Weltall Was New Horizons als nächstes erforschen soll

Nach dem Vorbeiflug an Pluto soll die Nasa-Sonde New Horizons nun weiter in unbekannte Welten vordringen. Weltraumforscher versprechen sich davon revolutionäre Entdeckungen. Das nächste Ziel ist jetzt ausgewählt.

Nasa veröffentlicht bislang schärfste Fotos vom Pluto
06. Dezember 2015„Diese Nahaufnahmen, die die Vielfalt des Terrains auf Pluto zeigen, demonstrieren die Fähigkeiten unserer Sonden, faszinierende Daten zu Wissenschaftlern auf der Erde zu senden“, sagte Nasa-Manager John Grunsfeld. „Die wissenschaftliche Forschung, die wir mit diesen Bildern anstellen können, ist einfach unglaublich“, ergänzte sein Kollege Alan Stern. Nach mehr als neun Jahren und fünf Milliarden Kilometern war „New Horizons“ Mitte Juli als erster irdischer Flugkörper am Pluto vorbeigeflogen und hatte ihn mit sieben wissenschaftlichen Instrumenten untersucht. Nach und nach schickt die Sonde nun ihre Daten zur Erde. Bis alle beim Vorbeiflug aufgenommenen Daten und Fotos angekommen sind, wird es noch mindestens zehn Monate dauern. Quelle: dpa
Pluto Quelle: dpa
Charon Quelle: dpa
Hydra und Nix Quelle: dpa
18. September 2015Auch auf Pluto ändert sich das Wetter täglich - wie auf der Erde. Das zeigt eine spektakuläre Gegenlichtaufnahme der Nasa-Raumsonde „New Horizons“: Auf dem von der US-Raumfahrtbehörde veröffentlichten Bild sind spitze Eisberge, ausgedehnte Ebenen und große Gletscher im Sonnenuntergang zu sehen - und Stickstoff-Nebel. Außerdem enthüllt das Foto die dünne Stickstoffatmosphäre des Eiszwergs. Die mehr als zwölf verschiedenen Schichten reichen demnach bis zu 100 Kilometer hoch. „Abgesehen davon, dass es optisch atemberaubend ist, sind diese tief liegenden Dunstschleier ein Hinweis darauf, dass sich das Wetter auf dem Pluto von Tag zu Tag ändert - wie auf der Erde“, erläuterte „New Horizons“-Forscher Will Grundy vom Lowell-Observatorium in einer Nasa-Mitteilung. Quelle: dpa
Pluto von Nasa-Sonde New Horizons fotografiert Quelle: AP
Pluto von Nasa-Sonde New Horizons fotografiert Quelle: AP

Nasas Raumsonde New Horizons hat nach dem historischen Vorbeiflug am Zwergplaneten Pluto im Juli ein neues Ziel: das Kometen-ähnliche Objekt 2014 MU69. Noch hat die US-Raumfahrtbehörde der erweiterten Mission nicht offiziell zugestimmt. Aber die Forscher haben ihr Ziel fest im Blick.

Das neue Objekt im Fokus von New Horizons liegt noch einmal etwa eine Milliarde Kilometer von Pluto entfernt. Das Himmelsobjekt könnte deutlich interessanter sein, als seine unscheinbare Nummernbezeichnung zunächst vermuten lässt. Eine Größe von 45 Kilometern wird vermutet. Die Forscher nehmen an, dass es ein zentraler Block ist, aus dem größere Welten wie etwa Pluto geformt wurden - was wiederum weitere Hinweise zur Entstehung der Erde liefern könnte.

