Wasser auf dem Mars Forscher entdecken den letzten See

Wissenschaftler haben den Ort des letzten Sees auf dem Mars gefunden. Heute ist er ausgetrocknet, könnte aber Spuren längst erloschenen Lebens enthalten – und so die Frage klären, ob der rote Planet einst bewohnt war.

Salzablagerung in Meridiani-Region

Seit Jahren suchen Wissenschaftler nach Beweisen, dass es einmal Leben auf dem Mars gab. Die wichtigste Spur dabei: Einstige Wasservorräte, dank derer Leben möglich gewesen sein könnte. Jetzt haben Wissenschaftler Hinweise auf einen See gefunden, der der jüngste noch existierende Wasserspeicher gewesen sein könnte.

In einer jüngst veröffentlichten Studie schreiben die Wissenschaftler um Brian Hynek von der Universität von Colorado Boulder, dass sie eine 18-Quadratmeter große Salzablagerung auf dem Mars untersucht haben. Diese riesigen Salzablagerungen gelten als Hinweise für verdunstetes Wasser. Die Entdeckung machten sie in der sogenannten Meridiani-Region. Die liegt in der Nähe des Landeplatzes der US-amerikanischen Raumsonde Opportunity.

Curiosity kommt in die Jahre
März 2017Curiosity hat inzwischen deutliche Abnutzungsspuren. Ein Routine-Check der Reifen im März zeigt, dass es am linken mittleren Reifen zwei Brüche der sogenannten Stege im Profil gibt. Der Rover hat während seiner Reise über den Roten Planeten inzwischen etwa 16 Kilometer zurückgelegt. Curiosity-Projektmanager Jim Erickson sagte, alle sechs Reifen hätten trotz der sichtbaren Schäden noch genug Lebenszeit, um den Rover zu allen geplanten Orten zu bringen. Die regelmäßige Überwachung der Reifen wurde eingeführt, nachdem die Forscher im Jahr 2013 deutlich mehr Dellen und Löcher in den Rädern entdeckt hatten, als erwartet worden war. Tests auf der Erde hatten gezeigt, dass der Bruch von drei Stegen zeigt, dass etwa 60 Prozent der Lebenserwartung des Reifens erreicht sind. Curiosity hat aber bereits deutlich mehr als diesen Anteil an der geplanten Strecke zurückgelegt. Quelle: NASA/JPL-Caltech/MSSS
US-Präsident Barack Obama verlässt das Weiße Haus - und auch Curiosity verabschiedet sich. Quelle: Screenshot
Mars: Curiosity untersucht Meteoriten Quelle: NASA, JPL-Caltech, LANL, CNES, IRAP, LPGNantes, CNRS, IAS, MSSS
September 2016Die Kuppen und herausstehenden Felsen aus Schichtgestein am Mount Sharp entstanden wohl aus von Wind abgelagertem Sand. Sie erinnern stark an Wüstenlandschaften auf der Erde, etwa im Grand Canyon oder dem Monument Valley. Quelle: NASA
September 2016Der Rover sendet neue Fotos vom Mars: Im Hintergrund der Aufnahme ist der Rand des Gale-Kraters zu sehen, in dem Curiosity seit 2012 aktiv ist. Geologisch ist die Region besonders interessant, da sie die Untersuchung zahlreicher Gesteinsschichten ermöglicht. Der etwa fünf Kilometer hohe Mount Sharp liegt in der Mitte des Gale-Kraters. Quelle: NASA
Juli 2016Curiosity kann jetzt seine eigenen Ziele für die Laser-Analyse auswählen. Bisher wurden diese von der Erde aus anhand von Fotos ausgewählt. Die Wissenschaftler auf der Erde werden dadurch aber nicht ersetzt: Die neue Funktion soll vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn die Nasa-Forscher anderweitig beschäftigt sind. Curiosity sendet auch nicht ständig Bilder, sondern am Ende seiner Wegstrecken. Bisher könnten wichtige Objekte auf Fahrten daher übersehen worden sein. Quelle: NASA
Curiosity: Mars hatte wahrscheinlich einst eine sauerstoffreiche Atmosphäre Quelle: dpa

„Das war ein langlebiger See und wir konnten eine sehr gute zeitliche Grenze bezüglich seines maximalen Alters ziehen“, sagt der Marsforscher und Co-Autor der Studie Brian Hynek. Das Alter des vermeintlichen Sees: maximal 3,6 Milliarden Jahre. Damit hätte es auf dem Mars deutlich länger Wasser gegeben als bisher angenommen. Forscher waren nämlich davon ausgegangen, dass das letzte Wasser auf dem Mars bereits 200 Millionen Jahre vorher verschwand. Der Gedanke dahinter: Wenn es zu dieser Zeit Wasser gab, müsste dort eigentlich auch Leben möglich gewesen sein.

Mit diesem vielleicht zuletzt existierenden See auf dem Mars könnten die Wissenschaftler den vielversprechendsten Ort gefunden haben, um weitere Hinweise auf früheres Leben auf dem Mars zu erforschen. Noch gibt es zwar keine Pläne für eine weitere Erforschung der riesigen Mulde. Forscher Hynek hofft aber, dass auch die NASA sich zukünftig für das Gebiet interessiert und die Erkundung voranbringt.


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