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WHO-Studie Jeder Deutsche trinkt zwölf Liter reinen Alkohol im Jahr

Nirgends wird so viel Bier und Wein konsumiert wie in Europa - das zeigt eine aktuelle Studie der Weltgesundheitsorganisation. Warum die legale Droge so gefährlich ist - und was der Fiskus daran verdient.

Die besten alkoholfreien Biere
Alkoholfreies Bier ist besonders bei Sportlern beliebt. Denn: Sie wirken isotonisch, führen dem Körper nach dem Sport Mineralien wieder zu, so wie Fitnessdrinks. Und sie haben deutlich weniger Kalorien. Aber Alkohol ist auch Geschmacksträger. Fehlt er, ist die Kunst des Braumeisters gefragt. Gerhard Retter, schwenkt, riecht und trinkt danach die alkoholfreien Biere. Die Punkte orientieren sich am 20er-System aus der Weinbewertung. 20 Punkte ist für diesen Test das Ideal eines Bieres. Die zwei Siegerbiere konnten 17/20 erreichen. Quelle: Thorsten Firlus
Pils 16/20 König PilsenerDas König Pilsener hat eine schöne Charakteristik, die Bitterkeit ist die Kopfnote, es ist aber ein wenig strukturlos am Gaumen. Die ganz klassische Pilsaromatik ist nicht sofort erkennbar. Quelle: Thorsten Firlus
Pils 15/20 Altdorfer PilsHefig, feine Malznoten, die gut dosiert sind. Und obwohl es klar als Pils da steht, ist die Bitternote gut eingebunden. Der Abgang ist homogen und stimmig, was die Nase riecht, kommt auch am Gaumen an.. Je länger es im Glas bleibt, desto deutlicher werden die Noten wie Schrot oder Brotkasten. Quelle: Thorsten Firlus
Pils 15/20 Clausthaler Extra HerbDas sagt schon die Nase: Es IST herb! Und am Gaumen schmeckt es anders als es riecht. Ein Kontrastbier, das muss man mögen! Auf dem Gaumen hat es Aromen von Bergamotte fast wie ein Earl Grey Teel. Ein eigenständiger Charakter. Wenn es ein Instrument wäre: Die Orgel. Und alle Register an. Quelle: Thorsten Firlus
Pils 17/20 Jever FunGanz fein, ganz zart in der Nase! Sehr elegant, geschliffen. Ein schönes Bier. Und ich sage mal: BIER! Es wirkt ungekünstelt und hat, was ein Bier braucht und ist nicht sofort als alkoholfreies zu identifizieren. Später wird es fruchtiger und  entwickelt  Noten von Schokogeleebananen. Quelle: Thorsten Firlus
Pils 17/20 Störtebeker FreiDas beste Bier. Trotz Punktegleichheit mit Jever Fun. Es ist sehr charaktervoll, hat eine schöne Länge, bleibt frisch und animierend. Da kann man reinschmecken und hat was auf der Zunge. Quelle: Thorsten Firlus
Hefe 15/20 Erdinger alkoholfreiBekömmlich, unkompliziert, süffig. Limo mit Schaum. Das "läuft" gut. Belebend, frisch, animierend. Quelle: Thorsten Firlus

Alkohol bleibt die gefährlichste Droge der Deutschen. Wie ein neuer Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt, konsumierte jeder Bundesbürger im Alter von mehr als 15 Jahren 2012 im Schnitt 11,8 Liter reinen Alkohol. Das entspricht gut 500 Flaschen Bier. Damit ist der Wert im Vergleich zum Zeitraum 2008 bis 2010 zwar in etwa konstant geblieben. Er ist im weltweiten Vergleich aber auch erschreckend hoch.

Im weltweiten Durchschnitt tranken die Menschen lediglich 6,2 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Deutschland als Land der Biertrinker befindet sich in Europa jedoch in guter Gesellschaft. Die Werte der Wein-Länder Frankreich, Spanien und Italien sind nicht wirklich besser. Europa ist laut Studie insgesamt der Kontinent mit dem höchsten Alkoholkonsum.

Der Deutsche trinkt mit 105,5 Litern pro Jahr durchschnittlich vor allem Bier (Quelle: Deutsche Hauptstelle für Suchtanfragen, 2013). Zudem werden 20,4 Liter Wein, 4,1 Liter Schaumwein und 5,4 Liter Spirituosen getrunken. Der Staat verdient gut an der Trinklaune seiner Bürger: Insgesamt gingen 2012 etwa 3.284.000.000 Euro an den Fiskus.

Die WHO warnte am Montag in Genf vor den Folgen exzessiven Alkoholkonsums. 2012 habe es weltweit 3,3 Millionen Alkoholtote gegeben. Bedenklich sei auch die Tatsache, dass weltweit jeder sechste Alkoholkonsument zum „Kampftrinken“ neige.

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Davon sind auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen zehn und 20 Jahren betroffen: 26.673 junge Menschen wurden laut Statistischem Bundesamt aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs 2012 stationär in deutschen Krankenhäusern behandelt. Damit hat sich die Zahl in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt (2002: 12.807).

Dabei schlägt der Alkohol nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Seele. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurde eine psychische oder verhaltensbezogene Störung durch Alkohol 2012 als zweithäufigste Einzeldiagnose in deutschen Krankenhäusern diagnostiziert.

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