Weltraumforschung Russische Foton M-Sonde wieder auf Kurs

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat wieder Kontakt zu seiner Sonde. Gute Nachrichten für die Tiere an Bord.

Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos hat wieder Kontakt zu ihrer Foton-M-Kapsel. Quelle: PR

Der am 18. Juli gestartete Forschungssatellit Foton-M 4 ist wieder auf Kurs. In der vergangenen Woche verlor die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos kurzzeitig den Kontakt zum Satelliten, der neben zahlreichen materialwissenschaftlichen Experimenten eine „Besatzung“ von fünf Geckos an Bord hat.

Hätte Roskosmos es nicht geschafft, den Kontakt zum Flugkörper wiederherzustellen, wäre er in etwa vier Monaten ohne Kontrolle wieder auf die Erde gestürzt. Wenn nun alles gut geht, wird der Satellit im September kontrolliert über dem Ural zum Absturz gebracht.

Die Geckos an Bord des Foton-M sind Teil eines Schwerelosigkeitsexperiments: An ihnen soll erforscht werden, wie sich die fehlende Gravitation auf das Sexualverhalten der Tiere auswirkt. In einer vorherigen Foton-Mission waren bereits mehrere Tiere an Bord, die den Flug lebendig überstanden haben – darunter Meerschweinchen.

Schrottplatz Weltraum
Die Computersimulation der Europäischen Weltraumorganisation ESA zeigt auffindbare Objekte in der Erdumlaufbahn. Rund 6000 Tonnen Weltraummüll kreisen schon heute auf erdnahen Bahnen um unseren Planeten - und jedes Jahr kommen einige Dutzend Tonnen dazu. Quelle: dpa
Spektakuläre Trümmerteile wie dieser Tank einer amerikanischen Delta 2-Rakete, der 1987 in Texas niederging ... Quelle: NASA
... oder dieses Bruchstück eines Raketenstufe, das 2001 in Saudi Arabien einschlug, verdeutlichen einen Aspekt des Problems: Pro Jahr stürzen mehrere zehn Tonnen Weltraumschrott zur Erde zurück. Zwar verglüht das meiste davon in der Atmosphäre, besonders große Trümmerstücke können jedoch bis zur Erdoberfläche durchkommen. Quelle: NASA
Die US-Amerikanerin Lottie Williams ist der bislang einzige Mensch, der von einem Stück Weltraumschrott getroffen wurde. Bei dem Zwischenfall im Jahr 1997 hatte sie großes Glück: Das Bruchstück einer Delta 2-Rakete der US Air Force traf ihre Schulter, verletzte sie aber nicht. Quelle: NASA
Ungleich größer sind die Gefahren, die von Weltraumschrott für Objekte im erdnahen Orbit ausgehen. Dieses bei Reparaturarbeiten ausgetauschte Teil des Hubble-Weltraumteleskops weist zahlreiche Einschlagspuren auf. Quelle: NASA
Auch die Antennenschüssel des Weltraumteleskops wurde durch Weltraumschrott in Mitleidenschaft gezogen. Quelle: NASA
Solche Trümmerteile aus Aluminiumoxid entstehen beim Einsatz von Feststoffraketen, wie sie etwa beim Start eines Spaceshuttles zum Einsatz kamen. Im All entwickeln sie sich zu Geschossen mit enormer Durchschlagskraft. Quelle: NASA

Die eigene Forschung ist für Roskosmos ein wichtiges Standbein: Denn bis 2020 wollen sie aus dem Betrieb der Internationalen Raumstation aussteigen. Der Start der aktuellen Sonde war von Anfang an von Problemen behaftet: Wegen Schwierigkeiten mit den technischen Systemen wurde der für Anfang Juli geplante Start einige Wochen nach hinten verschoben. Die nächste Mission des Foton-Programms ist für das kommende Jahr geplant.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%