für mehr als 100 Millionen Euro.

Weitere elf Millionen Dollar für Relayr kamen unter anderem jüngst von Kleiner Perkins Caufield & Buyers, einem der weltweit renommiertesten Wagniskapitalgeber, der sich nur selten an deutschen Start-ups beteiligt. Relayr will nun die internationale Expansion 2016 vorantreiben. Damit hat ein deutsches Start-up die Chance, eine Schlüsselposition im Internet der Dinge zu besetzen.

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