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Weltgrößtes Gammateleskop Deutsche Forscher machen in Russland Jagd auf Elementarteilchen

Mit Hilfe deutscher Forscher entsteht in Sibirien ein großes Gammateleskop zur Jagd auf Elementarteilchen. Die Sensoren sollen hochenergetische Partikel aus Schwarzen Löchern aufspüren.

Astronomen entdecken aktives schwarzes Loch
erwachendes Schwarzes Loch in der Polarring-Galaxie NGC 660 Quelle: dpa
Bereits Ende Februar 2015 hatten Astronomen ein monströses Schwarzes Loch mit der Masse von zwölf Milliarden Sonnen entdeckt. Das Massemonster sitzt im Herz einer aktiven Galaxie, die so hell leuchtet wie 420 Billionen (420.000.000.000.000) Sonnen. Dieser sogenannte Quasar strahlt quer durch fast das gesamte sichtbare Universum zu uns, wie das internationale Team um Xue-Bing Wu von der Universität Peking im britischen Fachblatt "Nature" berichtet. Der Quasar ist nach den Messungen 12,8 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt - sein Licht war also 12,8 Milliarden Jahre zu uns unterwegs. Damit sehen die Astronomen dieses Himmelsobjekt in einer fernen Vergangenheit, als das Universum erst 900 Millionen Jahre alt war. Damals endete in etwa das sogenannte Dunkle Zeitalter mit dem Aufflammen der ersten Sterne. Unklar ist, wie in der vergleichsweise kurzen Zeit vom Urknall bis zu dieser kosmischen Dämmerung ein so massereiches Schwarzes Loch entstehen konnte. Quelle: dpa
 Das Handout der Zeitschrift «NATURE» zeigt eine Illustration eines schwarzen Loches in einem Kugelsternhaufen. Quelle: dpa
Ein vom US-Weltraumteleskop «Wise» zusammengesetzes Bild des Himmels zeigt neu entdeckte Galaxen markiert als lila Punkte. Quelle: dpa
Eine Illustration zeigt die Vorstellung eines Künstlers vom Quasar 3C 279 Quelle: dpa
Shown above is an artist's concept of matter swirling into a supermassive black hole. Quelle: REUTERS
A supermassive black hole at the heart of the Milky Way Quelle: REUTERS

Die Sensoren sollen außerdem Aufschlüsse über die Eigenheiten der hochenergetischen Partikel liefern, wie Razmik Mirzoyan vom Max-Planck-Institut für Physik in München der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag sagte.

Die bis zu 70 Millionen Euro teure Anlage ist kein Teleskop im klassischen Sinne. Es erstreckt sich auf einem bis zu 100 Quadratkilometer großem Feld (Array) aus rund 100 Meter voneinander entfernten Sensoren. Nach Angaben der Forscher ist es damit das größte Gammateleskop der Welt.

Das Projekt ist Teil des Förderprogramms Mega-Grant, mit dem Russland seine einstige Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Astrophysik wiedererlangen will. Moskau beharrt deshalb als Geldgeber auf dem Standort in Sibirien, obwohl es nach Einschätzung von Experten besser geeignete Standorte gibt. Außerdem sollen, so die Selbstbeschreibung auf der Webseite, die Forschungsbeziehungen zwischen Russland und Deutschland auf dem Gebiet der Astroteilchenphysik vertieft werden - beide Länder hätten eine lange Forschungstradition auf diesem Feld. Die Untersuchung kosmischer Strahlen sei dabei einer der wichtigsten Forschungsbereiche.

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