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Weltraumteleskop Ein neues Bild vom Universum

Bis Anfang 2012 hat das Weltraumteleskop "Planck" den Himmel fünfmal komplett durchmustert und Temperaturschwankungen durch auffällige Fleckenmuster sichtbar gemacht. Das Ergebnis war beeindruckend.

Die Meilensteine der bemannten Raumfahrt
Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumanzug kurz vor seinem Start zum ersten bemannten Weltraumflug. Quelle: dpa
Satellit mit Namen Sputnik Quelle: dpa
Mit der Hündin "Laika" fliegt in Sputnik 2 das erste Lebewesen in eine Erdumlaufbahn. Sie stirbt nach wenigen Tagen, Foto: AP Quelle: AP
John Glenn umrundet als erster Amerikaner die Erde Quelle: Reuters
Der sowjetische Kosmonaut Alexei Leonow verließ sein Raumschiff und schwebte als erster Mensch im Weltraum, Foto: Nasa Images Quelle: Presse
Neil Armstrong auf dem Mond Quelle: NASA
astronaut Eugene Cernan auf dem Mond Quelle: REUTERS

Es ist die erste vollständige Himmelskarte in einer bisher einmaligen Qualität, die die Europäische Weltraumorganisation ESA am Donnerstag präsentiert hat. Auch deutsche Wissenschaftler sind im Auftrag des DLR-Raumfahrtmanagements an dem Projekt beteiligt. Das nach dem deutschen Physiker Max Planck benannte Weltraumteleskop startete am 14. Mai 2009, zusammen mit der Schwestersonde Herschel. Es ist Europas erste Mission zur Untersuchung der kosmischen Hintergrundstrahlung.

Und dabei wurde Erstaunliches entdeckt: "Die kosmische Hintergrundstrahlung ist rund 380.000 Jahre jünger als das Universum. Sie stellt also eine direkte Verbindung zur Geburtsstunde des Kosmos dar, das älteste Licht des Universums", erläutert Christian Gritzner, Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt. Direkt nach dem Urknall herrschten Temperaturen von mehreren Millionen Grad Celsius. Die Bausteine der heutigen Materie bildeten sich aus dieser "Ursuppe". Nach und nach sank die Temperatur immer weiter und kühlte schließlich auf die heutigen 2,7 Grad ab. Die ersten Galaxien mit Sternen und später auch die Planeten bildeten sich erst 400 Millionen Jahre nach dem Urknall.

"50 Jahre nach der Entdeckung der kosmischen Hintergrundstrahlung haben Forscher aus 40 europäischen und zehn amerikanischen Instituten, die Reststrahlung des Urknalls so exakt wie nie zuvor vermessen", berichtet Gritzner. Torsten Enßlin, Planck-Projektleiter beim Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA), ergänzt: "Uns interessieren besonders die winzigen Temperaturunterschiede in der Hintergrundstrahlung. Daran können wir erkennen, wie das Universum im Einzelnen entstanden ist und wie sich Energie und Dichte im Raum verteilt haben."

Astronomen entdecken aktives schwarzes Loch
erwachendes Schwarzes Loch in der Polarring-Galaxie NGC 660 Quelle: dpa
Bereits Ende Februar 2015 hatten Astronomen ein monströses Schwarzes Loch mit der Masse von zwölf Milliarden Sonnen entdeckt. Das Massemonster sitzt im Herz einer aktiven Galaxie, die so hell leuchtet wie 420 Billionen (420.000.000.000.000) Sonnen. Dieser sogenannte Quasar strahlt quer durch fast das gesamte sichtbare Universum zu uns, wie das internationale Team um Xue-Bing Wu von der Universität Peking im britischen Fachblatt "Nature" berichtet. Der Quasar ist nach den Messungen 12,8 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt - sein Licht war also 12,8 Milliarden Jahre zu uns unterwegs. Damit sehen die Astronomen dieses Himmelsobjekt in einer fernen Vergangenheit, als das Universum erst 900 Millionen Jahre alt war. Damals endete in etwa das sogenannte Dunkle Zeitalter mit dem Aufflammen der ersten Sterne. Unklar ist, wie in der vergleichsweise kurzen Zeit vom Urknall bis zu dieser kosmischen Dämmerung ein so massereiches Schwarzes Loch entstehen konnte. Quelle: dpa
 Das Handout der Zeitschrift «NATURE» zeigt eine Illustration eines schwarzen Loches in einem Kugelsternhaufen. Quelle: dpa
Ein vom US-Weltraumteleskop «Wise» zusammengesetzes Bild des Himmels zeigt neu entdeckte Galaxen markiert als lila Punkte. Quelle: dpa
Eine Illustration zeigt die Vorstellung eines Künstlers vom Quasar 3C 279 Quelle: dpa
Shown above is an artist's concept of matter swirling into a supermassive black hole. Quelle: REUTERS
A supermassive black hole at the heart of the Milky Way Quelle: REUTERS

Die Daten zeigen unter anderen, dass die normale Materie, aus der Galaxien, Sterne und auch die Erde bestehen, nur mit knapp fünf Prozent zur Massen- und Energiedichte des Universums beitragen. Die sogenannte "Dunkle Materie" ist mit knapp 27 Prozent deutlich mehr vorhanden als angenommen, Diese macht sich lediglich über ihre Schwerkraftwirkung bemerkbar.

Doch die Wissenschaftler hatten neben Alter und Zusammensetzung des Universums auch Interesse an astronomischen Vordergrundquellen, die aufgrund der hohen Frequenzbreite der Planck-Instrumente gut vom Signal der Hintergrundstrahlung getrennt werden können, wie das Unternehmen in einer Presseerklärung schreibt.

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