Der Weg der Raumsonde New Horizons zum Pluto

Was bei der Erforschung sowohl Plutos und seiner Monde als auch anderer Objekte des Gürtels herauskommt, kann entscheidend sein für die Vorstellung und weitere Erforschung unseres Sonnensystems. Denn es ist die Ersterkundung des sogenannten Kuipergürtels – einem Asteroidengürtel am äußersten Rand unseres Sonnensystems. Ein erster Blick in diese Ecke, die Forschern bislang nahezu unbekannt ist. „In diesem unerforschten Gebiet umkreisen eine Vielzahl von kleinen Eis- und Gesteinskörpern die Sonne“, sagt Tilman Spohn, Leiter des Instituts für Planetenforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Dieses und ähnliche Objekte am äußeren Rand unseres Sonnensystems können somit zeigen, wie unsere planetare Nachbarschaft bei ihrer Entstehung ausgesehen hat. „Es sind Bausteine, aus denen die Körper unseres Sonnensystems damals vor viereinhalb Milliarden Jahren gebaut worden sind“, erklärt Spohn.

Auf dem Mars wiegen wir nur die Hälfte
Viele Menschen werden sich freuen: Auf dem Mars reduziert sich das Gewicht - wiegt also jemand 75 Kilo auf der Erde, so ist er auf dem Mars mit 28 Kilo ein Fliegengewicht. Quelle: Reuters
Aufgrund seiner Beschaffenheit würde der Saturn auf dem Wasser schwimmen. Er ist ein Gasplanet und besteht zu 96 Prozent aus Wasserstoff, deshalb weist er auch die geringste mittlere Dichte auf. Der Saturn war schon vor der Erfindung des Fernrohrs bekannt, weil er als äußerster Planet mit dem Auge problemlos zu erkennen ist. Quelle:
Die Mondlandung war ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer für die Menschheit: Insgesamt waren Astronauten bislang 300 Stunden auf dem Mond. Quelle: dpa
Der höchste Berg auf der Erde ist zweifelsohne der Mount Everest mit 8848 Metern. Er wird allerdings vom Olympus Mons auf dem Mars überragt, der 26 Kilometer zählt. Quelle: dapd
Angeblich soll es mehr Sterne geben als Sandkörner auf der Erde: Ein australischer Astronom geht davon aus, dass es etwa 70 Tausend Millionen Millionen Millionen Sterne gibt - und da sind nur die "gezählt", die mit modernen Teleskopen erkennbar sind. Quelle: dpa/dpaweb
Bis auf Merkur und Mars haben alle Planeten in unserem Sonnensystem Monde: Mit 67 Monden hat der Jupiter die meisten. Es folgt der Saturn mit 62 Monden. Quelle: REUTERS
Die Entfernung zwischen Mond und Erde beträgt 384.400 km: Das wird allerdings jedes Jahr ein bisschen mehr. Durchschnittlich in 27 Tagen und sieben Stunden umkreist der Mond die Erde. Quelle: dpa

Pluto als der größte bekannte Körper des Kuipergürtels erregte schon deshalb wissenschaftliches Interesse. Ähnlich den Asteroiden und Kometen sind die sogenannten „Eiszwerge“, wie Pluto einer ist, seit ihrer Entstehung wahrscheinlich kaum durch geologische Prozesse verändert worden. Dadurch kann Pluto den Forschern also viel über die früheste Zeit des Sonnensystems verraten.

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Die Raumsonde hat genug Energieressourcen an Bord, um unter Umständen sogar bis 2030 oder darüber hinaus Daten und Bilder aus dem Kuiper-Gürtel zu liefern - und das soll sie im Idealfall auch machen, sagen die Verantwortlichen bei der Nasa. "Wenn New Horizons weg von Pluto hinein in den Kuipergürtel fliegt und die Daten von aufregenden Entdeckungen dieser neuen Welt auf der Erde ankommen, blicken wir weiter auf die nächsten Ziele", wird John Grunsfeld zitiert, Astronaut und Chef der New-Horizons-Mission.

Ende Oktober und Anfang November soll es soweit sein. Dann sollen New Horizons' Motoren die Raumsonde auf den Kurs zu 2014 MU69 bringen. Die Ankunft wird dann - ähnlich wie bei Pluto - aber noch einige Jahre auf sich warten lassen. Angepeilt ist derzeit der 1. Januar 2019.

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