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Weltgesundheitsorganisation Ebola-Ausbreitung in Liberia verlangsamt sich

In Liberia lässt das Ausmaß der Ebola-Epidemie offenbar nach. Erstmals seit Ausbruch sei die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen rückläufig, sagte der Vizegeneraldirektor der Weltgesundheitsorganisation.

Ebola: Die WHO hat den Eindruck, dass die Gegenmaßnahmen allmählich wirken Quelle: dpa

Im Kampf gegen die tödliche Ebola-Epidemie in Westafrika sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen ersten Erfolg. Die Ausbreitung der Infektionen in Liberia habe sich verlangsamt, sagte WHO-Vizegeneraldirektor Bruce Aylward am Mittwoch in Genf. Liberia ist neben Sierra Leone und Guinea am stärksten von Ebola betroffen. Laut WHO wurden mittlerweile 13.703 Ebola-Fälle in acht Ländern registriert. Fast jede zweite Erkrankung führt zum Tod. Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, sagte, es würden mehr freiwillige, gut ausgebildete Helfer aus dem Ausland benötigt. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigte an, die Bundeswehr könnte im November die ersten Helfer schicken.

Die WHO habe den Eindruck, dass die Gegenmaßnahmen das Ebola-Virus allmählich eindämmten, sagte Aylward: "Ja, wir sehen definitiv eine Verlangsamung bei der Zahl neuer Fälle." Er betonte, dies bedeute nicht, dass die Epidemie unter Kontrolle sei. Die Zahl der Beerdigungen in Liberia gehe zurück, die Zahl der positiven Labor-Ergebnisse stagniere. Der Sprung bei der offiziellen Zahl der Infektionen weltweit binnen weniger Tage um über 3000 Fälle auf 13.700 ergebe sich nicht aus neuen, sondern einer Aktualisierung mit älteren Fällen. Die Todesfälle, die erst später am Mittwoch aktualisiert würden, lägen über 5000.

Ebola verändert betroffene Länder grundlegend


"Ebola hat alle drei Länder fest im Griff", sagte Lindner als Ebola-Beauftragter der Bundesregierung, der die betroffenen Länder in Westafrika besucht hatte. Die Verhaltensweisen würden auf den Kopf gestellt, es gelte die Devise: "It's abc - avoid body contact." Jeder Körperkontakt werde vermieden, da sich Ebola über Körperflüssigkeiten ausbreitet. Die Hilfe vor Ort werde "sichtbarer". Benötigt würden mehr freiwillige Helfer aus dem Ausland. Lindner schlug vor, die Ausbildungszentren der Bundeswehr und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Hamburg und Würzburg für Freiwillige aus anderen Staaten zu öffnen. In den beiden Zentren werden Helfer in einem Fünf-Tage-Block für einen Einsatz in den westafrikanischen Ebola-Gebieten geschult.

Chronologie der aktuellen Ebola-Epidemie

Von der Leyen sagte, die Bundeswehr könne die ersten freiwilligen Helfer im November entsenden. Die Lehrgänge zu ihrer Ausbildung seien Ende Oktober angelaufen, und die Rettungskette stehe, falls einer der Freiwilligen erkranke und aus Afrika evakuiert werden müsse. Seit Anfang Oktober habe die Bundeswehr außerdem über 50 Tonnen medizinisches Material mit einer Luftbrücke in die betroffenen Gebiete transportiert. Die Bundeswehr fliegt von Dakar im Senegal mit Transall-Maschinen die Hauptstädte von Sierra Leone, Liberia und Guinea an.

Merkel: Helfer können sich auf Hilfe verlassen


Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte freiwilligen Helfern zu, sie könnten sich darauf verlassen, dass ihnen im Krankheitsfall selbst geholfen werde. "Falls sie sich infizieren sollten, haben sie Rechtssicherheit, und sie haben Anspruch und eine Garantie auf einen Rücktransport", betonte die Kanzlerin. "Für uns ist wichtig, dass wir denen, die helfen, auch Sicherheit geben." Zudem bekämen sie die erforderliche medizinische Behandlung.

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Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich zuversichtlich, dass noch im November ein umgebauter Airbus 340 für den Transport schwerer Ebola-Erkrankungen bereitstehe. "Dazu sind wir mit der Lufthansa im Gespräch und bauen zur Zeit einen Airbus um, der mit der Evakuierungsmöglichkeit hoffentlich Mitte, Ende des Monats November zur Verfügung stehen wird", sagte Steinmeier. Weniger akute Fälle würden in Transall-Maschinen mit Isolierstationen transportiert.

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